14 | 11 | 2018

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Rheinland-Pfälzischer Selbsthilfepreis 2018 ausgeschrieben

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Haßlocher Selbsthilfegruppe "Lebensfreude" bewirbt sich

Der Rheinland-Pfälzische Selbsthilfepreis der Ersatzkassen wird in diesem Jahr zum achten Mal verliehen. Er ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert. Die Verleihung im feierlichen Rahmen findet im Frühjahr 2019 in Mainz statt. Mit dem Rheinland-Pfälzischen Selbsthilfepreis zeichnen die Ersatzkassen in Rheinland-Pfalz alle zwei Jahre in Zusammenarbeit mit der LAG KISS Rheinland-Pfalz Menschen und Gruppen besonders aus, die sich in beispielhafter Weise für die gesundheitsbezogene Selbsthilfe im Land Rheinland-Pfalz einsetzen. Die LAG KISS ist ein Zusammenschluss der rheinland-pfälzischen Selbsthilfekontakt- und Unterstützungsstellen KISS Mainz, KISS Pfalz, SEKIS Trier, WeKISS und der Selbsthilfeunterstützerstelle Nekis. So vielfältig wie Land und Leute sind, ist auch die gesundheitsbezogene Selbsthilfe Rheinland-Pfalz. Kleine und große Gruppen erfüllen eine Vielzahl von wichtigen Aufgaben im Sinne von Menschen mit gesundheitlichen Problemen und ihren Angehörigen: Sie unterstützen sich gegenseitig, tauschen sich aus, informieren und geben Hilfsangebote, heißt es in der Ausschreibung. Sie vertreten Interessen, klären auf und wirken präventiv. Hier wird tagtäglich vielfach beispielhaft ehrenamtlicher Einsatz gelebt. Mit der besonderen Kompetenz der Betroffenen, praktizierter Solidarität und Nächstenliebe unterstützt und ergänzt die gesundheitsbezogene Selbsthilfe die professionellen Angebote der Gesundheitsversorgung und ist dadurch ein wichtiger Partner der Krankenkassen, heißt es weiter. Die Ersatzkassen unterstützen die Arbeit der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe in Rheinland-Pfalz seit Jahren mit einer Pauschalförderung und der Finanzierzung einzelnder Projekte. Mit der Verleihung des Selbsthilfepreises würdigen sie herausragendes Engagement und rücken diese bedeutsamen alltäglichen Leistungen ins öffentliche Licht.

Wer kann sich bewerben?

Alle Aktiven in der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe in Rheinland-Pfalz können sich selbst oder andere für diesen Preis vorschlagen. Sowohl Bewerbungen von Gruppen als auch von Einzelpersonen sind möglich.

Was wird ausgezeichnet?

Herausragendes Engagement sowie neue Formen und Methoden in der Selbsthilfearbeit. Es werden kreative Initiativen zur Werbung für die gesundheitsbezogene Selbsthilfe in der Gesellschaft sowie Ideen zur aktiven Beteiligung von Patienten in der medizinischen und pflegerischen Versorgung.

Wer entscheidet über die Gewinner?

Eine Jury aus Persönlichkeiten des rheinland-pfälzischen Gesundheitswesens wird die Preisträger küren.

Die Jury

Martin Schneider, Leiter der vdek-Landesvertretung Rheinland-Pfalz

Jörn Simon, Leiter der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) Rheinland-Pfalz

Carsten Müller-Meine, Sprecher der LAG KISS Rheinland-Pfalz

Dr. Matthias Krell, GF der Landeszentrale für Gesundheitsförderung Rheinland-Pfalz e.V.

Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz

Dr. Günther Matheis, Präsident der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz

Sabine Maur, Beisitzerin im Vorstand der LandesPsychotherapeutenKammer Rheinland-Pfalz

Regine Schuster, stv.GF DER PARITÄTISCHE Rheinland-Pfalz/Saarland

Sabine Strüder, Referentin für Gesundheit und Pflege der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz


HIER:  DAS BEWERBUNGSKONZEPT der Haßlocher Selbsthilfegruppe "Lebensfreude"

K O N Z E P T
Der Selbsthilfegruppe „Lebensfreude“ Haßloch
 
Die Selbsthilfegruppe „Lebensfreude“ Haßloch wurde Ende 2011 gegründet, nachdem die Gruppe aus dem DRK Haßloch/Meckenheim herausgelöst wurde. Die Gruppe wird von Personen besucht, die an Depressionen und psychischen Erkrankungen leiden. Sie bestand im Jahre 2011 bereits 25 Jahre. Weil das Deutsche Rote Kreuz diese Arbeit nicht mehr weiter führte, wurde die Gruppenarbeit von Karin Hurrle fortgeführt. Die Gruppenmitglieder treffen sich seither 14-tägig im Seniorenzentrum des Theodor-Friedrich-Hauses in Haßloch. Ziel dieser Treffen ist immer die gegenseitige Unterstützung und der Erfahrungsaustausch.
 
Im Laufe unseres Engagements haben wir festgestellt, dass Depressionen und psychische Erkrankungen u.a. durch Stress, Leistungsdruck und Mobbing am Arbeitsplatz und auch in den Schulen auftreten und am Ende im „Burnout“ enden können. Die Gruppenarbeit in unserer Selbsthilfegruppe hat sich bereits diesen Veränderungen angepasst und sollte daher künftig auch Anlaufstelle für Hilfesuchende sein, um dann entsprechend weiter vermitteln zu können. Viele Anfragen hat unsere Selbsthilfegruppe in diese Richtung bereits erhalten, meist wollten die Betroffenen anonym bleiben. Juristische oder aber therapeutische Fragen können in der Gruppe jedoch nicht beantwortet werden, weil unserer Selbsthilfegruppe kein Fachpersonal zur Verfügung steht, so dass die Betroffenen und Interessierten nach kurzer Zeit wieder der Gruppe fernblieben. 
Zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest, dass psychische Probleme durch „Mobbing“ am Arbeitsplatz oder in der Schule einen breiten Raum in unserer Gesellschaft einnehmen. Es war der Wunsch Vieler, dass die Selbsthilfegruppe auch dieses Feld abdecken könnte. Das war dann auch Anlass, dass die Selbsthilfegruppe mit einem Flyer in die Öffentlichkeit trat, um auf diese Probleme aufmerksam zu machen. Unterstützt wurde die Selbsthilfegruppe seinerzeit vom Haßlocher Jugendgemeinderat, federführend von Dennis Messer und Simon Frübis, die diesen Flyer erstellten, der damals auch teilweise an den Schulen ausgelegt und von der DAK Gesundheit und einem Landauer Rechtsanwalt finanziell unterstützt wurde. Einige Eltern hatten sich daraufhin an die Leiterin Karin Hurrle gewandt und von Mobbingfällen an einer Haßlocher Schule berichtet. Der große Durchbruch war dies dennoch nicht, weil einfach die nötige Unterstützung von oben fehlte. Schnell viel danach die Entscheidung, dem Dachverband aller Selbsthilfegruppen KISS Rheinland-Pfalz mit Sitz in Edesheim beizutreten.
 
Schon seit vielen Jahren engagiert sich die Leiterin der Selbsthilfegruppe „Lebensfreude“ Karin Hurrle im Psychiatrierecht, besuchte viele Lehrgänge, Workshops und Schulungen, war einige Jahre in der Besuchskommission der Kreisverwaltung Bad Dürkheim, die auch zuständig ist für die Unterbringung von Patienten in der geschlossenen Psychiatrischen Klinik „Sonnenwende“, wenn eine Zwangseinlieferung nach Suizid anstand. 
 
