15 | 10 | 2019
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Geteilte Medienlandschaft? NDR Medienmagazin „ZAPP“ mit monothematischer Ausgabe zum Tag der Deutschen Einheit

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Sendung: Mittwoch, 2. Oktober, 23.20 Uhr, NDR Fernsehen
 
Wenn der „Spiegel“ titelt „So isser, der Ossi“ oder die ARD ihren „Brennpunkt“ zur Wahl in Brandenburg und Sachsen unter „Der Osten hat gewählt“ ausstrahlt, steigt in Antonie Rietzschel und Johannes Nichelmann Wut auf. Antonie Rietzschel, geboren in Sachsen und nach Studium und Arbeit im Westen seit zwei Jahren für die „Süddeutsche Zeitung“ in Leipzig, und Jochen Nichelmann, freier TV- und Hörfunkautor in Berlin, sind „Wendekinder“. Sie wehren sich gegen eine pauschale Berichterstattung über „den Osten“ und sehen in den Beispielen einen Beleg dafür, dass die Perspektive auf die neuen Länder immer noch von Klischees geprägt sei. Ihre Beobachtungen gehören zu den Aspekten, die „ZAPP“ 30 Jahre nach dem Mauerfall in einer monothematischen Ausgabe zu ostdeutschen Medienperspektiven aufgreift. 
 
Zudem beleuchtet das NDR Medienmagazin am Vorabend des 3. Oktober auch die Situation direkt nach 1989. Denn kurz nach dem Mauerfall erlebte die DDR eine Art „Pressefrühling“. Mehr als einhundert Zeitungen wurden innerhalb weniger Monate gegründet. Viele von ihnen hießen die „andere“ Zeitung, denn Ziel waren Berichte jenseits von stromlinienförmigen Phrasen und offiziellen Polit-Erklärungen. Voller Idealismus stürzten sich Journalisten in die Zeitungsarbeit, doch der Frühling währte nicht lange: Schnell waren auch die großen Verlage aus Westdeutschland vor Ort und teilten den neuen Absatzmarkt unter sich auf. Jan Peter, Mitbegründer der DAZ („Die andere Zeitung“) in Leipzig, erzählt rückblickend: „Wir haben einfach gar nicht verstanden, mit welcher Wucht und Macht so ein Wirtschaftssystem, das auf so einer Stärke beruht wie der D-Mark und der bundesdeutschen Wirtschaft, diese veraltete DDR hinwegfegt. Und als wir es verstanden haben, war es zu spät.“ Zwei Jahre später waren die meisten kleinen Zeitungen wieder verschwunden. „ZAPP“ erzählt die kaum bekannten Hintergründe auch mit Hilfe von Drehmaterial aus der Wendezeit.
 
Eine sehr erfolgreiche Neugründung gelang viele Jahre später mit „Katapult“. Benjamin Fredrich und sein Team entschieden sich vor vier Jahren entgegen aller Ratschläge der Start-Up-Berater gegen Berlin und für Greifswald. Von dort aus schicken sie ihr hochwertiges Grafikmagazin mittlerweile in den gesamten deutschsprachigen Raum. Bei „Katapult“ lässt sich beobachten, was sonst selten geworden ist auf dem Zeitschriftenmarkt: Wachstum. Benjamin Fredrich: „Viele große Verlage fragen uns, wie macht ihr das? Wir wundern uns, die haben ja Tausend Mitarbeiter und wir 16. Warum fragt ihr uns, wie das geht? Das müsst ihr doch wissen!“ „ZAPP“ porträtiert die Redaktion.
 
„Zapp“: Mittwoch, 2. Oktober, um 23.20 Uhr im NDR Fernsehen und anschließend in der NDR Mediathek . Mehr Infos zur Sendung unter www.NDR.de/zapp (red.)
 

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