Erfahrungen mit straffälligen jungen Menschen neu bewerten?

Foto: Bürgermeisterin Dr. Cornelia Reifenberg
Zum 20-jährigen Jubiläum „Haus des Jugendrechts“ waren nicht nur Medienschaffende nach Ludwigshafen eingeladen, sondern auch Polizei, Staatsanwaltschaft, Jugendhilfe und die freien Träger. Der Vorsitzende des Fördervereins JuReLu, Dieter Baust, gab einen kurzen Einblick auf die Entstehungsgeschichte und die Gründung des Fördervereins. Die Ludwigshafener Bürgermeisterin Dr. Cornelia Reifenberg hieß an dem heutigen Vormittag viele Gründungsmitglieder und Ehrengäste willkommen, darunter Oberstaatsanwalt Lothar Liebig a.D., den Leitenden Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Frankenthal, Hubert Ströber sowie den Polizeipräsidenten des Polizeipräsidiums Rheinpfalz Ludwigshafen, Andreas Sarter, der ebenfalls zu den geladenen Gästen ein Grußwort sprach.

Foto: Leitender Oberstaatsanwalt Hubert Ströber,
und Polizeipräsident Andreas Sarter
Vor 20 Jahren sei mit der Gründung des Haus des Jugendrechts ein Pilotprojekt gelungen, erklärte Dr. Reifenberg, die die Geschichte des Jubiläums nochmals detailliert Revue passieren ließ. Sie erinnerte an die vielen Pioniere der Gründung und die Idee des Engagements, die bis heute erfolgreich umgesetzt werden konnte. Mit der Realisierung des Haus des Jugendrechts sei auch der Grundstein für den 20-jährigen Erfolg gelegt worden. Ein Erfolgsrezept könne nur mit Kooperationspartnern umgesetzt werden, erklärte die Bürgermeisterin. Reifenberg lobte in diesem Zusammenhang auch die jahrelange und gute Zusammenarbeit zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendhilfe. Sie erinnerte bei dieser Gelegenheit an den verstorbenen Justizminister Herbert Mertin, der seinerzeit ebenfalls zum Erfolg des Pilotprojekts beigetragen habe. Netzwerkarbeit sei unerlässlich, ein Dank ging an alle Unterstützerinnen und Unterstützer, auch viele Aktivitäten des Fördervereins hätten zum Wohle der Jugendhilfe beigetragen.

Foto: Polizeipräsident Andreas Sarter
„Unser gemeinsames Anliegen ist die Sicherheit unserer Gesellschaft“, erklärte Polizeipräsident Andreas Sarter. Das Projekt sei ein Erfolg der gemeinsamen Zusammenarbeit. Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendhilfe arbeiten nicht nebeneinander, sondern als Kooperationspartner eng zusammen, auch um kurze Dienstwege zu schaffen. Das Projekt Haus des Jugendrechts sei ein Vorzeigeprojekt in ganz Rheinland-Pfalz, es zeige, wie Zusammenarbeit funktioniere, erklärte Sarter weiter. Nicht nur als Ermittlungsbehörde sei die Polizei gefragt, sondern als Partner und Hilfe für die Jugend. Wichtig sei dabei, Vertrauen bei der Jugend aufzubauen.

Foto: Daniela Dietrich, Haus den Jugendrechts Mainz, Sarah Flerlage, Jugendhilfe
und Strafverfahren Stadt Mainz, Stefan Streitel, Pfälz.Verein für soziale Rechtspflege
Einige Grußworte schlossen sich den Vorrednern an. Vor der Mittagspause hielt Dr. Christian Walburg, Vertreter der Professur für Kriminologie und interdisziplinäre Kriminalprävention an der Deutschen Hochschule der Polizei Münster zum Thema „Jugenddelinquenz und Jugendstrafrecht: Kontinuität in unruhigen Zeiten“ einen Fachvortrag, worüber sich Interessierte im Anschluss austauschen konnten, über Jugenddelinquenz von Dr. Christian Walburg kann man hier auch Näheres erfahren: https://www.jura.uni-hamburg.de/forschung/institute-forschungsstellen-und-zentren/institut-kriminalwissenschaften/abteilung-kriminologie/ueber-uns/nordkrim/fachtagung-2014/abstracts/walburg-2014.pdf

Foto: Dr. Christian Walburg, Deutsche Hochschule der Polizei Münster
Zur Historie:
Als erstes Haus dieser Art in Rheinland-Pfalz und als zweites bundesweit steht das „Haus des Jugendrechts“ und das JuReLu seit seiner Gründung für eine erfolgreiche behördenübergreifende Zusammenarbeit zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft, Jugendhilfe sowie freien Trägern und hat damit nicht nur in Rheinland-Pfalz wichtige Impulse im Umgang mit straffälligen jungen Menschen gesetzt.

Foto: Vorsitzender FöVerein JuReLu, Dieter Baust
Das heutige Jubiläum haben die Initiatoren zum Anlass genommen, einen Rückblick zu nehmen, sich auszutauschen sowie neue Anregungen und Impulse aufzunehmen, die Jugenddelinquenz der letzten 20 Jahre zu durchleuchten und auf die Erfahrungen der Häuser des Jugendrechts einzugehen: Wo liegen die Chancen, die Grenzen und die Herausforderungen? Der Anlass gab genügend Gelegenheit zum überregionalen und interdisziplinären Austausch.












