23 | 06 | 2018

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Über 10.000 Unterschriften gesammelt – „Lambrecht braucht einen Notarzt“

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Unterschriften für einen Notarztstandort in der VG Lambrecht am Montag an den Rhein-Pfalz-Kreis übergeben

Im Zuge der Verlegung des Bereitschaftsdiensts der Kassenärztlichen Vereinigung nach Neustadt fiel der Notarztstandort in Lambrecht weg. Die Notarztver-sorgung erfolgt seitdem aus  Neustadt, wo das Het-zelstift die Betreuung der Verbandsgemeinde Lambrecht mit übernommen hat. Das Tal ist damit seit dem 1. Juli in Notfällen nicht mehr ausreichend ver-sorgt, so die einvernehmliche Meinung von Ver-bandsgemeinde, Anwohnern und Ärzten im Tal. Auch der Landrat des Kreises Bad Dürkheim, Hans-Ulrich Ihlenfeld, sieht die momentane Situation in Lambrecht kritisch. Der Wunsch: Der Notarztstandort soll wieder eingerichtet werden. Dafür wurden sowohl in Lambrecht als auch in Neustadt, Haßloch und der Verbandsgemeinde Deidesheim durch die Verbandsgemeinde Lambrecht und die Landtagsabgeordnete Brigitte Hayn Unterschriften gesammelt.

Am Montag haben die Notärzte Benny Benker und Hartmut Bauer, Bür-germeister Manfred Kirr, Brigitte Hayn, Hans-Ulrich Ihlenfeld und zahlreiche Vertreter aus der Verbands-gemeinde Lambrecht die Unterschriften an die zuständige Rettungsdienstbehörde, den Rhein-Pfalz-Kreis mit Landrat Clemens Körner, übergeben.  11.200 Unterschriften sind zusammen gekommen. 

„Ich dachte immer, dieses Thema sei weit weg, ich hätte nie gedacht, dass es bei uns im Ballungsraum problematisch sein könnte“, sagte Clemens Körner. Er verwies darauf, dass Gespräche mit den Krankenkassen laufen und sich auch der Rhein-Pfalz-Kreis um die Notarztversorgung im Tal sorge. Die Unterschriftenliste, so versicherte er, werde er nach Mainz tragen. Denn: Eigentlich war geplant, die Liste Innenminister Roger Lewentz zu übergeben. Dessen Ministerium verwies jedoch auf die Zuständigkeit des Rhein-Pfalz-Kreises.

Derweil laufen Gespräche mit den Krankenkassen, am Dienstag fand in Neustadt ein Austausch zwi-schen Vertretern der Krankenkassen, dem Hetzelstift und dem Ärztlichen Leiters des Rettungsdiensts statt. Laut Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld ist das Ziel, den Notarzt-Dienst an das Hetzelstift anzubinden, aber einen eigenen Notarzt in der Verbandsgemeinde Lambrecht zur Verfügung zu stellen. „Ich bin zuver-sichtlich, dass wir bald wieder einen Notarzt im Tal haben. Die Krankenkassen zeigten sich bisher auf-geschlossen“, so der Landrat.

An Ärzten mangelt es im Tal nicht: Die Notärzte, die schon zuvor für Lambrecht zuständig waren, würden gerne wieder einen Standort in der Verbandsge-meinde einrichten, auch ein Fahrzeug sei vorhanden, so Benny Benker. Das Problem sei die Frage der Fi-nanzierung. Krankenkassen und das Land Rhein-land-Pfalz sagten in Gesprächen, dass sie selbst von der Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung überrascht gewesen seien, es hätte keine Absprache im Vorfeld stattgefunden. Laut Ihlenfeld haben die Kassen aber signalisiert, dass sie „ihren Beitrag“ leis-ten wollten.



Hintergrund:

Die Ausgangslage: Bis Ende Juni diesen Jahres be-stand in der Stadt Lambrecht ein Notarztstandort für die Verbandsgemeinde Lambrecht. Infolge der Ver-legung ihres Bereitschaftsdiensts durch die Kassen-ärztliche Vereinigung nach Neustadt (ab 1. Juli) fiel dieser Notarztstandort weg. Das weitläufige Gebiet der Verbandsgemeinde wird seither von Neustadt mitversorgt, was zu sehr langen Anfahrtszeiten führt, sodass die notärztliche Versorgung im Tal nicht aus-reichend gesichert ist. Ein Rückschritt für die Bewoh-ner. Die für den Rettungsdienst zuständige Kreisver-waltung des Rhein-Pfalz-Kreises hatte von der Kas-senärztlichen Vereinigung zunächst keine ausrei-chende Begründung erhalten, weshalb der Standort Lambrecht weggefallen ist.

Seither laufen Gespräche zwischen allen Beteiligten. Im Tal und in den Orten, die durch den Wegfall des Standorts ebenfalls benachteiligt werden (Neustadt, Haßloch und die Verbandsgemeinde Deidesheim, da der bisher ausschließlich für sie zuständige Notarzt nun das Tal ebenfalls versorgt) wurden Unterschrif-ten gesammelt.
In einem Brief wandte sich der Landrat des Kreises Bad Dürkheim, Hans-Ulrich Ihlenfeld, im Juli an Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz. Da der Rettungsdienst originäre Aufgabe des Landes ist, bat er, die notärztliche Versorgung im Lambrechter Tal im bisherigen Umfang sicher zu stellen. Im Sep-tember antwortete der rheinland-pfälzische Innenmi-nister Roger Lewentz auf diesen Brief.

Der Minister zeigte Verständnis für die Situation in der Verbandsgemeinde Lambrecht, verwies aber auf den Rhein-Pfalz-Kreis als zuständige Behörde. Auch zur Unterschriftenübergabe am Montag verwies das Ministerium auf den Nachbarlandkreis.

Lewentz zeigte sich in seinem Brief an Landrat Ihlen-feld positiv: „Wenn bei den anstehenden Verhand-lungen alle drei Parteien, die Ärzte im Lambrechter Tal, die Krankenkassen und die Kreisverwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises aufeinander zugehen, bin ich zuversichtlich, dass eine für die Bevölkerung gute Lösung gefunden werden kann.“

 

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