10 | 12 | 2018

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Bischof Wiesemann wendet sich im Kampf gegen Missbrauch direkt an die Gläubigen

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Seine Erklärung zur Veröffentlichung der Missbrauchsstudie wird an diesem Wochenende in allen Gottesdiensten der Diözese verlesen

Speyer. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann wendet sich im Kampf gegen den Missbrauch direkt an die Gemeinden und Gläubigen im Bistum Speyer. Seine Erklärung zur Veröffentlichung der Missbrauchsstudie wird an diesem Wochenende in allen Gottesdiensten der Diözese verlesen. „Das Bekanntwerden der Missbrauchsfälle in Deutschland im Jahr 2010 hat eine tiefe Erschütterung ausgelöst. Wir Bischöfe haben in dieser Situation zahlreiche Maßnahmen zur Aufklärung und Prävention ergriffen. Auch sahen wir die Notwendigkeit, den Missbrauch in der katholischen Kirche durch Wissenschaftler von außen unabhängig untersuchen zu lassen“, schreibt Bischof Wiesemann. „Das geschah mit dem Ziel, Aufschluss über das Ausmaß und die Ursachen des Missbrauchs zu erhalten.“ Die nun bekannt gewordenen Zahlen über die Dimension des Missbrauchs erschütterten ihn zutiefst: „Was Priester unserer Kirche Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen an körperlichem und seelischem Leid zugefügt haben, ist unbeschreiblich und sehr bedrückend.“ Versagen und Schuld treffe auch die Leitung auf allen Ebenen der Kirche. Der Schutz der Kirche sei oft vor den Schutz der Betroffenen gestellt worden. „Das bedaure ich zutiefst und bitte die Betroffenen aus tiefem Herzen um Verzeihung“, so der Bischof.

Die ersten Ergebnisse der Studie zeigen aus seiner Sicht: „Das bisher Unternommene reicht nicht aus. Wir müssen für unsere Kirche weitere Konsequenzen ziehen und uns allen damit verbundenen Fragen offen und ehrlich stellen.“ Dazu brauche es zuerst eine intensive Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Studie.

„Ich werde mich weiterhin für eine konsequente Aufarbeitung einsetzen“, erklärt Bischof Wiesemann. Dabei seien ihm der Kontakt und das Gespräch mit den Betroffenen besonders wichtig. „Sie wurden oft über Jahrzehnte in unserer Kirche nicht gehört und ich bin entschlossen, dies zu ändern und dauerhaft zu gewährleisten.“ Er ermutigt Betroffene, die sich bisher noch nicht gemeldet haben, sich an die beiden Missbrauchsbeauftragten des Bistums zu wenden. Dies könne helfen, Täter zu entlarven und weitere Verbrechen zu vermeiden.

Die Diözese Speyer werde die Prävention weiter ausbauen, personell wie finanziell, um so einen umfassenderen Schutz für Kinder, Jugendliche und erwachsene Schutzbefohlene zu erreichen, kündigt Bischof Wiesemann an. „Wir werden alles tun, damit sie bei uns sicher sein können.“ In den letzten Wochen hatten den Bischof viele Mitteilungen erreicht, „aus denen Schmerz und Zorn sprechen“. Er verstehe und teile die Enttäuschung der Gläubigen, „die Wut und das tiefes Leiden an der Kirche“. Der Schmerz und das Leid der Betroffenen seien „der Schmerz und das Leid Jesu Christi.“ Zusätzlich zu Gesprächen mit Betroffenen, Aufklärung und Prävention seien auch Umkehr, Buße und das gemeinschaftliche Gebet der Kirche notwendig. (red.)

 

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