26 | 05 | 2018

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Der Verband Deutscher Schriftsteller (VS) zum Welttag des Buches 2018

Bewertung:  / 1
SchwachSuper 

Bücher werden gebraucht! - Notwendige Vielfalt muss erhalten bleiben!! 

Zum Welttag des Buches am 23. April 2018 fordert der VS die Förderung des Lesens von Kindheit an sowie den Schutz des Buches als Kulturgut. Das Internet darf nicht zur einzigen Plattform der Kommunikation werden, so die VS-Vorsitzende Eva Leipprand. Unser Leben ist mehr als eine flüchtige Abfolge von Klicks und Tweets, in der wir leicht die Orientierung verlieren. Bücher helfen dabei, sich ein Bild von der Welt zu machen, sie  zu verstehen und zu deuten. Vielleicht auch innezuhalten und zu fragen, wie wir leben wollen. Das Buch bleibt als Leitmedium unverzichtbar. Die Zahl der Bücherleser ist rückläufig, insbesondere bei den jüngeren und mittleren Jahrgängen, meldet eine Studie des Börsenvereins. Als Begründung werden insbesondere Informationsflut und Beschleunigung der digitalen Welt genannt; dabei schwindet die Fähigkeit, längere Texte konzentriert zu lesen. Dies ist eine mehr als beunruhigende Nachricht in einer Zeit von Fake News und Filterblasen, von Meinungsmanipulation und bedrohter Privatheit. Bücher werden gebraucht, mehr denn je. Sie fördern Entschleunigung, Konzentration, den Blick für das Wesentliche. Nicht ohne Grund steht in der politischen Debatte der Begriff Erzählung oder Narrativ zurzeit so hoch im Kurs.

In einer Erzählung werden Daten und Fakten nicht beliebig aufgehäuft, sondern in eine sinnstiftende Reihenfolge und Form gebracht, mit der man sich in Ruhe auseinandersetzen kann. Das Buch fördert die Fähigkeit zur Empathie, zur Verständigung mit anderen Menschen und Kulturen. Und nichts ist privater und besser gegen Überwachung geschützt als die Lektüre eines Buches – da sind die Gedanken wirklich frei. Diese Erfahrung darf nicht verloren gehen. Deshalb feiern wir auch in diesem Jahr wieder das Lesen als lebenswichtige Kulturtechnik. Das Buch als Kulturgut braucht die Wertschätzung und Förderung von Politik und Gesellschaft, und die Autorinnen und Autoren brauchen die Wahrung und Stärkung ihrer Rechte, damit die notwendige Vielfalt erhalten bleibt.

Von besonderer Bedeutung ist dabei die Kinder- und Jugendliteratur. Kinder müssen so früh wie möglich die Gelegenheit erhalten, die faszinierende Welt des Lesens zu entdecken. Da sind Eltern und Lehrer gefragt wie auch die Bildungs- und Kulturpolitik; es geht um die Förderung von kultureller Bildung, der Buchhandlungen und Bibliotheken, der öffentlichen Lesungen. Ein Kind, das einmal gespürt hat, wie ein Buch beim Vorlesen zum Leben erwacht, wird die Erfahrung nicht vergessen. (red.)
 

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