Die Leiterin engagiert sich hier in vielerlei Hinsicht, auch im Bereich der „NS-Psychiatrie in der Pfalz“, wo psychisch Erkrankte in der NS-Zeit wegesperrt oder einfach in der Gaskammer ums Leben kamen. So hat sie als Leiterin der Selbsthilfegruppe auch die Wanderausstellung des Pfalzklinikums Klingenmünster mehrfach, u.a. auch in Kaiserslautern und Neustadt an der Weinstraße besucht, um sich über dieses Unrecht näher zu informieren.
 
Großes Interesse und heiß diskutiert wurde immer wieder in der Selbsthilfegruppe die Behandlungsmethode Elektrokrampftherapie, wenn Patienten austherapiert waren und keine Psychopharmaka oder Medikamente mehr halfen. Die Leiterin informierte sich über diesbezügliche Forschungsprojekte, die mehrmals im Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim vorgestellt wurden. Weil auch in der NS-Zeit die Elektrokrampftherapie jedoch unter ganz anderen Voraussetzungen angewandt wurde, kam diese Methode im Laufe der neuen Behandlungsmethoden sehr in Verruf. Im Mittelpunkt des Engagements im Psychiatrierecht stand für die Selbsthilfegruppe „Lebensfreude“ und ihre Leiterin jedoch immer die soziale und menschliche Komponente als Erfolg für den Patienten. Auch für neue Behandlungsmethoden in der Forschung setzte sich die Leiterin immer wieder ein und hält seither den Kontakt zu Fachleuten.
 
Seit Jahren bohrt die Selbsthilfegruppe „Lebensfreude“ „dicke Bretter“ und versucht die Politik immer wieder davon zu überzeugen, „Mobbing“ in die Strafprozessordnung aufzunehmen. Die Auswirkungen von „Mobbing“ sind Depressionen und psychische Erkrankungen, die zum „Burnout“ bis hin zum Suizid führen können, was Unternehmen und Krankenkassen bereits einen hohen finanziellen Schaden zufügt hat. Betroffen davon ist unsere Gesellschaft und der Sozialstaat, der diese Kosten auffangen muss.
 
Die Selbsthilfegruppe „Lebensfreude“ möchte in Haßloch wieder Anlaufstelle für „Mobbing-Opfer“ und deren Krankheitsbild werden, da in diesem Bereich dringender Handlungsbedarf besteht. 
 
Inzwischen hat sich die Selbsthilfegruppe „Lebensfreude“ zur Aufgabe gemacht, den Kontakt mit allen psychiatrischen Kliniken im Umkreis aufzunehmen und sich über deren Behandlungsmethoden zu informieren. So zum Beispiel über das Pfalzklinikum Klingenmünster, die Privatklinik Bad Gleisweiler und die Klinik Sonnenwende in Bad Dürkheim, wo einige Patienten der Selbsthilfegruppe untergebracht waren und von der Leiterin dort auch mehrmals besucht wurden.
 
Die Selbsthilfegruppe will Vermittlungspartner werden, wenn ein Klinikaufenthalt eines Patienten bevorsteht. Dabei ist es der Leiterin der Selbsthilfegruppe wichtig, welche therapeutischen Dienste für den Patienten am günstigsten sind. Im Pfalzklinikum Klingenmünster werden zum Beispiel Therapien und stationäre ergotherapeutischen Behandlungen angeboten, die nach der Entlassung aus der Klinik ambulant fortgesetzt werden können. Sinnvoll wäre es daher in absehbarer Zeit, wenn eine Hotline in Haßloch über die Anlaufstelle der Selbsthilfegruppe geschaltet werden könnte, um den Betroffenen, je nach Anliegen, weiter zu helfen und mit Rat und Tat zur Verfügung zu stehen. Als Schwerpunkt könnte diese Hotline auch von „Mobbing-Opfern“ genutzt werden, um Präventionsarbeit zu leisten. Betroffene, die an Depressionen und psychischen Erkranken oder Burnout leiden, hätten somit in Notsituationen eine Anlaufstelle, um an die entsprechende Fachklinik weiter vermittelt zu wenden, wenn möglicherweise ein Klinikaufenthalt bevorsteht. Dies könnte in enger Kooperation zwischen der Selbsthilfegruppe und den entsprechenden Fachkliniken geschehen.
 
