08 | 12 | 2019
Hinweis
  • Fehlende Zugriffsrechte - Datei 'http:/www.nachrichten-regional.de/images/stories/Anzeigen/hautnah.jpg'

WERBE-LINKS:

Hier könnte Ihre
Werbung stehen!

Rufen Sie uns an und
sichern Sie sich
Frühbucherpreise!

06324-981504

Ermittlungen nach Insolvenz der „Lauffenmühle GmbH“ - Staatsanwaltschaft prüft „Nebengeschäfte“ eines Firmenchefs

Bewertung:  / 4
SchwachSuper 
Nach Recherchen vom SWR handelt es sich um das Schlichtemittel "PVA 66" die in der Textilindustrie verwendet werden
 
Mainz. Bei ihren Ermittlungen im Fall der Insolvenz der traditionsreichen Textilfirma Lauffenmühle in Lauchringen (Landkreis Waldshut) prüft die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen auch die „Nebengeschäfte“ eines Firmenchefs. Nach Informationen des Südwestrundfunks (SWR) gab es bei Zeugenbefragungen entsprechende Nachfragen seitens der Ermittler. Dabei geht es um eine Firma, die der Geschäftsführer parallel zur Lauffenmühle GmbH betreibt. Über die Firma verkaufte der Geschäftsführer nach Recherchen des SWR so genanntes Schlichtemittel an die Lauffenmühle GmbH. Dabei handelt es sich um einen chemischen Stoff, der beim Webprozess eingesetzt wird. Interne Dokumente, die dem SWR vorliegen, legen den Verdacht nahe, dass dieser Stoff zu erhöhten Preisen an die Lauffenmühle weiterverkauft worden sein könnte und der Geschäftsführer womöglich davon profitiert hat. 
 
Es geht unter anderem um das Schlichtemittel „PVA 66“. Laut Rechnungen und Lieferscheine aus den Jahren 2017 und 2018 verkaufte der Geschäftsführer das Produkt zu einem Kilopreis von € 3,30 an die Textilfirma. Recherchen legen nahe, dass es sich bei „PVA 66“ letztlich um ein Produkt der Firma Kuraray handelt, die ihren Europasitz in Frankfurt/M hat. Kuraray bestätigte dem SWR schriftlich, der von dem Geschäftsführer verlangte Preis erscheine „eher als ein hoher Kilopreis“. Branchenkenner bezeichneten den Preis gegenüber dem SWR als überhöht. Die Unterlagen zeigen zudem, dass Einkäufer der Lauffenmühle das Schlichtemittel zuletzt zu einem Kilopreis von € 2,49 einkaufen konnten. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Firma allerdings bereits Insolvenz angemeldet. 
 
Ein Anwalt der für das Insolvenzverfahren der Lauffenmühle zuständigen Kanzlei sagte dem SWR, man habe bei dem Sachverhalt keine Hinweise auf Unregelmäßigkeiten. Der betreffende Geschäftsführer selbst ließ mehrere Anfragen des SWR unbeantwortet. In Zeitungsberichten war er zuvor mit der Aussage zitiert worden, er habe bereits vor der Gründung einer eigenen Firma für den Einsatz des Schlichtemittels ein Konzept entwickelt, das auf Nachhaltigkeit setze und damit Einsparungen ermögliche. Zudem seien in dem Preis Mitarbeiterschulungen enthalten gewesen. 
 
Ein früherer Betriebsleiter der Lauffenmühle schreibt in einer eidesstattlichen Erklärung, die dem SWR vorliegt, der Geschäftsführer habe dem damaligen Webereileiter 2005 den Einkauf von Schlichtemittel „von heute auf morgen“ entzogen. Seit dieser Zeit sei der Einkauf über die Firma eines Geschäftsfreundes und später über die Firma des Geschäftsführers abgewickelt worden. Die Firma Lauffenmühle habe „mehr als 2,2 Millionen kg“ Schlichtemittel über diesen Vertriebsweg bezogen. Die Firma hätte pro Jahr 120.000 Euro einsparen können, hätte sie das Schlichtemittel auf anderem Weg bezogen.
 
Die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen wollte sich aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht zu dem Vorgang äußern. (red.)
 
 

1. FC 08 Haßloch

partnerdervereine.de
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen OK- Einverstanden