Vortrag von Prof. Dr. Rümenapf fand großes Interesse – Vor Amputationen eine „Zweitmeinung“ einholen
Der Vortrag von Professor Dr. Gerhard Rümenapf im Klinikum Landau-Südliche Weinstraße am 23. Juli 2026 über die Volkskrankheit Diabetes und die Behandlung von Gefäßerkrankungen, wie zum Beispiel den Diabetikerfuß, fand großes Interesse. An dem voll besetzten Saal war zu erkennen, dass viele Menschen von dieser Krankhei betroffen sind. Eingangs erklärte der Fachmann genau, welche Vorzeichen man bei einem Diabetikerfuß nicht ignorieren sollte. Insbesondere bei Durchblutungsstörungen spüre man seinen Fuß nicht mehr, was zu Neuropathie, also Schädigung der Nerven nach ich ziehen könne.

Rümenapf ging nochmals auf frühzeitige Symptomatik des diabetischen Fußsyndroms und die kritisch zu bewertende periphere arterielle Neuropathie (PAVK) und ischämische Ursachen und der Wechselwirkung dieser Krankheit ein. Wenn Gefäß- und Nervenkrankheiten gleichzeitig vorlägen, könnte sich dies gegenseitig beeinflussen. Eine Nervenschädigung (Neuropathie) könne dazu führen, dass Betroffene den typischen Schmerz der pAVK beim Gehen nicht mehr spüren, sagt der Experte. Die Warnsignale der Durchblutungsschwäche würden sozusagen versteckt. Wenn die Blutgefäße so stark verengt seien (ischämische Neuropathie), dass auch die Nerven nicht mehr genug Sauerstoff bekämen, könne die pAVK selbst eine Neuropathie (oder taube, schmerzhafte Nervenausfälle) verursachen oder auch verschlimmern.
Risiken bei Diabetes (Diabetischem Fuß?)
Verletzungen bleiben unbemerkt. Durch die Neuropathie spürt der Fuß keinen Schmerz mehr (Taubheit). Es besteht schlechte Heilung. Durch die pAVK kommt zu wenig Blut und Sauerstoff im Gewebe an. Es besteht die Gefahr, dass kleine Druckstellen unbemerkt bleiben und deshalb extrem schlecht abheilen, was im schlimmsten Fall zu schweren Fußkomplikationen und Folgeschädigungen führen kann. Anhand von Fotografien verdeutlicht der Professor, dass man es durch „gesunde“ Ernährung erst gar nicht zu diesen Ausschreitungen von Diabestes kommen lassen muss, so dass auch Amputationen vermieden werden könnten.
Wie entsteht der Diabetische Fuß?
Das Diabetische Fußsyndrom und drohende Amputationen entstehen durch jahrelang unzureichend eingestellten Blutzucker. Hohe Blutzuckerwerte schädigen über die Zeit feine Nerven (Polyneuropathie) und Blutgefäße (Mikro- und Makroangiopathie). Wunden werden dadurch nicht mehr gespürt und heilen extrem schlecht. „Medikamente, die den Blutzucker und das Gewicht effektiv senken, verhindern solche Folgeerkrankungen langfristig, anstatt sie zu verursachen“, wird immer wieder in Magazinen behauptet.
In Deutschland erkranken jährlich schätzungsweise 500.000 bis 850.000 Menschen an einem Diabetischen Fußsyndrom (DFS). Die Zahl der jährlichen Amputationen liegt laut der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) bei etwa 40.000 bis 50.000 Eingriffen (davon ca. 7.500–8.000 Majoramputationen oberhalb des Knöchels, der Rest Minoramputationen wie Zehen oder Mittelfuß).
FAZIT unserer Redaktion:
Fehlanreize und Zweitmeinung: Die DDG kritisiert seit Jahren, dass bis zu 50 % aller Amputationen durch engmaschige interdisziplinäre Versorgung vermeidbar wären.
Rechtliche Maßnahme: Um unnötige Operationen aus rein ökonomischen Gründen zu verhindern, hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) Versicherten das Recht auf eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung vor einer geplanten Amputation eingeräumt.
Am 23.07.2020 hatte die Deutsche Diabetis Gesellschaft in einer Pressemitteilung auf die Awareness-Kampagne gegen unnötige Amputationen bei diabetischen Fußsyndrom hingewiesen, in der ein neuer „Fuß-Pass“ gefordert wurde, um die Informationslücke zu schließen. Weiter wird mitgeteilt, dass das diabetische Fußsyndrom (DFS) jährlich rund 40.000 Amputationen in Deutschland verursacht. Rund die Hälfte könnte durch vorherige Präventionsmaßnahmen und alternative medizinische Therapien begrenzt oder gar verhindert werden, doch diese sind nicht immer allen Betroffenen und Behandelnden bekannt. Im April 2020 beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) deshalb, dass sich gesetzlich Versicherte mit einem DFS vor einer Amputation eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung einholen können, um die medizinische Notwendigkeit des Eingriffs zu prüfen. Mit dem neuen „Fuß-Pass“ möchte die Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) Patientinnen und Patienten über dieses Recht aufklären, sicherstellen, dass diese sich bestmöglich beraten und therapieren lassen, und die Prävention stärken. Der Pass kann kostenlos unter der Mailadresse diabetesfusspass@ddg.info bestellt werden“, https://www.ddg.info/presse/awareness-kampagne-gegen-unnoetige-amputationen-beim-diabetischen-fusssyndrom#:~:text=Rund%20die%20H%C3%A4lfte%20k%C3%B6nnte%20durch%20vorherige%20Pr%C3%A4ventionsma%C3%9Fnahmen,die%20medizinische%20Notwendigkeit%20des%20Eingriffs%20zu%20pr%C3%BCfen.
Im Anschluss an den Vortrag wurden von den anwesenden Gästen viele Fragen gestellt, die von dem Fachmann und Experten auch hinlänglich beantwortet wurden. Als Resümee wurde deutlich, dass bei einer „gesunden Ernährung“ das „Schreckgespenst“ DIABETES als Volkskrankheit weitestgehend bekämpft werden könnte. Gesunde Ernährung ist wichtig, um Diabetes zu reduzieren. Das Risiko für Typ-2-Diabetes sinkt deutlich, so auch der ARD-Ratgeber https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Diabetes,diabetes496.html.









