„Frauenmahl“ der protestantischen Kirchengemeinde in Haßloch – Weiß gedeckte Tafel ist angerichtet!

Wer denkt an die Armen die sich diese „Tafel“ nicht leisten können?
An Frauengesprächen teilzunehmen ist mehr, als sich nur an gedeckte Tische mit weissen Tischdecken zu setzen und sich in aufgestellten Menuekarten Appetit für ein „Frauenmahl“ zu nehmen. Frauen sollten sich vielmehr treffen um zu überlegen, wie man den Frauen helfen kann, die am Rande der Gesellschaft leben und sich ein Mahl an weiss gedeckten Tischen nicht leisten können. Dazu zählen Frauen die in Frauenhäusern leben, weil sie zu Hause Gewalt angetan bekommen. Nicht nur elitäre Kreise sollten sich treffen, die über Frauen reden, die man ausgrenzt, weil sie sich einen Eintritt von 35 Euro zu dieser „Tafel“ finanziell nicht leisten können, sondern allen Frauen sollte man Gelegenheit geben, sich an solchen Gesprächen teilzunehmen. Die Vorsitzende des Presbyteriums der Prot. Kirchengemeinde , Ellen Löwer, lädt alle interessierten Frauen zu diesem „Frauenmahl“ am Freitag, den 6. November 2026, ab 17 Uhr ins Hasslocher Kulturviereck K4 ein, natürlich mit anschließenden Diskussionen. Wer sich das Ticket von 35 Euro nicht leisten kann, kann sich bei ihr melden.
Das „Frauenmahl“ löst immer wieder berechitgte Debatten aus und führt zu Spannungen zwischen repräsentativen Veranstaltungsformaten und der direkten Hilfe für von Armut sowie Gewalt betroffenen Frauen. Das Format des „Frauenmahls“ – wie es in vielen evangelischen Kirchengemeinden traditionell durchgeführt wird – geht historisch auf die Tischellipsen der Reformationszeit zurück. Es verfolgt primär das Ziel, Frauen eine öffentliche Plattform für gesellschaftspolitische, theologische und feministische Diskursräume zu geben, in denen Vorträge und Austausch im Vordergrund stehen.
Berechtigte Kritik und finanzielle Hürden
Ein Teilnahmebeitrag von 35 Euro schließt sozial benachteiligte Frauen, Alleinerziehende an der Armutsgrenze oder Bewohnerinnen von Frauenhäusern faktisch aus. Ohne Soli-Tickets oder kostenfreie Plätze entsteht schnell der Eindruck einer elitären Veranstaltung. Die Gegenüberstellung von diskursivem Austausch („Reden über Themen“) und konkreter, niederschwelliger Hilfe für Frauen in Notlagen zeigt das Spannungsfeld auf, in dem sich Kirchengemeinden bewegen. Während Bildungs- und Diskursformate ihren Platz haben, darf die gesellschaftliche Realität sozial benachteiligter Frauen nicht außer Acht gelassen werden.. Es sollten Brücken gebaut werden, anstatt auszugrenzen. Eine konstruktive Weiterentwicklung solcher Formate könnte darin bestehen, Einnahmen aus solchen Abenden direkt Projekten wie dem örtlichen Frauenhaus zugutekommen zu lassen oder gezielt Frauen aus unterschiedlichen Lebensrealitäten aktiv und barrierefrei einzubinden.
Das Frauenmahl findet am Freitag, den 6. November, um 18 Uhr im Haßlocher Kulturviereck K4 in der Gillergasse statt. Einlass ab 17 Uhr. Der Kostenbeitrag beträgt 35 Euro pro Person. Wer Näheres wissen möchte, kann sich auch an Pfarrerin Horak-Werz unter der Tel.Nr. 06321 / 398934 oder Mobil 0178 / 5598311 oder per e-mail martina.horak-werz@evkirchepfalz.de wenden.
Foto: Photo: Andreas Praefcke (Wikipedia)