Professor Roland Rixecker wird neuer Antisemitismusbeauftragten des Saarlandes

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Kategorie: SPEYER
Veröffentlicht am Dienstag, 15. Januar 2019 08:54
Generalvikar Andreas Sturm gratuliert zum neuen Amt
 
Speyer. Generalvikar Andreas Sturm gratuliert Professor Roland Rixecker zu seiner Ernennung zum Antisemitismus-Beauftragten des Saarlandes. Der Präsident des saarländischen Verfassungsgerichtshofs war am 11. Dezember vom saarländischen Landtag in das neu geschaffene Amt gewählt worden. Aufgabe des Antisemitismus-Beauftragten ist, antisemitische Haltungen und Äußerungen jeglicher Form zu bekämpfen und antisemitische Vorfälle und Straftaten einzudämmen. „Ihre Ernennung erfolgt wenige Wochen nach dem 80. Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November 1938, jenem Tag, an dem in ganz Deutschland wie auch in unserer Region, zum Beispiel im Homburg, Anschläge auf Synagogen und andere jüdische Gebäude verübt und tausende Juden ermordet, verfolgt oder verhaftet wurden“, erinnert Generalvikar Sturm an die Katastrophe der Shoa, die über 6 Millionen Jüdinnen und Juden das Leben kostete. Für die Menschen in Deutschland sei der 9. November zugleich der Tag der Erinnerung an den Mauerfall vor 29 Jahren.
 
„Eine wichtige Folge dieses Ereignisses war, dass es vielen Jüdinnen und Juden aus Osteuropa möglich wurde, nach Deutschland zu kommen und hier eine neue, auch religiöse Heimat zu finden.“ Beide Jahrestage seien Anlass, „uns aufs Neue und mit tiefer Scham dazu zu bekennen, dass in der Vergangenheit viele Christinnen und Christen weggeschaut haben oder sogar aktiv beteiligt waren, wenn Juden enteignet, deportiert und getötet wurden“.
 
„Wir treten entschieden gegen jede Form von Antisemitismus ein“, betont Generalvikar Sturm und bekundet in dem persönlichen Schreiben an Rixecker seine „Dankbarkeit und Freude darüber, dass es heute wieder blühende jüdische Gemeinden in Saarbrücken, in Speyer und an vielen anderen Orten in Deutschland gibt, mit denen wir uns als ältere Geschwister im Bund Gottes und in tiefer Freundschaft verbunden wissen.“ Konkret werde das Engagement des Bistums Speyer im christlich-jüdischen Dialog vor allem in den guten Beziehungen zur jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz. Seit über 30 Jahren gibt es dazu eine Arbeitsgruppe Christentum-Judentum im Bistum Speyer, deren Mitglieder im Zusammenspiel mit anderen Institutionen und Gruppen die Erinnerung an die leidvolle Vergangenheit wachhalten, durch Veröffentlichungen zur vertieften Bewusstseinsbildung beitragen und die Kontakte zu den lokalen jüdischen Gemeinden pflegen und vertiefen. „Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass Jüdinnen und Juden sich auch in Zukunft in unserer Region willkommen und beheimatet fühlen sowie frei und ungehindert ihren Glauben leben können“, unterstreicht Andreas Sturm. Das Bistum Speyer hat im Saarland das Dekanat Saarpfalz mit rund 73.000 Katholikinnen und Katholiken. (red.)
 
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