12 | 12 | 2018
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Die Stadt Hannover verweigert Restitution privater Kunst

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Enkel fordern die Rückgabe des wertvollen Aquarells von Karl Schmidt-Rottluff

Noch immer weigert sich die Stadt Hannover, das Unrecht gegenüber ehemaligen Bürgerinnen und Bürgern durch die Rückgabe von Kunst in vollem Umfang anzuerkennen. Wie die kulturpolitische Zeitschrift der ver.di „KUNST+KULTUR“ in ihrer neuen Ausgabe schildert, will das Sprengel Museum Hannover ein wertvolles Aquarell von Karl Schmidt-Rottluff nicht restituieren. Das Bild „Marschlandschaft mit rotem Windrad“ (1922) gehörte dem Hannoveraner Sammler und Unternehmer Max Rüdenberg. Die Finanzdirektion Hannover ordnete 1938/39 eine Vermögensverwaltung an. Rüdenberg war gezwungen, u.a. das Bild zu verkaufen. Die Enkel verlangen die Herausgabe des Aquarells.

Zwar stifteten Einrichtungen der Stadt den Kunstsammlern Elsbeth und Gustav Rüdenberg sowie seinem Vetter Max und dessen Frau Margarethe Rüdenberg Stolpersteine. Auch gab Hannover Grundstücke und Bücher zurück, es wurde geforscht und Ehrungen wurden ausgesprochen – geschlossen ist das Kapitel „Raubkunst“ und Erpressung der in der Deportation Ermordeten jedoch nicht. Das kritisieren besonders die Enkelkinder Max Rüdenbergs Vernon Reynolds, sein Bruder Peter und seine Schwester Marianne, die der Deportation in England entkamen.

Bei der in Magdeburg angesiedelten Suchplattform „Lost Art“ wird heute fündig, wer überdies nach Rüdenbergs einstigem Eigentum sucht. Im aktuellen Fall des Aquarells von Schmidt-Rottluff, der in „KUNST+KULTUR“ geschildert wird und jetzt wieder Anwälte und Gerichte beschäftigt, fungierte 1939 Erich Pfeiffer als hannoverscher Zwischenhändler, der es für 180 Reichsmark an Bernhard und Margit Sprengel weitergab. Sprengel äußerte sich brieflich zufrieden über den geringen Preis. Im Inventarverzeichnis Sprengels ist das Bild 1940 mit dem Hinweis erfasst, dass Max Rüdenberg der Vorbesitzer gewesen sei. Elsbeth und Gustav Rüdenberg wurden 1941 in Riga ermordet. Margarethe und Max Rüdenberg wurden in Theresienstadt in den Tod getrieben.

Bernhard Sprengel stiftete 1969 seine Sammlung der Stadt Hannover. So gelangte das Aquarell in das 1979 eröffnete Sprengel Museum. Obwohl alle Fakten bekannt sind, verweigert das Museum eine Stellungnahme. Eine Anfrage der Zeitschrift zum ehemaligen Eigentum Max Rüdenbergs wurde vom Oberbürgermeister und der Beauftragten für Provenienzforschung Annette Baumann als „Annahme“ und „Vermutung“ bezeichnet: „Bisher konnte die Provenienz des 1939 von Bernhard Sprengel erworbenen Blattes nicht lückenlos geklärt werden.“ Weitere Forschungen seien notwendig. (red.)

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