23 | 07 | 2019
Hinweis
  • Fehlende Zugriffsrechte - Datei 'http:/www.nachrichten-regional.de/images/stories/Anzeigen/hautnah.jpg'

WERBE-LINKS:

Hier könnte Ihre
Werbung stehen!

Rufen Sie uns an und
sichern Sie sich
Frühbucherpreise!

06324-981504

DRK-Schwesternschaft: Oberin Heike Diana Wagner zieht nach einem halben Jahr positive Bilanz

Bewertung:  / 32
SchwachSuper 
Im Fokus: Medizin und Pflege sollten gleichberechtigt sein
 
von Karin Hurrle
 
Oberin Heike Wagner von der DRK-Schwesternschaft Rheinpfalz-Saar e.V. mit Sitz in Neustadt an der Weinstraße zieht nach einem halben Jahr im Amt eine positive Bilanz.  Am 1. September 2018 hatte sie Oberin Leonore Galuschka abgelöst, die fünfzehn Jahre Vorsitzende der DRK-Schwesternschaft war. Wagners erklärtes Ziel: „Die Schwesternschaft zukunftssicher aufstellen“. Neben dem Fokus auf die eigene Organisation möchte sie die Kompetenzen der Schwesternschaft nutzen, um grundlegende Fragestellungen in der Pflege anzugehen. Ihren Job findet sie aufregend, erzählt Heike Wagner in einem Gespräch mit NACHRICHTEN REGIONAL. Eins ihrer großen Ziele sei, die Beziehung zu den Mitgliedern durch persönliche Besuche zu intensivieren und ein offenes Ohr für Wünsche und Anregungen zu haben. Dafür nimmt sie sich nicht nur viel Zeit, sondern nimmt auch einige Kilometer in Kauf, um die Mitglieder von Hachenburg bis nach Mettlach aufzusuchen. Durch aktive Ansprache potenzieller Nachwuchskräfte gegen Fachkräftemangel vorzugehen, ist eine weitere Aufgabe, die ihr wichtig ist. Dabei setzt die Schwesternschaft auch auf Kooperationen, um für die Krankenpflegeausbildung zu werben. Was sich die Oberin für die Zukunft alles vorgenommen hat, konnte NACHRICHTEN REGIONAL in einem sehr offenen und persönlichen Interview von ihr erfahren:
 
Frage 1
Sie sprühen gerade so vor Ideen, die sie in ihrer neuen Aufgabe als Oberin der DRK Schwesternschaft verwirklichen wollen. Was ist Ihnen gerade jetzt so wichtig?
 
Die über 140 Jahre unserer Geschichte haben viele Änderungen gebracht, und auch jetzt stehen wir vor Veränderungen. Es ist meine Kernaufgabe, Schwesternschaft dafür aufzustellen. Deshalb ist es mir beispielsweise wichtig, persönliche Gespräche mit den Gestellungspartnern zu führen, in deren Einrichtungen unsere Rotkreuzschwestern im Einsatz sind. Auch in etablierten Strukturen finde ich es zentral, seine Partner zu kennen, Bedürfnisse und Fragen auf dem kurzen Dienstweg klären zu können. Wir arbeiten gemeinsam für ein Ziel – hochwertige Pflege durch zufriedene Pflegekräfte. Mit dem Verband der Schwesternschaften in Berlin haben wir zudem eine starke Organisation, die sich berufspolitisch für uns und die Interessen der Pflege einsetzt. 
Darüber hinaus muss Schwesternschaft lebendig bleiben, und das bedingt, dass sich unsere Mitglieder zuhause fühlen, sich mit Schwesternschaft identifizieren und den Mehrwert sehen, den die Mitgliedschaft ihnen bringt. Deshalb lege ich viel Wert darauf, unsere Mitglieder persönlich kennen zu lernen, ihre Wünsche zu hören. Gemäß unserem demokratischen Prinzip treffen wir Entscheidungen gemeinsam. Wir als Schwesternschaft sind da, wenn es Probleme gibt oder wir bei Veränderungen begleiten können, und das muss bei den Mitgliedern ankommen. Darum werde ich mich verstärkt bemühen. Und nicht zuletzt habe ich natürlich die Zahlen im Blick, denn auch eine gemeinnützige Organisation muss wirtschaftlich arbeiten.
 
Frage 2
Sie haben damit begonnen, den persönlichen Kontakt mit den Mitgliedern aufzubauen. Dafür reisen Sie quer durch die Region bis hin ins schöne Saarland. Wie schaffen Sie das alles, wo doch gerade jetzt in Neustadt am Anfang Ihrer Tätigkeit sicherlich viel organisiert werden muss?
 
