17 | 09 | 2019
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Reaktion auf Datenhändlerskandal: Private Arbeitsvermittler in Jobbörse versteckt

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SchwachSuper 
Nutzer sieht deutlich weniger Angebote - Vermittlungsagenturen sehen Existenz bedroht
 
Mainz. Als Reaktion auf den Skandal um Datenhändler, die die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit missbraucht haben, hat die Bundesagentur für Arbeit jetzt die Suchfunktion ihrer Jobbörse geändert: Seit vergangener Woche werden dort die Stellenangebote privater Arbeitsvermittler nicht mehr automatisch angezeigt. Sie machen etwa ein Viertel aller Stellenangebote aus. Bislang wurden bei einer Suche in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit alle verfügbaren Stellenangebote angezeigt, in einem zweiten Schritt konnte der Nutzer die angezeigten Stellen filtern. So konnte er zum Beispiel Angebote von Zeitarbeitsfirmen oder privaten Arbeitsvermittlern ausschließen.  Seit Ende vergangener Woche werden Stellenangebote privater Arbeitsvermittler jedoch nur noch dann angezeigt, wenn der Arbeitssuchende ein entsprechendes Häkchen setzt. Die Angebote der privaten Agenturen machen derzeit etwa ein Viertel aller Stelleninserate der Jobbörse aus. Die Bundesagentur für Arbeit begründet die Umstellung in ihrem Portal gegenüber dem SWR mit dem häufig von Bewerbern geäußerten Wunsch, Stellenangebote von Vermittlern bei der Suche nicht mit anzuzeigen. Private Arbeitsvermittler suchen im Auftrag von Firmen nach Bewerbern und erhalten dafür eine Provision. 
 
Arbeitsvermittler zeigen sich gegenüber dem SWR über die Änderung entsetzt, informiert wurden sie darüber nach eigenen Angaben nicht. Doris Tomlin, Inhaberin einer Vermittlungsagentur, sieht ihre Existenz in Gefahr. Gegenüber dem SWR erklärt sie, sie vermittle seit 15 Jahren deutschlandweit Bewerber in sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen, nicht an Zeitarbeitsfirmen. Die Jobbörse sei für ihre Agentur eines der wichtigsten Instrumente. „Wir können darauf nicht verzichten. Eine Sperrung der Jobbörse für private Arbeitsvermittler ist sicherlich das Ende vieler Agenturen.“ 
 
Ein weiterer Inhaber einer großen Vermittlungsagentur bestätigt, bundesweit sei „der Bewerbereingang bei den privaten Arbeitsvermittlern total zusammengebrochen“. Sein Anwalt hat beim Sozialgericht Nürnberg den Erlass einer einstweiligen Verfügung beantragt. Das Schreiben liegt dem SWR vor. Der Anwalt fordert die Arbeitsagentur darin auf, die Stellenangebote privater Arbeitsvermittler in der Suche wieder automatisch anzuzeigen. Weitere Arbeitsvermittler haben ebenfalls rechtliche Schritte angekündigt.
 
Im Mai hatten SWR-Reporter aufgedeckt, dass Datenhändler die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit missbrauchen, um illegal Bewerber-Daten zu sammeln und weiter zu verkaufen. Die Datenhändler hatten sich als private Arbeitsvermittler ausgegeben und am Tag mehrere Tausend vermeintliche Stellenangebote eingestellt. 
 
Die Bundesagentur für Arbeit hat bei ihrer Umstrukturierung zudem eine Änderung vorgenommen, die mehrere Experten nach dem Datenskandal gefordert hatten. Denn in der Jobbörse gibt es sowohl von der Arbeitsagentur betreute und streng überwachte Stellenangebote als auch solche, die Arbeitgeber -oder Vermittler nahezu unkontrolliert selbst einstellen können. Experten hatten hier mehr Transparenz gefordert, denn bislang konnte der Nutzer den Unterschied nicht erkennen. Seit Überarbeitung der Jobbörse vergangene Woche wird ihm nun angezeigt, ob es sich bei der angezeigten Stelle um ein von der Arbeitsagentur betreutes oder ein unbetreutes Angebot handelt. (red.)
 
 

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