Keine Antwort ist auch eine Antwort – Bürgermeister Meyer voller Lobeshymnen
Weil einige Bürgerinnen und Bürger sich nach dem diesjährigen Neujahrsempfang der Gemeinde Haßloch entrüstet über die Ehrung von Dieter Schuhmacher (SPD) an die Redaktion von NACHRICHTEN REGIONAL gewandt hatten und darum baten, der Sache nachzugehen, auch ein anonymes Schreiben hat unsere Redaktion erreicht, was NR zum Anlass nahm, eine diesbezügliche Presseanfrage an die Gemeinde Haßloch zu stellen. In dem anonymen Schreiben an unsere Redaktion heißt es „wieso kann Schuhmacher eine silberne Verdienstmedaille von der Gemeinde erhalten, wenn er vor Jahren wegen schweren Vorwürfen von seinem Amt als DRK-Vorsitzender zurücktreten musste?„. NR ist der Sache nochmals nachgegangen.
Auf unsere diesbezügliche Presseanfrage an Bürgermeister Meyer wurde uns erst jetzt von dem Pressesprecher geantwortet, nachdem wir allerdings nochmals anfragen mussten. Der Wortlaut der Laudatio vom Neujahrsempfang wurde unserer Redaktion wie folgt übermittelt: „Mit der nächsten Ehrung würdigt die Gemeinde Haßloch eine Persönlichkeit, die sich seit vielen Jahren mit großem Pflichtbewusstsein und beständiger Einsatzbereitschaft ehrenamtlich für ihre Heimatgemeinde engagiert: Dieter Schuhmacher. Seit seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2004 verfolgte Herr Schuhmacher das klare Ziel, sich weiterhin sinnvoll für Haßloch einzubringen. Als sogenannter Ur-Haßlocher übernahm er Verantwortung in ganz unterschiedlichen Bereichen des kommunalen und gesellschaftlichen Lebens. Sein politisches Engagement begann früh. Ab dem Jahr 2011 wirkte er zunächst als stellvertretendes, später als ordentliches Mitglied in verschiedenen Ausschüssen mit. In den folgenden Jahren war Dieter Schuhmacher unter anderem Mitglied im Gemeinderat sowie über einen langen Zeitraum hinweg ordentliches Mitglied im Werkausschuss. Auch in weiteren Ausschüssen brachte er seine Erfahrung ein und arbeitete wiederholt im Wahlausschuss mit. Darüber hinaus übernahm er das Amt des Beigeordneten der Gemeinde Haßloch. In dieser Funktion befasste er sich unter anderem mit der Entwicklung der sogenannten Eh-da-Flächen sowie mit Fragen rund um die Einstufung von Gräben- und Bachlandschaften. Sein Handeln war dabei stets von Sachlichkeit und einem lösungsorientierten Ansatz geprägt. Neben seinem kommunalpolitischen Engagement setzte sich Dieter Schuhmacher viele Jahre auch im Deutschen Roten Kreuz Haßloch/Meckenheim ein. Während seiner Zeit als Vorsitzender konnten sowohl die Mitgliederzahlen als auch die Zahl der Blutspenderinnen und Blutspender deutlich gesteigert und auf einem konstant hohen Niveau etabliert werden“.
Auch im Bündnis für Familien habe sich Schuhmacher eingebracht, heißt es weiter in der Laudatio. Dort sei er an der Gründung der Arbeitsgruppe Gesundheit im „Bündnis für Familien“ beteiligt gewesen und habe unter anderem die Organisation der Kinderolympiade im Rahmen der Ferienspielwochen verantwortlich mitgestaltet. Bis heute sei Dieter Schuhmacher Mitglied des Gemeinderates. Er sitzt inzwischen auch im Aufsichtsrat der Gemeindewerke Haßloch. Mit Blick auf sein Alter denke er inzwischen über einen schrittweisen Rückzug aus dem Ehrenamt nach – verbunden mit dem Wunsch, künftig mehr Zeit für sein Hobby, das Angeln, zu haben. Aber auch für seine Familie, die vor nicht allzu langer Zeit Zuwachs bekommen habe, wolle er sich Zeit nehmen. Sein Engagement sei dabei stets getragen gewesen von der Überzeugung, dass nachhaltiges Wirken nur im Miteinander und mit Rückhalt aus dem privaten Umfeld möglich gewesen sei. „Für dieses langjährige, vielseitige und verlässliche Wirken danken wir Ihnen sehr herzlich. Im Namen der Gemeinde Haßloch überreiche ich Ihnen die silberne Verdienstmedaille als Zeichen unserer Anerkennung und unseres Dankes“, so Bürgermeister Meyer am Ende seiner Rede.
So viel so gut der Lobeshymnen. Doch es gibt auch viele andere Stimmen, die genau das Gegenteil behaupten. Immerhin war es seit vielen Jahren üblich, dass verdiente Personen im Großdorf von der Bürgerschaft oder aber auch von den Parteien selbst für eine Verdienstmedaille vorgeschlagen wurden. Die Antwort, wer Dieter Schuhmacher zu einer solchen Verdienstmedaille vorgeschlagen hat, blieb uns Bürgermeister Meyer allerdings schuldig.
