18 | 08 | 2019
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Deutsche Ermittler nehmen zweitgrößten Darknet-Handelsplatz vom Netz

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Empfindlicher Schlag gegen illegalen Online-Handel gelungen - Staatsanwaltschaft wirft den drei Administratoren Beihilfe zum Drogenhandel vor!!
 
Mainz. Nach SWR-Informationen ist deutschen Ermittlern ein empfindlicher Schlag gegen den illegalen Online-Handel im Darknet gelungen. Staatsanwältin Julia Bussweiler von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität in Frankfurt am Main bestätigte dem Sender am Donnerstag: „Der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ist es gelungen, die Betreiber der weltweit zweitgrößten Darknet-Handelsplattform zu identifizieren. Dabei handele es sich um drei deutsche Beschuldigte, die mittlerweile festgenommen worden seien und sich in Untersuchungshaft befänden. 
 
Rund 1,1 Million Nutzer waren auf der Plattform „Wall Street Market“ aktiv. Die Verkehrssprache war zwar Englisch, man konnte aber auch Deutsch als Sprache wählen – für die Ermittler ein erster Hinweis auf mögliche deutsche Täter. Nach monatelangen Ermittlungen des Bundeskriminalamts verdichteten sich die Hinweise auf drei junge Deutsche: Ein 22jähriger aus Kleve, ein 31-jähriger aus Bad Vilbel, und ein 29jähriger aus Esslingen am Neckar. „Die drei Administratoren haben mit dem Betrieb der Plattform Geld verdient“, erklärt Staatsanwältin Bussweiler. „Es gab sogenannte Provisionen und damit haben sie nicht unerhebliche Einnahmen zu verzeichnen gehabt.“
 
2 bis 6 Prozent sollen sie jeweils von den Transaktionen einbehalten haben – mehrere hunderttausend Euro seien so zusammen gekommen. Zuletzt hatten 5.400 Nutzer sich als Vendor, also als Verkäufer registriert, 63.000 Angebote zu Drogen, aber auch zu gestohlenen Kreditkartendaten und Schadsoftware für weitere Cybercrimeangriffe standen bei „Wall Street Market“ online. Offenbar hatten die Betreiber vor allem ihren eigenen Profit im Sinn, denn Waren, bei denen das Risiko der Strafverfolgung noch höher ist als bei Drogen, ließen sie nicht zu: „Es gab schriftliche Vorgaben dazu, welche Dinge auf dieser Plattform verboten waren und dazu zählten unter anderem Waffen, aber auch beispielsweise Kinderpornographie.“ Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Administratoren vor allem die Beihilfe zum Drogenhandel vor -  ein juristischer Umweg, denn bisher ist das reine Betreiben einer solchen Plattform noch nicht strafbar. Eine entsprechende Gesetzesvorlage wird seit vergangenem Herbst im Bundesrat diskutiert. (red.)
 
 

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