Da sich die Leiterin der Selbsthilfegruppe „Lebensfreude“ ständig über neue Therapieangebote informiert, ist sie auch auf die tierunterstützte Therapie gestoßen, die nach neuesten Erkenntnissen erfolgreich eingesetzt wird. Auch Jugendliche, die bereits an psychischen Erkrankungen leiden, könnten hiervon profitieren. So setzt sich zum Beispiel auch der Förderkreis Psychische Gesundheit Arnsberg für solche Tierunterstützte Soziotherapie ein. Diese beurteilen die tierunterstützte Therapie wie folgt:
 
„Um die Intention eines tierunterstützten Projekts zu verstehen muss man wissen,
dass in einer Reihe von gegenwärtigen Therapiekonzepten Tiere erfolgreich als
therapeutische Begleiter eingesetzt werden. Neben der Delphintherapie, die in
den letzten zwanzig Jahren besonders in den USA eine wachsende Anhängerschaft
fand, sind therapeutisches und heilpädagogisches Reiten sowie Hundetherapie gängige
und erfolgreiche Therapiekonzepte in der Arbeit mit von Krankheit und/oder
Behinderung betroffenen Menschen. Allgemein zusammengefasst werden mit tier-
gestützten Therapiekonzepten positive Wirkungen auf Körper und Seele wie: Ablenkung
von Trauer und Schmerz, Schaffung von dialogischem Handeln, Senkung von Stress
und Blutdruck, Stimmungsaufhellung, Förderung des sozialen Kontaktes, Entspannung
und Sinnanregung etc. in Verbindung gebracht. Tiere sind Umgangspartner die nicht
werten, die nonverbale Signale instinktiv und berechenbar deuten und die im Bezugs-
kontakt loyal und zugewandt sind. Die regelmäßige Beschäftigung mit Tieren bringt 
außerdem eine allgemeine Gesundheitsverbesserung durch mehr Bewegung, die Über-
nahme von Verantwortung sowie eine notwendige Strukturierung des Tages mit sich,
was von besonderer Bedeutung in der Arbeit mit psychisch kranken Menschen ist.
Des weiteren sind besonders die bewiesene antidepressive und antisuizidale Wirkung
der Mensch-Tier-Bewegung, die Verringerung sozialer Einsamkeit und die emotionale
Zuwendung durch Tiere für die therapeutische Arbeit mit psychisch kranken Menschen
von Bedeutung. Neben weiteren förderlichen Aspekten einer Mensch-Tier-Beziehung
sind die genannten positiven Wirkungen, Ausgangspunkte für das Projekt „tierunter-
stützte Soziotherapie“ des „Förderkreises für psychische Gesundheit“ (Otterstadt,
C. 2001; Dude, E., 2002, Der Paritätische 2011)“.
 
Die Selbsthilfegruppe „Lebensfreude“, Haßloch, sieht gute Chancen, dass diese neuen Ideen von Behandlungsmethoden, für Kinder-, Jugendliche und Erwachsene, die eine Behinderung oder eine psychische Erkrankung haben, in der Region von Haßloch/Bad Dürkheim umgesetzt werden können. Es gibt unzählige Reiter- oder Ponyhöfe in der Umgebung, die man vielleicht für solche gesundheitsfördernden Maßnahmen gewinnen könnte.
 
Wir würden uns freuen, wenn wir die Jury mit unseren kreativen und innovativen Ideen überzeugen könnten. Wir wären alle überglücklich, den Rheinland-Pfälzer Selbsthilfepreis 2018 zu gewinnen.
Haßloch, den 11. Oktober 2018
Für die Selbsthilfegruppe
gez. 
Karin Hurrle
Leiterin der Selbsthilfegruppe
 
 
 

1. FC 08 Haßloch

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