Keine „Entnazifizierung“ in der DDR dafür aber Karrieren?
Der nationalsozialistische Vernichtungskrieg im Osten war in seiner Grausamkeit, den Zielen und dem Ausmaß der Verbrechen um ein Vielfaches schlimmer als die Besatzung im Westen. Während im Westen vor allem der Holocaust stattfand, ging es im Osten zusätzlich um die systemische Vernichtung und Verskalvung der slawischen Bevölkerung im Rahmen des sogenannten Generalplan Ost. Real existierender Rechtsextremismus und rechtsextreme Gewalttaten gibt es im Osten Deutschlands nicht erst seit der Wende. Neonazis gab es auch in der DDR, nur fand das in den Ost-Medien nicht statt. Die Öffentlichkeit erfuhr auch nichts davon, wie sehr ausgerechnet die Sicherheitsorgane in die rechte Szene verstrickt waren, berichtete der Deutschlandfunk am 10.10.2019 https://www.deutschlandfunk.de/die-ddr-und-ihre-neonazis-real-existierender-100.html
Nazi-Karrieren in der DDR
Am 17.01.2022 berichtete der MDR-Wissen folgendes: „1948 wurde die Entnazifizierung in der Sowjetischen Besatzungszone offiziell beendet. Zu den neueren Mythen zählt die scheinbare Gewissheit, dass die DDR die Nazis in ihrem Land konsequent aufgespürt und einer gerechten Strafe zugeführt hatte. Eine Legende, die zum antifaschistischen Selbstverständnis der DDR passte und durchaus bewusst etabliert wurde. Entnazifizierungen in der DDR – ein Spiel mit Halbwahrheiten“, https://www.mdr.de/geschichte/ddr/politik-gesellschaft/entnazifizierung-nazis-in-der-ddr-100.html
Die zentralen Unterschiede – Rasissmus und Vernichtungswelle
Die nationalsozialistische Ideologie stufte Juden sowie slawische Völker (wie Polen, Ukrainer, Russen und Belarussen) als „Untermenschen“ ein. Im Westen wurden jüdische Menschen in Konzentrationslager deportiert und ermordet, die einheimische Bevölkerung jedoch nicht systematisch psychisch vernichtet oder versklavt. Im Osten war die Tötung von Zivilisten, Partisanen und Kriegsgefangenen an der Tagesordnung, https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/nationalsozialismus-krieg-und-holocaust-316/151934/krieg-und-besatzung-in-ost-und-westeuropa/
Der Hungerplan
Um die deutsche Wehrmacht zu ernähren und die osteuropäische Bevölkerung zu dezimieren, wurde der sogenannte Hungerplan umgesetzt. Millionen von Menschen in besetzten sowjetischen Gebieten wurden durch den bewussten Entzug von Nahrungsmitteln dem Hungertod ausgesetzt, https://en.wikipedia.org/wiki/Hunger_Plan
Völkermord an Juden
Während der Holocaust in ganz Europa stattfand, war Osteuropa sein absolutes Zentrum. Alleine in Polen ermordeten die Nazis 3 Millionen Juden. Osteuropäische Juden wurden oft direkt durch Einsatzgruppen durch Massenerschießungen hingerichtet, während im Westen (vor dem Transport in die Vernichtungslager) meist der Umweg über Ghettos und Lager gewählt wurde.
Zwangsarbeit und Entvölkerung
Millionen Osteuropäer wurden als Zwangsarbeiter verschleppt und unter unmenschlichen, oft tödlichen Bedingungen ausgebeutet. Ganze Dörfer wurden niedergebrannt und entvölkert.
Historiker bezeichen den Krieg im Osten daher als extremen Vernichtungskrieg, der sich grundlegend von der Besatzung westeuropäischer Länder wie Frankreich, Dänemark oder den Niederlanden unterschied. Detaillierte Informationen und Opferzahlen bietet die Dokumentation des US Holocaust Memorial Museum, https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/documenting-numbers-of-victims-of-the-holocaust-and-nazi-persecution
Quellen: WIKIPEDIA
Foto: By Bundesarchiv, Bild 192-208 / WIKIPEDIA









