Eine Weiterbildungslotterie auf dem Rücken von Arbeitslosen?
FragDenStaat hat recherchiert, und unserer Redaktion auch die neuesten Ergebnisse bekanntgegeben. Es geht um die „Bürgrgeld-Reform“, die die Bundesregierung noch vor Weihnachten durchs Kabinett bringen will. In den Veröffentlichungen von FragDenStaat soll die Bevölkerung erfahren, was diese Reform alles mit sich bringt. In Talkshows sei die Rede von falschen Anreizen, von Trägheit und zu viel Milde. Geplant seien verschärfte Sanktionen „bis an die Grenzen dessen, was verfassungsrechtlich zulässig ist“, habe Arbeitsministerin Bärbel Bas erklärt. Wer einen Termin verpasse oder eine Weiterbildung abbreche, soll künftig härter bestraft werden.
Kritik von FragDenStaat: „Wer bisher gar nicht in der Debatte gehört wird? Die Menschen, die Bürgergeld bekommen und Maßnahmen beim Jobcenter besuchen“. Darum wurde die neuen Recherche-Serie „Jobcenter-Stories“ von FragDenStaat gestartet und mit genau diesen Menschen gesprochen. FDS hat herausgefunden: Viele Menschen landen in einer nutzlosen Weiterbildung und bleiben auf der Strecke, während Weiterbildungsfirmen ordentlich abkassieren. Wer profitiert also wirklich vom System Jobcenter?
Im ersten Teil der Serie hat FragDenStaat mit Menschen gesprochen, die arbeiten wollen, jedoch in einem System feststecken, das sie scheitern lässt. Nicht mangelnde Motivation sei das Problem, sondern mangelnde Kontrolle über sogenannte „Maßnahmen“ wie Weiterbildungen, Coachings und Umschulungen. Der Staat investiere Milliarden in diese Kurse, die helfen sollen, Menschen wieder in Arbeit zu bringen. Doch zu oft fließe das Geld in eine kaum kontrollierte Weiterbildungsindustrie, in der Beschäftigung simuliert wird und Qualität Zufall zu sein scheint, wurde von dem Recherche-Team herausgefunden. So dürfe Matthias in seiner Softwareentwickler-Weiterbildung keine Software installieren. Tobias übe im E-Commerce-Kurs nicht das Verkaufen, sondern das englische Alphabet. Und Anna werde in ein Coaching gesteckt, für das das Jobcenter bereits Plätze eingekauft habe. Es sei eine riesige Weiterbildungsindustrie, die von dem Geschäft mit den Arbeitslosen profitiere, so die weitere Kritik.
Seitenwechsel – die Weiterbildungslotterie
Nach der ersten Veröffentlichung von FragDenStaat hätten sich dutzende Personen aus der Weiterbildungsbranche in der Redaktion gemeldet. Dozierende, Leiter*innen von Bildungsträgern und Prüfende, sogenannte Auditor*innen, hätten das System aus ihrer Perspektive geschildert – und die Eindrücke der Betroffenen bestätigt. Zusätzlich sei dem Recherche-Team von FragDenStaat ein Datensatz der Weiterbildungsplattform „mein Now“ zugespielt worden, der ausgewertet worden sei, wurde weiter berichtet. Die Gespräche, Dokumente und Daten zeichneten ein Bild von einem Milliardensystem ohne ausreichende Überprüfung, mangelhaften Weiterbildungen und einem Geschäft auf dem Rücken der Arbeitslosen, so die Redaktion von FragDenStaat.
Um unabhängigen Journalismus und Recherche-Arbeit betreiben zu können, ist FragDenStaat auch auf regelmäßige Spenden angewiesen, um ihre Arbeit absichern zu können. Das Geschäft mit den Arbeitslosen zeige, wie wichtig kritische Öffentlichkeit sei. Denn solche „Aufdeckungen“ passieren nicht von alleine, sie brauchen Zeit. Wer also spenden möchte, sollte solche Initiativen unterstützen. Dies kann durch eine regelmäßige Spende erfolgen, aber auch kleine Spenden sind hilfreich. Jeder Beitrag zählt.
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