Drei Ärztinnen berichten in „Report Mainz“ über ihre Erlebnisse
Körperliche Übergriffe, Verleumdungen: Für Chefärzte bleibe ein solches Verhalten oft ohne Konsequenzen. Ärztinnen, die Missstände in Kliniken anprangern, würden oft systematisch aus dem Job gemobbt oder bedroht. Dies zeigen Recherchen von „Report Mainz“ vom 30.07.2025. Das ARD Politikmagazin hat Frauen getroffen, die dieses System nicht länger tolerieren wollen. Weil sie Missstände aufgedeckt haben wurden sie gekündigt, eine Oberärztin des Klinikums Friedrichshafen hat sich Mitte des Jahres 2024 das Leben genommen. „Report Mainz“ hat mit ihrer Zwillingsschwester über ihren Tod gesprochen, https://www.ardmediathek.de/video/report-mainz/report-mainz-ausgeliefert-die-macht-der-chefaerzte/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIyNTY1ODI. Sendung (8:33 – 21:11). Gegen den Chefarzt ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft.
Übergriffe, Verleumdungen, Beschimpfungen ist das System von „Mobbing“ mit dem Ziel, dass Missstände vertuscht werden sollen. So auch im Klinikum Friedrichshafen. Dass Patienten dort durch Fehlverhalten zu Tode kamen, blieb für den Chefarzt dort zunächst ohne Konsequenzen. Doch dem Fall der Oberärztin Elke Küßner, die sich wegen Mobbings des dortigen Chefarztes das Leben nahm, ist nun auch „Report Mainz“ nachgegangen. Ihre Zwillingsschwester, Dr. Bettina Oertel hat gemeinsam mit zwei anderen Ärztinnen „Mobbing“ öffentlich gemacht. Sie erklärte gegenüber dem Sender: auch wenn jetzt eine Aufklärung erfolge, der Preis den ihre Schwester mit dem Tode dafür bezahlt habe sei zu hoch. Die Verstorbene wurde in Chemnitz begraben, dort wo ihre Zwillingsschwester lebt.
Viele Medien hatten damals über den Suizid der Oberärztin Dr. Elke Küßner berichtet, nicht nur die BILD https://www.bild.de/regional/baden-wuerttemberg/friedrichshafen-klinik-feuert-chefarzt-nach-tod-von-oberaerztin-6697aaff57448d768d6c81cc. Auch RTL hatte am 03.01.2025 den Fall mit ihrer Zwillingsschwester Dr. Bettina Oertel besprochen und berichtet, ob ihre Schwester möglicherweise in den Tod „gemobbt“ wurde? https://www.rtl.de/news/friedrichshafen-wurde-oberaerztin-elke-kuessner-in-den-tod-gemobbt-id1740771.html. Auch Nachrichten Regional hatte über die Missstände am Klinikum Friedrichshafen am 25.06.2024 berichtet https://nachrichten-regional.de/falsche-diagnosen-und-abrechnungsbetrug-wie-aerzte-mit-dem-leben-ihrer-patienten-spielen.
Immer wieder hört man, dass sich Menschen wegen „Mobbing“ das Leben nehmen. Die Folgen von Mobbing reichen bei Mobbing-Opfern von schweren psychischen und physischen Störungen bis hin zum Suizid. Gründe für Mobbing sind überwiegend ungelöste Konflikte am Arbeitsplatz, sowie die Suche nach Sündenböcken. Auch Mängel in der Personalführung wirken wie Katalysatoren auf die Entwicklung von Mobbing. Mobbing-Opfer haben ein erhöhtes Risiko, psychische Krankheiten wie Depressionen zu erleiden. Denn: Wer ständige Ungerechtigkeiten, Beschimpfungen, Beleidigungen aus Ausgrenzungen erlebe, bei dem würden dieselben schmerzverarbeitenden Areale im Gehirn angeregt wie bei körperlichen Schmerzen, erklären Fachleute. Die Folge: Betroffene zweifeln oft an ihrer eigenen Kompetenz und ihrem eigenen Wert, was das Selbstvertrauen erheblich untergräbt. Mobbing-Opfer geraten in einen Teufelskreis, der zu emotionalen Reaktionen wie Angst, Depression und Stress führen kann.
In einem DAK-Bericht vom 04.04.2024 werden verschiedene Arten von MOBBING beschrieben, https://www.dak.de/nice-vibes-healthy-vibes/gegen-mobbing/die-verschiedenen-arten-von-mobbing_55100












