„Wie werden Meinung und Demokratie gesteuert?“

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Kategorie: LUDWIGSHAFEN
Veröffentlicht am Freitag, 01. Februar 2019 11:46
Vortragsvideo (München 2017) von Prof. em. (Psychologie Kiel) Rainer Mausfeld - Am 14. Februar im ver.di-Gewerkschaftshaus Ludwigsahafen
 
Attac Ludwigshafen lädt für Donnerstag, den 14.02.2019, 19.30 Uhr ins ver.di- Gewekschaftshaus, Kaiser-Wilhelm-Str. 5, 67059 LU, unweit Bahnstation LU-Mitte und Rheingalerie zu einem Vortragsvideo "Wie werden Meinung und Demokratie gesteuert" von Prof. em. (Psychologie Kiel) Rainer Mausfeld nach seinem Buch: "Warum schweigen die Lämmer? ein und "Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören". Bei unserer nach Überwindung des Nazi-Faschismus ursprünglich hoffnungsvollen parlamentarischen Demokratie der Nachkriegsära handelt es sich heute nur noch um eine Illusion von Demokratie. Sie wurde durch den Neoliberalismus im Interesse ökonomisch potenter Kreise mit staatlichen Organisationsstrukturen verschmolzen (s. „Drehtüreffekt“), der Rechenschaftspflicht entzogen, verfremdet und reduziert, heißt es weiter in der Einladung. Wesentliche Techniken hierbei sind aktives Meinungs- und Empörungsmanagement sowie wirtschaftlicher Druck mittels Prekarisierung immer größerer Teile der Bevölkerung und Abstiegsängste bei den übrigen. 
 
Im Einzelnen: mit den Lämmern sind die geduldigen Bürger gemeint, die sich nahezu wehrlos zur Schlachtbank führen, d.h. ausbeuten und manipulieren lassen. Die repräsentative Demokratie wurde durch den Neoliberalismus umgestaltet zu einem Mittel zur Herstellung kaum noch abwählbarer Machtverhältnisse. Diese sind weitgehend öffentlich unsichtbar als Interventions-und Subventionsapparat für die Vermögenden, nicht für unsere wichtigen Mittelstandsunternehmen. Die heutige repräsentative Demokratie kann man verstehen als Oligarchie und System der organisierten Unverantwortlichkeit. Systemimmanent sind korruptionsähnliche Einflüsse (Parteispenden, Lobbyismus und Auslagerung öffentlicher Aufgaben an profitorientierte private Dienstleister).
 
Der Neoliberalismus betrachtet nach Aussagen führender Vertreter weltweit die Demokratie als größtes Hindernis zur Durchsetzung seiner Profitinteressen (s. private Schiedsgerichte). Das Ziel ist, die Idee der Demokratie als notwendige Illusion zu erzeugen, um Stabilität des Status quo in der Bevölkerung zu erreichen Als Voraussetzung für diese Illusion von Demokratie sieht man eine weitgehend entpolitisierte und in Apathie und Zynismus gefangene Bevölkerung an.
Die gezielt hierfür eingesetzten Techniken sind: Apathie-Induktion durch Belastung, systematische Ablenkung, Informationsüber-flutung, Konsumismus und intensive Werbung, aktives, kaum bemerktes Meinungsmanagement, Abstumpfung, Astroturfing, Neusprech, Empörungsmanagement.
 
Ethisch hochproblematisch: die American Psychological Association (APA), stand zeitweise im Dienst der CIA, u.a. zur Erforschung „weißer Folter“, befaßte sich mit den Techniken des manipulativen Meinungsmanagements. Zusammenfassend ist aus Sicht der neoliberalen Eliten maximal eine von Experten gelenkte „Zuschauerdemokratie“ akzeptabel. Echte Partizipation ist unerwünscht. Man geht davon aus, daß Meinungsmanagement in vielen Fällen billiger ist als Gewalt, Bestechung oder andere Techniken. Wo das nicht genügt, gibt es massive finanzielle Unterstützung für erwünschte Systemwechsel oder unverhüllte militärische Gewalt wie in Vietnam oder im Irak. Ungeschminkt wird das enthüllt durch einen ehemaligen Insider—John Perkins: „Bekenntnisse eines Economic Hit Man“.
 
Ort der Veranstaltung:  ver.di- Gewekschaftshaus, Kaiser-Wilhelm-Str. 5, 67059 LU, unweit Bahnstation LU-Mitte und Rheingalerie, Zeit: Do, 14.02.2019, 19.30 Uhr. (red.)
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