19 | 08 | 2019
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Neustadter Gedenkstätte für NS-Opfer – Im März 1933 wurden in Turenne-Kaserne 500 Pfälzer in „Konzentrationslager“ inhaftiert

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Am Sonntag, 10. März 2013 um 16 Uhr „Erinnerung an die Gräueltaten“

von Karin Hurrle

Zum Gedenken der Judenverfolgung in Deutschland und in Erinnerung an die Geschichte der Nationalsozialisten wird am Sonntag, 10. März um 16 Uhr in Neustadt, im Quartier-Hornbach, eine Gedenkstätte für NS-Opfer errichtet. In einer dreijährigen Vorbereitungsphase hat der Vorsitzende des neu gegründeten Fördervereins „Gedenkstätte für NS-Opfer in Neustadt“, Eberhard Dittus, enormes geleistet. Die Gedenkstätte  soll auf dem ehemaligen Gelände der Turenne-Kaserne entstehen, wo genau vor 80 Jahren die politischen Gegner der Nationalsozialisten inhaftiert wurden. Daher wird der 10. März 2013 und die Errichtung der Gedenkstätte in Neustadt ebenfalls in die Geschichte eingehen.

Genau am 10. März 1933 fand nämlich die „Machtergreifung“ Hitlers und der Nationalsozialisten statt, wo die erste Verfolgung der politischen Gegner begann. Denn genau an diesem 10. März 1933 wurden auch die Personen in der Turenne-Kaserne inhaftiert, die sich gegen das Nazi-Regime auflehnten. Lange Zeit war dies in Neustadt in Vergessenheit geraten.

Die erste Spurensuche begann mit Eberhard Dittus, Gemeindediakon von Neustadt, der mit seinen Konfirmanden der Martin-Luther-Kirchgemeinde im Jahre 1995 ein Projekt unter dem Motto: „Das Geheimnis der Versöhnung ist die Erinnerung“ startete. Ziel war, die Gründe der Zerstörung des Judentums in Deutschland herauszufinden. Hierzu mussten die Jugendlichen 36 Stationen in Neustadt auskundschaften. Eine Station war die Nummer 8, die Turenne-Kaserne, die von den Nazis als „Nachrichten-Kaserne“ genutzt wurde. Zum Zusammentragen stellte das Neustadter Stadtarchiv Grundinformationen zur Verfügung, die aus dem Jahre 1933 stammten. Die Überraschung der Schüler sei groß gewesen, als sie in diesen Dokumentationen zum ersten Mal vom „Konzentrationslager“ in Neustadt gelesen hätten, berichtete Dittus. Der Verantwortliche des Neustadter Stadtarchivs, Rolf Schäder, konnte weitere Dokumente zur Verfügung stellen. Daraus sei dann eine Broschüre mit dem Titel „Neustadt an der Haardt 1933 – 1945 – Stätten des Leidens, der Verfolgung, des Terros und Widerstandes“ entstanden. Nach der Verfassung der Broschüre sei dann das Thema zunächst beendet gewesen.

Erst im Jahre 2000 habe ihn die Thematik wieder beschäftigt, als eine ältere Dame sich bei ihm meldete,  teilt Dittus weiter mit. Sie war die Tochter eines ehemaligen Häftlings, der von den Nazis in das Neustadter Konzentrationslager gesperrt wurde. Im Nachlass ihres Vaters habe sie eine „Häftlingsliste“ mit mehr als 300 Namen gefunden, die Opfer des Nazi-Regims wurden. Schnell reifte dann der Gedanke in Dittus, mit der Spurensuche weiterzumachen und über eine Gedenkstätte auf dem ehemaligen Turenne-Gelände nachzudenken. Erste Gespräche mit dem Besitzer der Kasernenanlage, der Hornbach-Holding hätten zunächst zu keinem Ergebnis geführt, weil dem damals zuständigen Geschäftsführer nicht klar gewesen sei, ob sich eine Gedenkstätte in ein wirtschaftliches Konzept des Unternehmens einfügen lasse.

Erst im Jahre 2009, nach einem erneuten Versuch den Kontakt mit der Konzernleitung aufzunehmen, konnte die Arbeit von Eberhard Dittus im Zuge seiner Dekanatstätigkeit in Neustadt fortgesetzt werden und der Förderverein „Gedenkstätte für NS-Opfer in Neustadt“ gegründet werden. Mit der Gründung des Vereins in den Räumen der Hornbach-Holding konnte dann auch der Vorstandsvorsitzende, Albrecht Hornbach als Sponsor gewonnen werden. Die Weichen waren damit gestellt.

Auch die beiden Neustadter Historiker Stefan Jamin und Paul Habermehl konnten mittlerweile viele Fakten zusammen tragen. Jamin konnte sogar mehr als 500 Namen von Personen aus mehr als 80 Pfälzer Gemeinden ausfindig machen. Jamin ist auch sicher, dass die frühen Konzentrationslager wie Osthofen und Neustadt eine wichtige Rolle zur schnellen Durchsetzung der Machtinteressen gespielt haben. So weiß der Historiker auch, dass der 180 Quadratmeter große separate Anbau vor den Toren der Kaserne, der jetzt für die Ausstellung genutzt werden soll, für einen verschärften Arrest gedient hat.

Vorgesehen ist der stufenweise Ausbau der Dauerausstellung. Zur Finanzierung steuert die Stadt Neustadt 30.000 €, das Land 45.000 € und die Hornbach-Holding 50.000 € bei. 38.000 € muss der Verein als Eigenleistung aufbringen. Der Förderverein hat bereits 110 Mitglieder, darunter 25 Städte, Verbandsgemeinden und Gemeinden, Kirchengemeinden, Dekanate, Vereine und Unternehmen. Vorsitzender des Kuratoriums ist der ehemalige Speyerer Oberbürgermeister Werner Schineller.

Offen ist die Ausstellung für Schulen, Gruppen und Einzelpersonen nach vorheriger Anmeldung. Gesucht werden weitere Ehrenamtliche, damit möglichst viele Öffnungszeiten angeboten werden können.

Näheres unter www.gedenkstaette-neustadt.de. Anmeldung unter Tel.Nr. 0175/8216661 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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