Ich bin Vorsitzende der Schwesternschaft, aber ich mache nicht alles alleine (lacht). Als demokratisch organisierter Verein haben wir einen gewählten Vorstand aus kompetenten Mitgliedern, der die Geschicke der Schwesternschaft mit steuert, Anregungen einbringt und Aufgaben übernimmt. Dazu haben wir qualifizierte Frauen auf den wichtigen Positionen
unserer eigenen Einrichtungen, die eigenständig ihre Bereiche leiten. Natürlich bin ich im Austausch mit den Führungskräften und meinem Team im Mutterhaus und strebe auch einige Neuerungen an, doch grundsätzlich halte ich viel von Eigenständigkeit. Und zur Not gibt es ja die wunderbaren Möglichkeiten der modernen Kommunikation.
 
Frage 3
Sie haben erzählt, dass Ihnen die Krankenpflegeausbildung ganz wichtig ist. Dazu besuchen Sie nicht nur die Schule in Hachenburg, in der die Krankenschwestern ausgebildet werden, Sie kämpfen auch mit „Herzblut“ für die Sache. Wie ist hier die Resonanz auf künftige Pflegeberufe?
 
Glücklicherweise verzeichnen wir nach wie vor hohe Bewerberzahlen, was ich nicht zuletzt dem guten Ruf unserer Schulen und dem Engagement der handelnden Personen zuschreibe. Doch die Zeiten, in denen sich dutzende von Bewerbern um einen einzigen Ausbildungsplatz bemüht haben, sind definitiv vorbei. Und leider stellt sich auch bei einigen Schülern während der Probezeit heraus, dass der Beruf fachlich oder menschlich nicht der Richtige ist, sodass wir uns von diesen leider trennen müssen. Ansonsten muss man differenzieren: Im Rotkreuzstift sind wir an der Obergrenze des Machbaren, wenn wir den Azubis gerecht werden wollen; die einjährige Krankenpflegeausbildung in Saarlouis dagegen wurde erst kurzfristig ins Leben gerufen, sodass wir dort noch Restplätze zu vergeben haben. Angesichts des sich verschärfenden Fachkräftemangels würden wir uns grundsätzlich natürlich über noch höhere Bewerberzahlen freuen – der Mensch ist halt nie zufrieden (zwinkert).  
 
Frage 4
Sie bieten also seit kurzem zusätzlich zur dreijährigen Ausbildung, die mit Examen abschließt, auch eine einjährige Ausbildung an. Wie muss man sich dies vorstellen?
 
Wir halten uns an die gesetzlichen Vorgaben. Bei der einjährigen Ausbildung handelt es sich um den Abschluss Krankenpflegehelfer/in oder Altenpflegehelfer/in. Bei diesen Ausbildungsberufen ist das Tätigkeitsprofil im Vergleich zur dreijährigen Ausbildung zur examinierten Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. -pfleger oder der examinierten Altenpflegerin bzw. -pfleger eingeschränkt, dafür ist der Zugang auch mit Hauptschulabschluss möglich. Die einjährige Ausbildung zur Krankenpflegehelferin / -helfer bieten wir erstmals dieses Jahr an der Schule für Gesundheitsberufe am DRK-Krankenhaus Saarlouis an. Zum Altenpflegehelfer kann man sich in unseren Einrichtungen der Altenpflege ausbilden lassen. Aktuell ist es rechtlich möglich, nach der Ausbildung zur Krankenpflegehelferin / -helfer mit verkürzter Ausbildungsdauer in den Kurs zum examinierten Gesundheits- und Krankenpfleger/in einzusteigen. Durch die kommenden Änderungen durch das Pflegeberufegesetz müssen wir dann weitersehen, die Anerkennung als Zugangsvoraussetzung wird wohl erhalten bleiben. Und für sich allein qualifiziert der Abschluss natürlich für Stellen im Pflegebereich. 
 
Frage 5
Ihre Schwesternschaft deckt auch den Demenzbereich für Ihre älteren Bewohner ab. Wie sind hier Ihre Erfahrungen mit diesen Menschen und auch mit deren Angehörigen?
 
Damit sprechen Sie sicher unser Angebot für demenzkranke Menschen und deren Angehörige, die wöchentliche KaffeePause, sowie das Demenzkonzept unseres Rotkreuzstifts an. Hier gebührt das Lob unseren kompetenten Fachkräften im täglichen Einsatz und der Leitung, sowohl im Rotkreuzstift als auch im ambulanten DRK PflegeService. Das Demenzkonzept ist auf Initiative des Rotkreuzstifts entstanden und in der Fertigstellung, praktisch findet bereits eine sinnvolle Zusammenarbeit mit den beteiligten Institutionen statt. 
 
Über die KaffeePause möchten wir demenzkranken Menschen einen Nachmittag in Wohlfühlatmosphäre bieten, mit spezifischen Angeboten wie Singen oder dem Trainieren alltagspraktischer Fähigkeiten. Vor allem sollen aber auch die pflegenden Angehörigen durch die freie Zeit entlastet werden, denn diese sind oft vierundzwanzig Stunden am Tag für ihre Lieben da. Wir freuen uns, dass das Angebot rege genutzt und durch ehrenamtlich Tätige unterstützt wird.
 
