22 | 10 | 2019
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Teakholz-Lieferant für die Gorch Fock verwarnt

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Grüne Bundestagsabgeordnete Steffi Lemke wirft den Deutschen Behörden Behördenversagen vor
 
Mainz – Nach Dokumenten, die exklusiv dem SWR vorliegen, hat die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) den Holzimporteur der Gorch Fock für Mängel in seiner Teak-Import-Dokumentation am 12.12.2018 verwarnt. Auf ein Bußgeld verzichtete die Bundesanstalt jedoch. Nach dem deutschen Holzhandelssicherungsgesetz bzw. der europäischen Holzhandelsverordnung EUTR müssen für den Import von Teakholz bestimmte Dokumente vorgelegt werden, die belegen, dass das Holz nicht aus illegalem Einschlag stammt. Im Rahmen einer Sonderprüfung zum Gorch Fock Holz wurden zehn Teakholzlieferungen des Importeurs zwischen Mitte 2017 und Mitte 2018 von den Prüfern der BLE untersucht.  
 
In ihrem Bericht stellen die Prüfer etliche Mängel fest, zum Beispiel: „Bei der im Rahmen der Prüfung gezogenen Stichprobe 1 - Menge: 17,8313 Tonnen - konnten keine ausreichenden Dokumente zum Nachweis der Region des Holzeinschlages bereitgestellt werden.“ Damit fehlt ein wichtiger Teil der Dokumentation. In Myanmar schlagen häufig Banden das wertvolle Teakholz illegal, um es etwa in China zu verkaufen. Die Prüfer bemängeln weiter: „Die dokumentierte Lieferkette beginnt erst an einem Zwischenlager.“ Auch die Einschlagskonzession der zuständigen nationalen Behörde MTE (Myanmar Timber Enterprises) fehle in diesem Fall, so die Prüfer. 
 
Auch die Dokumentation der malaysischen Firma Double Helix, die der Importeur beauftragte, die notwendigen Papiere zu besorgen, wird von den Prüfern bemängelt. In dem Prüfbericht heißt es: „Ein Teil der Dokumente für diese Lieferung vom 19.06.2017 wurde vom MTE Extraction Department aber erst am 10.08.2017 und damit nachträglich erstellt. Auf diesen Dokumenten fehlen außerdem jeweils Stempel und Logo der ausstellenden Behörde. Die Verifizierung durch die Firma Double Helix erfolgte zudem erst am 15.09.2017.“ 
 
Die BLE kommt deshalb in ihrem Bericht zu dem Ergebnis: „Die Verifizierung der Fa. Double Helix vom 15.09.2017 ist (…) nicht ausreichend, um die Legalität des Holzeinschlags nachzuweisen.“
 
Trotz der festgestellten Verstöße kommt die BLE zum Schluss, dass der Importeur – „ausnahmsweise“ - kein Bußgeld bezahlen müsse. Er werde nur verwarnt. Schließlich habe er „sehr umfangreiche Unterlagen vorgelegt“ und war „kooperativ und bemüht (...), noch bestehende Unklarheiten zu beseitigen und (...) rechtskonform zu handeln.“
 
Für die grüne Bundestagsabgeordnete Steffi Lemke ist das ein klares Behördenversagen. Nach der Lektüre der BLE-Unterlagen kommt sie zum Schluss: „Die deutschen Behörden scheinen Unwillens ihre eigenen Gesetze zum Schutz der Wälder durchzusetzen. Kontrollbehörden sprechen lediglich Verwarnungen aus, obwohl die Tatbestände für Strafzahlungen nachgewiesen und dokumentiert sind. Das Signal in die Branche ist verheerend und gleicht einem Freifahrtschein für illegale Importe. Die Bundesregierung muss dringend dafür Sorge tragen, dass kein illegales Raubholz importiert wird. Außerdem braucht es einen Importstopp für Holz aus Ländern mit hohem Korruptionsindex.“
 
Der Importeur äußert sich bisher gegenüber dem SWR nicht zu diesem neuen Sachstand. Als REPORT MAINZ im September 2018 zum ersten Mal über Zweifel an der legalen Herkunft Holzes für die Gorch Fock berichtete, hatte er noch darauf verwiesen, dass er „unter größten Mühen alle erforderlichen Belege beigebracht“ habe.
 
Die Bundeswehr hält weiterhin an der Verwendung des Teakholzes fest. Es liege eine „Überprüfung des durch den Generalunternehmer beauftragten Holzhändlers, die rechtliche Bewertung des Holzeinkaufes sowie die positive Wertung der weiteren Verwendung des Holzes durch die BLE“ vor. Myanmar hat eine der höchsten Entwaldungsraten der Welt. (red.)
 
 
 
 

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