20 | 03 | 2019
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Naturschützer warnen vor schadstoffbelastetem Bauschutt in Waldwegen – Aktuelle Fälle in Heilbronn und am Bodensee

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Umweltministerium: Kontrollen sollen verbessert werden - Bericht heute Abend in "Zur Sache Baden-Württemberg" um 20.15 Uhr
 
Stuttgart. Naturschützer warnen vor schadstoffbelastetem Bauschutt in Waldwegen. Nach Recherchen des SWR-Magazins „Zur Sache Baden-Württemberg“ wurde an mehreren Orten in Baden-Württemberg problematischer, möglicherweise belasteter Bauschutt in Waldwegen verbaut. Zuletzt haben Umweltschützer aufgedeckt, dass Abrissmaterial in Wäldern um Heilbronn entsorgt wurde, dass mit PCB und PAK belastet ist. PCB (Polychlorierte Biphenyle) und PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) gelten als krebserregend. „Zur Sache Baden-Württemberg“ berichtet am 10. Januar 2019 um 20:15 Uhr über das Thema. 
 
Mehrere Waldwege südlich von Heilbronn waren vor einigen Monaten auf rund einem Kilometer Länge mit Bauschutt-Material befestigt worden. Laut Landratsamt wurden bei „Zaberfeld“ und „Beilstein“ mehr als 1.000 Tonnen Bauschutt in den Untergrund mehrerer Waldwege gekippt, um diese zu befestigen. Das ist laut Gesetz unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Allerdings muss das Abrissmaterial sortiert und aufbereitet sein. Zudem sollte es schadstofffrei sein. Recyclingunternehmen führen diese „Waldwegsanierungen“ meist kostenlos durch und liefern dafür das nötige Material – aus Bauschutt. So war es auch im aktuellen Fall. 
 
Krebserregende Schadstoffe gefunden 
 
Ein lokaler Umweltschützer und der BUND Heilbronn hatten bei den Behörden immer wieder Zweifel angemeldet, dass der dort eingebaute Bauschutt schadstofffrei ist. Sie hatten bereits Anfang 2018 gefordert, dass die betroffenen Waldwege auf Schadstoffe untersucht werden. Erst mehrere Monate später hatte das zuständige Landratsamt Heilbronn einer Analyse zugestimmt. Die Ergebnisse liegen dem SWR vor. Demnach wurden an rund der Hälfte der Messpunkte Schadstoffbelastungen festgestellt. Bei den als krebserregend geltenden Stoffgruppen PCB und PAK wurden die Grenzwerte um das bis zu siebenfache Überschritten. Die jetzt gefundenen Schadstoffe könnten laut Experten zum Beispiel von Dichtungen oder Hausanstrichen stammen. Wie das Landratsamt Heilbronn mitteilte, wurden die Waldwege mittlerweile an den „Hot-Spots“, an denen die höchsten Belastungen gefunden wurden, wieder ausgebaggert. Damit sei der Fall abgeschlossen, so das Landratsamt. Der BUND Heilbronn kritisiert, dass dadurch die größte Menge des belasteten Bauschutts dauerhaft im Waldboden bleiben soll. Die Naturschützer haben eine Petition gestartet, um das zu verhindern. 
 
Gefahr für ganz Baden-Württemberg? 
 
An vielen Orten in Baden-Württemberg wird aufbereiteter Bauschutt seit Jahren für den Waldwegebau eingesetzt. In anderen Bundesländern ist das zum Teil verboten. Das Umweltministerium in Stuttgart räumte auf SWR-Anfrage ein, dass man nicht wisse, wo überall Bauschutt in Wäldern in den letzten Jahren eingesetzt wurde. Es gebe dafür noch kein Kataster. Das solle aber in Zukunft eingeführt werden. Prinzipiell halte man das System aber für sicher und die Kontrollen für ausreichend. 
 
SWR-Recherchen zeigen aber, dass es in der Vergangenheit immer wieder Fälle von belastetem Bauschutt in Baden-Württemberg gab. Betroffen waren unter anderem die Region Göppingen, Freiburg, Wehr und der Bodenseekreis. Das Landratsamt in Ravensburg bestätigte, dass ein Fall derzeit vor Gericht verhandelt werde. Hier gehe es darum, ob ein Waldweg wieder ausgebaggert werden muss oder nicht. 
 
Ein BUND-Sprecher aus Heilbronn warnte davor, dass es eine hohe Dunkelziffer im Land gebe. Nur in den wenigsten Fällen würden, so wie in Heilbronn, Schadstoffmessungen vor Ort durchgeführt. Daher wisse niemand, ob es noch mehr solcher Fälle in Baden-Württembergs Wäldern gebe. Zudem seien die Kontrollen und Zuständigkeiten nicht klar geregelt, zwischen Kommunen, Regierungspräsidien und Ministerien. 
 
Die GRÜNEN, die jetzt den Umweltminister in Baden-Württemberg stellen, hatten selbst 1998 im Landtag vor der Praxis des „Ökodumpings“ durch Bauschutt und den Umweltgefahren gewarnt. Einer der Unterzeichner der kleinen Anfrage damals war der heutige Ministerpräsident Winfried Kretschmann. (red.)
 

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