24 | 09 | 2018

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Der in der Türkei lebende Stefan Pohlit kehrt wieder nach Haßloch zurück

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Interview mit einem Musiker, Komponist, Publizist und Autor – Wer sich für die Arbeit von Stefan Pohlit interessiert, kann sich an unsere Redaktion wenden!!

von Karin Hurrle

Der aus Haßloch stammende Musikdozent und Komponist Stefan Pohlit, der seit 11 Jahren in der Nähe von Istanbul lebt und arbeitete, will wieder in seine Heimat Deutschland und nach Haßloch zurück. Er ist inzwischen mit Ehefrau Fadime, einer Kurdin verheiratet. Seit 2012 arbeitete er an der Technischen Universität (TU) in Istanbul als wissenschaftlicher Assistant Professor in Komposition, bis ihm 2015 fristlos gekündigt wurde, weil ihm ein AKP-naher wissenschaftlicher Bewerber seine Stelle streitig machte. Danach klagte Stefan Pohlit und gewann den Prozess. Weil die TU in Revision ging, wartet nun sein Anwalt, Bora Beller, auf das Urteil. Ob Pohlit das Revisionsverfahren bei den derzeit politischen Spannungen zwischen der Türkei und Deutschland gewinnt, ist allerdings fraglich. Bei einem Erfolg wären ihm lediglich Schadenersatzansprüche sicher, seinen Arbeitsplatz bekäme er sicherlich nicht wieder zurück. Insofern bleibt ihm und seiner Frau nur noch als einzig sicherer Weg, die Rückkehr in sein Heimatort Haßloch, wo auch sein Vater wohnt. Der freut sich schon jetzt, seinen Sohn bald wieder zu sehen. Seine Geschichte hat Stefan Pohlit in einem Interview NACHRICHTEN REGIONAL erzählt.

Stefan Pohlit war bereits vor dem Umzug nach Istanbul mehr oder weniger in der zeitgenössischen Musikszene als Nahostexperte unterwegs und hatte auch Vorträge darüber gehalten. Er hatte zuvor in Saarbrücken, Basel, Lyon und Karlsruhe studiert und seit 1999 Arabisch und Türkisch gelernt, davon teilweise in Tunis. Dazwischen ist er viel gereist. 2004 war er zwei Monate in der Programmabteilung des Goethe-Instituts in Kairo, u.a. als Islam-Wissenschaftler beschäftigt. Nachdem er 2005 sein Konzertexamen bei Wolfram Rihm in Karlsruhe beendete, ohne Promotion keine berufliche Zukunft in Deutschland fand, weil das akademische System überall amerikanisiert wurde, fand er über Umwege und Annäherungen an Universitäten in London, letztendlich den Weg nach Istanbul, wo er sich musikalisch besser auskannte. Am englischsprachigen Musikforschungszentrum MIAM der TU Istanbul war Stefan Pohlit Doktorrand, wo er auch am Staatlichen Konservatorium in Ankara zeitweise beschäftigt war. Dort wurde ihm der Aufbau eines neuen Studienprogramms für zeitgenössische Musik übertragen. 2011 war er auch Spitzenkandidat für den Post-Doc in Musik an der Columbia University in New York, musste aber aussortiert werden, weil die Uni kein Geld hatte, in für ein Gespräch einzuladen. 2011 konnte er seine Doktorarbeit über das neue Stimmungssystem des berühmten französischen Qanun-Spielers Julien Jalâl Ed-Dine Weiss unter seiner Zusammenarbeit letztendlich abschließen. Danach ging Stefan Pohlit in die USA, kehrte aber nach kurzer Zeit wieder zurück in die Türkei, weil ihm vom Direktor des MIAMS eine Stelle am Konservatorium für Türkische Musik angeboten wurde.

Entsprechend seiner Ausbildung, Komposition, Musiktheorie und Musikethnologie, hat Stefan Pohlit während seiner beruflichen Laufbahn auch an der Musikhochschule in Karlsruhe und an den Staatlichen Konservatorien Ankara, Eskisehir und Istanbul (TU) als Kompositions- und Theorielehrer gearbeitet. Bis zu seiner Kündigung an der TU in Istanbul hatte Pohlit mindestens einmal im Jahr einen bezahlten Kompositionsauftrag, zum Beispiel 2012 vom SWR-Symphonieorchester Stuttgart. Seit letztem Jahr ist er von einem neuen Verlag in Berlin vertreten, der Edition von Juliane Klein, die sich wieder intensiver um seine Werke bemüht. Pohlit war außerdem als Berater und Kurator an mehreren Musikprojekten beteiligt, immer im Kontext interkulturellen Verständigung. Seit 2005 ist Stefan Pohlit auch publizistisch tätig und veröffentlichte mindestens einen akademischen Artikel pro Jahr. Er äußert sich mittlerweile mehr und mehr zu Nahost-Themen, also jenseits der Musik. Einem wirklich aufwändigen Projekt, seinem ersten Roman, will er sich nach seiner Rückkehr nach Deutschland zuwenden, wovon er sich viel verspricht und an dem er bereits seit 2011 arbeitet. Dieser Roman spielt im Milieu der Istanbuler Prinzeninseln, wo Stefan Pohlit nach eigenen Erzählungen sieben Jahre lebte. Dort hat er auch seine Ehefrau Fadime kennengelernt. Pohlit hat extrem detailliert recherchiert, worüber auch die türkische Presse („Yeniyüzyil“ und „Milliyet“) berichtete. Der Autor würde sich riesig freuen, auch einen Verlag in Deutschland für seinen Roman zu finden.

Über seine Ehefrau Fadime verrät der Autor seines Romanes folgendes:
Fadime stammt aus einer kurdisch sprechenden, alevitischen Minderheit in Elbistan in Ostanatolien. Ihre Vorfahren sind alevitische Geistliche – sogenannte Dede-s. Sie verfügen über ihre eigene Musiktradition. Manche von ihnen würden sogar als Heilige verehrt. Fadime hat an der Trakya-Universität in Edirne Physik studiert. Sie war dort lange als Sekretärin im Rektorat angestellt und hat danach, weil es für Wissenschaftler in diesem Fach in der Türkei kaum Perspektiven gibt, in den Lehrerberuf gewechselt. In türkischen Gymnasien hat sie dann viele Jahre Physik und Mathematik unterrichtet. Weil die Situation für Lehrbeauftragte aber sehr unsicher bleibe, hat sie sich schließlich dazu entschlossen, als Schatzmeisterin/Kassenwartin für die Post zu arbeiten, wo sie  auch beamtet wurde. Dort war sie dann seit 2008 angestellt, das heißt, wo sie mit Vollendung von zehn Jahren im Sommer eine kostenlose Beurlaubung beantragen kann, ohne ihre Rente zu verlieren. Fadime spricht noch kein Deutsch. Sie würde die deutsche Sprache gerne bei der Rückkehr ihres Ehemannes nach Deutschland lernen und wenn möglich, auch gerne in Deutschland weiter studieren.

Wer Interesse an der Arbeit von Stefan Pohlit hat, wenn er wieder in Deutschland zurück ist, kann sich mit der Redaktion von NACHRICHTEN REGIONAL unter folgenden Adressen in Verbindung setzen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und Tel.Nr. 06324/981504 sowie Mobil: 0170/2784 150.

Foto: Stefan Pohlit privat

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