22 | 05 | 2019
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Tierschutzorganisation PETA erweitert Strafanzeige gegen Halter und Reiter des Pferdes "Hyper Hyper"

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Staatsanwaltschaft Mannheim bestätigt Ermittlungsverfahren
 
Mannheim / Stuttgart, 10. Mai 2019 – Behörden ermitteln: Die Staatsanwaltschaft bestätigt gegenüber PETA, unter dem Aktenzeichen 622 Js 15117/19 ein Ermittlungsverfahren gegen die Verantwortlichen im Fall des Ende April getöteten Pferdes „Radmaan“ eingeleitet zu haben. Die Tierschutzorganisation erweitert nun die Strafanzeige auch gegen den Halter und den Reiter des Pferdes „Hyper Hyper“, welches aufgrund eines Schulterbruchs auf der Mannheimer Pferderennbahn beim „Preis der Zahnarztpraxis Dr. Sabine von Falkenhayn“ bereits am 31. März 2019 getötet wurde. Angesichts mindestens vier toter Pferde in Mannheim seit 2016 erneuert PETA seine Kritik an dem Badischen Rennverein Mannheim-Seckenheim e. V. und wirft den Verantwortlichen vor, Pferde im Rahmen der Rennen systematisch zu überfordern und ihr Leben für eine Freizeitveranstaltung billigend aufs Spiel zu setzen. Die Tierschutzorganisation setzt sich für ein Ende des Pferdesports ein.
 
„Auch der Tod von ‘Hyper Hyper‘ war kein Unfall. Der Wallach wurde bereits als Pferdekind mit zwei Jahren für Pferderennen auf der ganzen Welt eingesetzt. Innerhalb kürzester Zeit wurden mit ihm Gewinnsummen von knapp 50.000 Euro erzielt. Für Geld und Prestige wird auf den Rennbahnen das Tierwohl mit Füßen getreten“, so Jana Hoger, Fachreferentin bei PETA. „Der Pferderennsport ist eine auf Tod und Tierquälerei basierende Industrie, die das Leid etlicher Pferde in Kauf nimmt – das muss endlich aufhören!“
 
Hintergrundinformationen
Insbesondere auf der Mannheimer Pferderennbahn kommt es immer wieder zu Todesfällen. So starben dort bereits im März 2017 und im Juni 2016 zwei Tiere. 
 
Laut Paragraf 3 des Tierschutzgesetzes ist es verboten, einem Tier Schmerzen zuzufügen oder ihm Leistungen abzuverlangen, die seine Kräfte übersteigen. Allein im Zeitraum von 2011 bis 2013 sind in Deutschland mehr als 750 Pferde, die an Galopp- und Trabrennen teilnehmen mussten, gestorben. Oftmals werden schon zwei- oder dreijährige Tiere an den Start geschickt, obwohl sie sich noch im Wachstum befinden. Häufige Folgen sind Sehnenschäden und Knochenbrüche, weil der Bewegungsapparat noch nicht richtig ausgebildet ist. Im Galopprennsport sind rund 80 Prozent der Trainingsausfälle auf Lahmheit zurückzuführen. Neben wiederholten Peitschenschlägen werden die Pferde auch durch den Einsatz scharfer Gebisse und weiterer tierquälerischer Hilfsmittel gefügig gemacht. Zudem leiden die bewegungsfreudigen, sozialen Tiere unter der überwiegenden Boxenhaltung ohne Weidegang oder ausreichenden Kontakt zu Artgenossen. PETA ruft alle Tierfreunde dazu auf, keine Veranstaltungen dieser Art zu besuchen.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft. (red.)
 
Foto:
Pferd „Letro“ stürzt und verletzt sich tödlich (Symbolbild: Pferderennen 2016 in Mannheim) / © PETA Deutschland e.V.
 

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