Soll an Tötung eines Studenten in Syrien beteiligt gewesen sein? – Anwalt nicht erreichbar!!!
Vom Recherche-Team des SWR Mainz haben wir vergangenen Freitag folgende Meldung erhalten: „Ein syrischer Palästinenser aus Schleswig-Holstein wirft einem Geflüchteten aus der Pfalz, Mahmoud A., vor, im Jahr 2012 an der Tötung seines Sohnes in Syrien beteiligt gewesen zu sein. Der Familienvater sagte dem Südwestrundfunk (SWR), sein Sohn, ein damals 22-jähriger Student, sei während einer Demonstration erschossen worden.
Die Bundesanwaltschaft hatte am Mittwoch Mahmoud A. in Frankenthal wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen festnehmen lassen. In dem Ermittlungskomplex wurden vier weitere Personen in Berlin und in Mecklenburg-Vorpommern verhaftet. In der Mitteilung der Behörde heißt es, die Beschuldigten hätten sich unter anderem am 13. Juli 2012 im Stadtteil Al Yarmouk in der syrischen Hauptstadt Damaskus „an der gewaltsamen Niederschlagung einer friedlichen Demonstration gegen die syrische Regierung“ beteiligt. Dabei hätten sie gezielt auf Demonstranten geschossen. Mindestens sechs Personen seien ums Leben gekommen.
Im Gespräch mit dem SWR sagte der Familienvater, sein Sohn Eyass sei damals das erste Opfer bei dem Vorfall gewesen. Er sei durch einen Kopfschuss getötet worden. Er habe zuvor Wirtschaftswissenschaften studiert und später in einer Bank arbeiten wollen. Er habe an diesem Tag als Aktivist eine friedliche Demonstration mit seiner Kamera dokumentieren wollen. „Er ist vor meinen Augen gestorben“, berichtet der Familienvater im Gespräch mit dem SWR. Welche Rolle Mahmoud A. genau bei der Tötung seines Sohnes gespielt hat, dazu wolle er sich wegen der laufenden Ermittlungen nicht äußern. Mahmoud A. sei allerdings dabei gewesen. Dieser und andere Milizionäre hätten ihn später zudem bedroht, weil er sich geweigert habe, ein Dokument zu unterzeichnen, wonach sein Sohn an einer Krankheit gestorben sei.
Laut dem Menschrechtsanwalt Anwar Al-Bunni, der in Berlin den Verein „Syrisches Zentrum für juristische Studien und Forschungen” leitet, der Menschenrechtsverletzungen in Syrien vor Gericht bringen will, ist der Familienvater einer der Zeugen in den Ermittlungen. Es gebe keine Zweifel an den Aussagen des Familienvaters, so Al-Bunni gegenüber dem SWR. Nach seinen Angaben hat sein Verein wesentlich zu den aktuellen Ermittlungen beigetragen. Sie stünden in Zusammenhang mit dem Fall des syrischen Milizenführers Moafak D., den das Berliner Kammergericht bereits 2023 wegen Kriegsverbrechen zu lebenslänglicher Haft verurteilt hatte.
Zu mutmaßlichen Internet-Veröffentlichungen über Mahmoud A.s Rolle in Syrien und über dessen Aufenthalt in Deutschland wollten sich weder das rheinland-pfälzische Landeskriminalamt; noch die Bundesanwaltschaft äußern. Man nehme zu Medienberichterstattung und „persönlichen Details von Beschuldigten oder Ermittlungsansätzen“ grundsätzlich keine Stellung, heißt es etwa bei der Bundesanwaltschaft.
Eine Anfrage bei der anwaltlichen Vertretung von Mahmoud A. war dem SWR nicht möglich. Laut Bundesanwaltschaft ist dessen Verteidigung derzeit noch nicht klar geregelt.“











