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Gedenkstätten in Ravensburg erinnern an „Euthanasie“ – Der „Aktion T4“ fielen mehr als 5.000 Menschen zum Opfer

by Karin Hurrle
24.08.2022
in Wissenswertes
Lesezeit: 3 mins read
Gedenkstätten in Ravensburg erinnern an „Euthanasie“ – Der „Aktion T4“ fielen mehr als 5.000 Menschen zum Opfer
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Psychisch kranke und behinderte Menschen wurden von den Grauen Bussen zur Tötungsanstalt Grafeneck gebracht

Auch in Ravensburg sind kranke und geistig behinderte Menschen durch das NS-Regime ums Leben gekommen. An Gedenkorten in Ravensburg wird auf die Täter aufmerksam gemacht. Im Stadtarchiv von Ravensburg gibt es ein Gedenkbuch und weitere Literatur, um die Leserinnen und Leser an die Geschichte der NS-Gewalt und die Deportierung in die Vernichtungsanstalt in Grafeneck zu erinnern.

Von 1933 bis 1945 sind mehr als 5.000 Menschen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geworden. Wie an vielen Orten wurden die NS-Verbrechen auch in Ravensburg durch zahlreiche Publikationen öffentlich gemacht. Es wurden in Ravensburg wegen seiner spezifischen Vergangenheit und auch Verantwortung zahlreiche Mahnmale und Erinnerungsstätten errichtet, die an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft erinnern sollen. Durch die „Euthanasie-Aktion T4“ wurden aus der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Weißenau zwischen Mai und Dezember 1940 mindestens 677 Patienten in die Vernichtungsanstalt Grafeneck auf der Schwäbischen Alb mit den Grauen Bussen deportiert. All diese Opfer wurden als „lebensunwert“ eingestuft. Und hier der Video-Beitrag dazu:

Während der NS-Herrschaft in Deutschland und Osteuropa wurden weit über 300.000 behinderte und psychisch kranke Menschen deportiert und systematisch umgebracht. Nach derzeitigem Forschungsstand des Stadtarchivs Ravensburg hat alleine die „Aktion T4“, auch als „Euthanasie“ bezeichnet, circa 70.000 Menschen das Leben gekostet. Die „grauen Busse“, mit denen die Menschen aus den Anstalten abgeholt wurden, gelten heute als Symbol für dieses planmäßig durchgeführte Verbrechen.

Auch Menschen aus dem heutigen Landkreis Ravensburg wurden damals ermordet, weil sie eine körperliche oder geistige Behinderung hatten oder psychisch krank waren. Die Namen von 109 Bürgern sind inzwischen bekannt, die ursprünglich in den Städten und Orten des heutigen Kreisgebiets Ravensburg lebten. Von hier aus wurden Viele interniert, deportiert und schließlich umgebracht. Die Meisten sind in der Tötungsanstalt Grafeneck gelandet. Laut Recherchen hat die Stadt Ravensburg selbst 24 Opfer zu beklagen, die von den damaligen Anstalten Weißenau (10) und Liebenau (14) mit den Grauen Bussen abgeholt wurden. Von einigen Opfern liegen erhaltene Krankenakten im Bundesarchiv in Berlin, https://de.wikipedia.org/wiki/Denkmal_der_Grauen_Busse

Alle Grausamkeiten sind inzwischen dokumentiert

Alle Grausamkeiten sind inzwischen dokumentiert und archiviert. Im städtischen Krankenhaus, dem heutigen Heilig-Geist-Spital, wurden Zwangssterilisationen ab 1934 nach dem „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses durchgeführt. Die Personen waren zum Großteil Patienten der Heilanstalt Weißenau, dem Gertrudisheim Rosenharz und der Taubstummenanstalt Wilhelmsdorf. Aus den Anstalten seien vorwiegend Schizophrene und „Schwachsinnige“ in das städtische Spital überwiesen worden, heißt die Geschichte im Stadtarchiv von Ravensburg weiter. Die jüngsten Opfer seien gewesen: Ein 13 Jahre altes Mädchen und ein zwölfjähriger Junge. Die Durchführung der Sterilisationen hätten nach Recherchen ein solches Ausmaß angenommen, dass sie 1936 die häufigsten chirurgischen Eingriffe im Städtischen Krankenhaus waren.

Quelle: Stadtarchiv Ravensburg (Prof. Dr. Andreas Schmauder)
Foto: WIKIPEDIA

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Schlagworte: Gedenkstätten in Ravensburg erinnern an EuthanasieMit Grauen Bussen zur Tötungsanstalt Grafeneck
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