„Seelischer Trümmerhaufen“ an Kinder weitergegeben
Traumatisierte Mütter im Zweiten Weltkrieg konnten ihren Kindern oft keine emotionale Sicherheit bieten. Die Erziehung war oft von Diestanz, Härte und einer Weitergabe der eigenen Ängste geprägt. Diedrd Phänomen wird als transgenerationales Trauma bezeichnet und wirkt sich tiefgreifend auf das Leben der Nachkommen aus. Siehe Bericht Deutschlandfunk vom 04.08.2021 worin es heißt: „Ich trage einen Schmerz in mir, der nicht meiner ist: https://www.deutschlandfunk.de/seelische-kriegsfolgen-ich-trage-einen-schmerz-in-mir-der-100.html
Verlust von emotionaler Sicherheit – Die Unerreichbarkeit der Mutter
Viele Mütter waren durch das Erlebte emotional erschöpft, abwesend oder „abgeschnitten“. Den Kindern fehlte dadurch die spürbare mütterliche Fürsorge und ein sicherer Hafen, was zu Bindungsstörungen führen kann. Hier ein Bericht von Stiftung Bildung zum Thema „Verdrängt, verschwiegen und vererbt“ https://www.stiftungbildung.org/verdraengt-verschwiegen-vererbt/
Das Schweigen als Schutz
Über das Erlebte wurde oft nicht gesprochen. Diese Sprachlosigkeit übertrug sich auf die Kinder, die den Schmerz der Mutter unbewusst in ihrem Körper spürten, ohne die Ursache zu kennen. Im Gespräch bei Assenheimer Promitalk spricht Varell offen über ihre schwierige Kindheit mit ihrer Mutter https://www.ardmediathek.de/video/assenheimers-promitalk/isabel-varell-ueber-gewalt-in-der-kindheit-und-ihr-neues-abenteuer/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIzMjEyOTc
Auswirkungen der NS-Erziehungsideologie
Die „Schwarze Pädagogik“: Die Traumatisierung wurde in der Erziehung oft durch die damals weit verbreiteten Ratgeber der Nationalsozialistin Johanna Haarer verstärkt. Diese propagierte eine „kindgerechte“ Strenge und Distanz, rieten davon ab, weinende Säuglinge zu trösten und forderten so Gehorsam durch emotionale Vernachlässigung. Siehe Evangelisches Frankfurt mit dem Titel „Nicht nur Bomben, auch Nazi-Erziehung traumatisierte Kinder“, https://www.efo-magazin.de/magazin/leben-alltag/nicht-nur-bomben-auch-nazi-erziehung-traumatisierte-kinder/
Transgenerationale Weitergabe (Kriegskinder und Kriegsenkel)
Parentifizierung: Weil die Mütter stark mit ihren eigenen Ängsten und Erlebnissen beschäftigt waren, übernahmen oft die Kinder instinktiv die Verantwortung für das emotionale Wohlbefinden ihrer Eltern.
Überlebensmuster: Die Nachkommen übernahmen häufig und unbewusst die Bewältigungsstrategien ihrer Mütter – etwa ein extremes Sicherheitsbedürfnis, eine hohe Schreckhaftigkeit oder aber auch die Unfähigkeit, eigene Grenzen zu spüren. Siehe Medica Mondiale mit einem Bericht „Transgenerationales Trauma – Gewalt prägt“ https://medicamondiale.org/gewalt-gegen-frauen/trauma-und-traumabewaeltigung/transgenerationales-trauma
Psychologische und Gesellschaftliche Folgen
Langzeitwirkungen: Die emotionalen Belastungen der Mütter können sogar epigenetisch (durch biologische Veränderungen) an spätere Generationen weitergegeben werden. Die Enkelgeneration (Kriegsenkel) leidet oft noch unter unerklärlichen Ängsten und Blockaden.
Aufarbeitung: Die Stiftung Bildung und psychologische Fachbeiträge befassen sich intensiv mit der Aufarbeitung dieser sogenannten „Seelischen Trümmer“ und bieten Hilfestellungen an, um den Kreislauf der Traumatisierung zu durchbrechen. Beitrag von Susanne Barth https://susanne-barth.com/kriegsenkel/parentifizierung-spaetfolgen
Auch die Sängerin und Moderatorin Isabel Varell spricht über ihre schlimmen Erfahrungen während ihrer Kindheit und ihre gewalttätige Mutter Bruni Wehrmann, die von ihrem Mann während des Kriegsgeschehens verlassen wurde. In einem Video spricht sie gnadenlos über ihre schwierige Kindheit und die Aufarbeitung dieser Zeit, u.a. in Interviews mit STERN und t-online, hier auch ein Video-Beitrag dazu:










