Informationsveranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger im September geplant
Die Stadt Landau möchte gemeinsam mit der EnergieSüdwest AG den Ausbau der Fernwärme weiter vorantreiben und damit die Grundlage für eine langfristig sichere, stabile und klimaneutrale Wärmeversorgung schaffen. Dafür will die Stadt künftig eine stärkere Rolle beim Ausbau und Betrieb des Fernwärmenetzes übernehmen. Ein wichtiger Schritt ist die geplante Fernwärmesatzung mit einer Anschluss- und Benutzungspflicht in bereits erschlossenen beziehungsweise unmittelbar für den Ausbau vorgesehenen Gebieten. Bevor der Gremienlauf Ende September startet, will die Stadt die Bürgerinnen und Bürger bei drei Veranstaltungen darüber informieren, was die geplante Satzung für sie und ihre Gebäude bedeutet.
„Die Wärmewende ist eine der großen Zukunftsaufgaben für unsere Stadt. Landau hat mit der Geothermie die besondere Chance, eine klimaneutrale Wärmeversorgung aus einer regionalen Quelle aufzubauen. Diese Chance wollen wir nutzen – für die Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für Industrie und Gewerbe“, betont Bürgermeister und Klimadezernent Lukas Hartmann. „Fernwärme ist langfristig eine wirtschaftliche und verlässliche Lösung. Je mehr Gebäude an das Netz angeschlossen sind desto wirtschaftlicher lässt es sich betreiben – und desto günstiger kann die Wärmeversorgung für die einzelnen Haushalte werden. Gleichzeitig können wir die notwendige Infrastruktur effizient aufbauen, statt Straßen für verschiedene Leitungsarbeiten immer wieder aufzureißen. Die Anschluss- und Benutzungspflicht schafft dafür die notwendige Grundlage.“
Der Ausbau des Fernwärmenetzes und die Versorgung mit Fernwärme liegen derzeit bei der EnergieSüdwest. Künftig soll dafür eine mehrheitlich städtisch geführte Gesellschaft zuständig sein, an der auch die EnergieSüdwest beteiligt ist. Der Übergang ist für das kommende Jahr vorgesehen.
Grundlage für den weiteren Ausbau ist der vom Stadtrat im Dezember 2024 beschlossene kommunale Wärmeplan. Bis 2045 soll der überwiegende Teil der Kernstadt mit geothermischer Fernwärme versorgt werden. Dafür sollen das bestehende Fernwärmenetz und die bereits vorhandenen Inselnetze schrittweise miteinander verbunden und ausgebaut werden. Die Fernwärme kommt dabei aus verschiedenen geothermischen Quellen: Neben dem bestehenden Geothermiewerk in der Eutzinger Straße wird künftig auch die Geothermie im Umfeld der Lithiumextraktionsanlage im Gewerbegebiet D12 genutzt. Eine dort geplante Heizzentrale bringt die gewonnene Wärme in das Fernwärmenetz.
Die geplante Anschluss- und Benutzungspflicht soll zunächst für die bestehenden Fernwärmegebiete in der Südstadt sowie weitere bereits erschlossene oder unmittelbar für den Ausbau vorgesehene Bereiche gelten. Die Fernwärmesatzung soll dabei auch Ausnahmen vorsehen. Die konkreten Regelungen werden im weiteren politischen Verfahren beraten.
Der Gremienlauf beginnt am 29. September 2026 mit der Beratung im gemeinsamen Umwelt- und Bauausschuss. Anschließend ist eine Beratung im Hauptausschuss am 20. Oktober vorgesehen. Die abschließende Entscheidung soll voraussichtlich am 3. November im Stadtrat fallen.
Vor Beginn der politischen Beratungen lädt die Stadt die Eigentümerinnen und Eigentümer in den betroffenen Gebieten im September zu drei Bürgerversammlungen ein. Die Veranstaltungen finden jeweils von 19 bis etwa 21 Uhr statt: am Mittwoch, 9. September, in der Montessori-Schule, am Donnerstag, 17. September, in der Stadtbücherei und am Mittwoch, 23. September, in der Maria-Ward-Schule.
Im Mittelpunkt stehen die geplante Anschluss- und Benutzungspflicht und die Frage, was sie für die betroffenen Gebäude bedeutet. Die Stadt erläutert die vorgesehenen Regelungen, die EnergieSüdwest informiert über die technische Umsetzung eines Fernwärmeanschlusses, Kosten, Fördermöglichkeiten und die weitere Ausbauplanung. Zudem stellt die Sparkasse ihr Darlehensprogramm für Fernwärme vor.
„Uns ist bewusst, dass mit einer Anschluss- und Benutzungspflicht viele Fragen verbunden sind – etwa zu Kosten, Ausnahmen, dem eigenen Gebäude und dem weiteren Zeitplan“, so Hartmann. „Deshalb wollen wir frühzeitig informieren und den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, ihre Fragen direkt an die Stadt und die beteiligten Akteure zu richten.“
Weitere Informationen zum Fernwärmeausbau, zur geplanten Anschluss- und Benutzungspflicht sowie zu den zuständigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern gibt es im Klimaschutzportal der Stadt Landau unter www.landau.klimaschutzportal.rlp.de. Dort wird auch nach und nach ein FAQ mit Antworten auf die wichtigsten Fragen bereitgestellt. Bürgerinnen und Bürger können ihre Fragen gerne per E-Mail an klimastabsstelle@landau.de senden. Die Antworten werden anschließend in das FAQ aufgenommen und stehen damit allen Interessierten zur Verfügung.
Quelle: Stadtverwaltung Landau
Bildunterschrift: Fernwärmeausbau in der Südstadt: Erste Bereiche sind bereits angeschlossen, weitere sollen Schritt für Schritt folgen. (Quelle: Dominik Ketz Photography)