Frage 6
Sie haben erzählt, dass Sie Kooperationen mit Schulen und Gemeinden pflegen und an Projekten wie Care for Future teilnehmen, um junge Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern. Wie sieht dies in der Praxis aus?
 
Die DRK-Schwesternschaften sind einer der größten Ausbildungsträger für Gesundheitsberufe in Deutschland. Wir selbst sind Ausbildungsträger für die Schule für Gesundheitsberufe am DRK-Krankenhaus Saarlouis, das Bildungszentrum am DRK-Krankenhaus Hachenburg und der Schule für Pflegeberufe am DRK-Krankenhaus Kirchen. Darüber hinaus pflegen wir Ausbildungskooperationen mit weiteren Kliniken. Altenpflege wird im Rotkreuzstift, in den Gästehäusern im Saarland und der DRK Klinik Mettlach für Geriatrie und Rehabilitation gelehrt.
 
Neben einer qualitativ hochwertigen Ausbildung, bei der wir auf den Einzelnen achten, ist es wichtig, jungen Menschen eine realistische Vorstellung von Pflege zu geben. Unser Berufsstand sieht sich jeden Tag Herausforderungen gegenüber, aber wir erleben auch viel Schönes. Vor allem geht das Tätigkeitsspektrum weit über Bettenschieben hinaus. Ich kenne keinen anderen Beruf, in dem Sie so viele Möglichkeiten haben, sich weiter zu entwickeln (gestikuliert lebhaft). Sie können handwerklich arbeiten, technisch, medizinisch, sich in Psychologie weiterbilden oder ihre sozialen Kompetenzen einsetzen. Sie tragen Verantwortung und bewahren den ganzheitlichen Blick auf die Gesundheit eines Menschen. Dafür möchten wir durch Projekte wie care4future, bei dem Schülern ein Einblick in den Pflegealltag ermöglicht wird, oder Kurzpraktika in Zusammenarbeit mit den Gemeinden, Messebesuche und Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit die Augen öffnen. Sie merken, ich bin immer noch großer Fan meiner Branche (lacht).
 
Frage 7
Sie haben auch einen ambulanten DRK Pflege-Service, den Sie ausbauen wollen. Welche Angebote fallen in diesen Bereich?
 
Unser DRK-PflegeService bietet verlässliche Pflege am vertrauten Ort, individuell und bedarfsgerecht. Unser Ziel ist es, kompetente, persönliche und abgestimmte Unterstützung zu bieten. Das kann der Besuch alle zwei Wochen für Haushaltstätigkeiten sein, die alleine nicht mehr bewältigt werden können, oder auch mehrmals am Tag professionelle Pflegeleistungen durch ausgebildete Fachkräfte. Die Aufgaben reichen von der Grundpflege wie Hilfe bei den Mahlzeiten über die von der Krankenkasse anerkannte Behandlungspflege wie die Verabreichung von Spritzen und umfasst auch die hauswirtschaftliche Versorgung nach Bedarf. Dabei ist uns eine regelmäßige Abstimmung mit dem behandelnden Arzt und den beteiligten Personen wichtig. So werden die Angehörigen entlastet, der Leistungsnehmer erhält passgenaue Unterstützung – für ein möglichst selbstbestimmtes Leben. Aktuell suchen wir übrigens noch examinierte Pflegeprofis, um unseren Service in Neustadt auszubauen.
 
Frage 8
Eine letzte Frage noch an Sie persönlich: Wenn ich mich bei Ihnen im Haus so umschaue, merke ich, dass das Personal sehr kompetent, freundlich und auch motiviert ist. Ist das ein Zeichen eines kameradschaftlichen Führungsstils? Und wie schafft man es, das Personal auch in schwierigen Phasen bei Laune zu halten?
 
Danke. Bei uns ist auch nicht immer alles eitel Sonnenschein. Die Mitarbeiter hier haben streckenweise alle Hände voll zu tun, da die letzten Jahre viele Neuerungen gebracht haben und manches komplizierter wurde. Als gemeinnützige Organisation gehen wir verantwortungsbewusst mit unseren Ressourcen um, auch im Hinblick auf die personelle Ausstattung. Ich bemühe mich, für die Mitarbeiter ein offenes Ohr zu haben und bin dankbar für ihre Ideen und Verbesserungsvorschläge. Vor allem aber sind wir uns alle der Verantwortung bewusst, die wir tragen, und stehen für unsere Sache ein. Vermutlich ist es diese Einstellung, die Sie gespürt haben, und die ich meinen Mitarbeitern hoch anrechne. 
 
Nachrichten Regional dankt Oberin Heike Diana Wagner für den freundlichen Empfang im Neustadter DRK-Scnhwesternhaus und wünscht ihr für die Zukunft weiterhin viel Erfolg bei ihrer Arbeit!!
 

1. FC 08 Haßloch

partnerdervereine.de
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen OK- Einverstanden