Dieter Schuhmachers Ehrenamt mit Verantwortung begann im November 2009, als er die Nachfolge des langjährigen Vorsitzenden Jürgen Hurrle übernommen hatte. Hurrle stand für dieses Amt nicht mehr zur Verfügung. Die erste Handlung von Schuhmacher war, erst einmal einige Leute aus dem DRK rauszuwerfen. Diesbezügliche Unterlagen liegen der Redaktion vor. Weitere Handlungen folgten, die damals als menschenunwürdig bezeichnet wurden, Schuhmachers Führungsstil wurde vom Kreisvorsitzenden Wadle mehrmals kritiert. Dieser Zustand zog sich hin bis im Jahre 2013, wo ihm durch ein Protestschreiben des DRK-Kreisverbandes sein Rücktritt nahegelegt wurde. NR hatte am 06.05.2013 darüber berichtet https://nachrichten-regional.de/untragbare-zustaende-beim-drk-hassloch/
Dieter Schuhmacher war auch Vorstandsmitglied im Förderkreises Offener Kanal Haßloch. Das war im Jahre 2006. Er war zuständig für die Öffentlichkeits- und Jugendarbeit sowie die Einwerbung von Sponsoren- und Spendengeldern. Durch eine Kooperation zwischen Offenem Kanal und Förderkreis hatte er die Jugend und die Projektarbeit zwischen dem Trägerverein und dem Förderkreis übernommen und Projekte gemeinsam mit der Jugend koordiniert. Er hatte damals auch intensiven Kontakt mit dem Vorsitzenden des Offenen Kanals, Markus Merkler, gepflegt. Auf Schuhmachers Initiative hin wurde ein Vorstandsbeschluss am16.03.2006 erlassen, dass ein Video-Wettbewerb durchgeführt wurde. Ein Thema davon war „Ein Tag im Haßlocher Badepark“. Amsprechpartner nach außen war Dieter Schuhmacher, so steht es im Protokoll des Förderkreises, welches der Redaktion vorliegt. Schuhmacher hatte sich zur Aufgabe gemacht, für diese Projektarbeit auf Sponsorensuche zu gehen. Auch bei den Gemeindewerken Haßloch war er vorstellig.
Aus einem weiteren Protokoll des Förderkreises Offener Kanal vom 16.03.2026 war zu entnehmen, dass in dieser Vorstandssitzung die Aufgaben verteilt wurden. Es wurde festgelegt, dass Dieter Schuhmacher zuständig ist für den Videowettbewerb. Er bewarb sich dafür, weil er guten Kontakt zu Microsoft in Berlin pflegte und das Unternehmen als Sponsor für den Förderkreis gewinnen wollte. Durch sein Engagement wurden von ihm 2.500 Euro an Preisgeldern und 500 Euro an Spenden für Sachpreise eingeworben. Die Abgabe von Beiträgen für den Videowettbewerb setzte er auf 31.12.2006 fest. Für diese Sachpreise wurden von Schuhmacher weitere 1.000 Euro von den Gemeindewerken Haßloch eingeworben. Ein Jugendlicher vom Förderkreis hatte von Schuhmacher den zusätzlichen Auftrag, einen Badepark-Film für die Gemeindewerke Haßloch zu drehen. Durch Streit und Unfrieden, den er im Förderkreis Offener Kanal gestiftet hatte, wurde ihm ebenfalls nahegelegt, sein Vorstandsamt niederzulegen, was er dann auch getan hatte. Danach folgten unendliche Attacken gegen den Verein, sodass der Förderverein Offener Kanal Insolvenz anmelden musste, die ordnungsgemäß von einem Neustadter Steuerberater abgewickelt wurde. Trotz der Tatsache, dass die Insolvenz ohne Beanstandung abgewickelt werden konnte, wurde gegen den nicht mehr bestehenden Förderkreis durch richterlichen Beschluss am 15.03.2011 eine Hausdurchsuchung in den Räumen der damaligen Vorsitzenden angeordnet. Erinnerlich ist noch heute, dass eine Neustadter Polizistin und ein junger Polizeianwärter vorbeikamen, um diese Hausdurchsuchung zu vollstrecken. Wie sich durch ein gemeinsames Gespräch erwies, war die Anordnung der Hausdurchsuchung rechtswidrig. Böse Zungen behaupten noch heute, dass auch hinter diesen Attacken Dieter Schuhmacher gesteckt habe.
Weil sich viele Bürgerinnen und Bürger immer noch dafür interessieren, von wem der Vorschlag einer solchen Verleihung einer silbernen Verdienstmedaille an Dieter Schuhmacher kam, recherchiert unser Redaktion weiter und wird noch gesondert über weitere Handlungen und Attacken von ihm berichten.












