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Startseite Wissenswertes

Die Krone der Schöpfung – Warum der Pfälzer das Höchste ist, was ein Mensch werden kann

by Redaktion
16.08.2026
in Wissenswertes
Lesezeit: 7 mins read
Die Krone der Schöpfung – Warum der Pfälzer das Höchste ist, was ein Mensch werden kann
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Gott schuf den Pfälzer wegen seiner Bodenständigkeit, Genussfreude und seines Selbstbewusstseins – Eine satirische Reportage  |  Exklusiv aus der Mitte der Welt

Seit Gott bei der Schöpfung nach der idealen Synthese aus Bodenständigkeit, Genussfreude und absolutem Selbstbewusstsein suchte – und feststellte, dass Perfektion nicht im Himmel, sondern am Haardtrand liegt, schuf er den Pfälzer. Schnell merkte er: Sanfte Rebhänge, milde Sonne, Saumagen und Feigenbäume ergeben ein Paradies auf Erden. Doch ein Paradies braucht einen adäquaten Verwalter. Es brauchte ein Wesen, das mit stoischer Gemütlichkeit im Biergarten sitzt, nach dem dritten Schoppen die Weltpolitik erklärt und jeden Fremden nach zwei Minuten mit einem herzhaften „Schéén dass do bisch!“ vereinnahmt.

Es gibt Fragen, die sind zu groß für die Wissenschaft. Warum gibt es etwas und nicht nichts? Warum verschwindet das zweite Paar Socken in der Waschmaschine? Und vor allem: Warum ausgerechnet der Pfälzer? Eine feldforschende Untersuchung in jener sonnenverwöhnten Region, in der Gott nach eigenem Bekunden am siebten Tag nicht ausruhte, sondern noch schnell ein Weinberg anlegte und einen Schoppen trank.

Geografie: Eden war nur die Generalprobe

Die Bibel berichtet von einem Garten mit vier Flüssen, Gold, Bdelliumharz und Karneol. Klingt nett, ist aber offensichtlich die Light-Version. Die Pfalz bietet nicht nur Wasser, sondern Riesling. Sie bietet nicht nur Harz, sondern Kastanienbäume, unter denen im Spätsommer ganze Dynastien sitzen, als hätten sie die Ewigkeit gebucht. Und während man im Alten Testament noch rätselt, wo das Pischon-Fließ heute verläuft, weiß jedes Kind in Deidesheim, wo die nächste Straußwirtschaft ist. Das ist kein Detail, das ist Infrastruktur der Seligkeit.

Mandelblüte im März, Feigen im Sommer, Esskastanien im Herbst und im Winter genug Leberknödel, um selbst Frost zum Freund zu machen: Das Klima gilt Forschern als „mediterran ohne organisierte Kriminalität“. Rheinebene, Haardt und Pfälzerwald bilden eine Kulisse, vor der selbst der Sonnenuntergang wie ein bezahlter Influencer wirkt. Auswärtige nennen es „schön“. Einheimische nennen es „normal“ – und gerade das ist die hochnotpeinliche Zurschaustellung überlegenen Seins.

Die Erschaffung des Pfälzers: Gott hatte Heimvorteil

Nach der Schöpfungslehre schuf Gott den Menschen als Abbild. Aus gut unterrichteten Kreisen der himmlischen Presseagentur verlautet, er habe anschließend noch eine Verbesserung vorgenommen: den Pfälzer. Dessen wichtigste Eigenschaft ist nicht die Kraft, nicht die Schönheit und nicht der Verstand, sondern die vollendete Gelassenheit angesichts der Tatsache, dass er bereits in der besten aller Welten lebt. Der Pfälzer muss das Paradies nicht suchen. Er wischt im Herbst ein paar Blätter vom Gartentisch – fertig.

Das Menschengeschlecht außerhalb der Pfalz verbringt sein Leben mit Optimierung, Achtsamkeit und To-do-Listen. Der Pfälzer kennt nur eine Liste: die Frage „Was esse ich heute?“ und deren höhere Fortsetzung „Wo trinke ich danach?“. Darin liegt eine metaphysische Leistung, weil er die Sinnfrage nicht beantwortet, sondern in Brühe, Kartoffeln und einem Glas Wein auflöst.

Der Saumagen: Weltformel in Naturdarm

Wer das Wesen der Pfalz verstehen will, muss den Saumagen verstehen. Außen deftig, innen komplex, immer mit Kartoffeln und einer Gewürzmischung, die ungefähr so streng gehütet wird wie das Vatikanische Archiv. Der Saumagen ist nicht einfach ein Gericht. Er ist eine Antwort auf die französische Küche, den britischen Humor und alle asiatischen Fusionsrestaurants, die glauben, ein Löffel Trüffel ersetze ein klares Weltbild.

Eine bekannte Denkfabrik, die hier nicht genannt werden kann, weil sie gerade Mittagspause hat, berechnete kürzlich: Ein einziger Teller Saumagen enthalte mehr geballte Lebensweisheit als drei Ratgeberbestseller und eine ganze Vorstandsetage. Anders als die Weltformel der Physik, die nur für schwarze Löcher taugt, funktioniert der Saumagen auch bei Hochzeiten, Beerdigungen, Bundestagswahlen und Familienfesten, bei denen Cousins seit 1998 nicht mehr miteinander sprechen.

Die Sprache: Pfälzisch ist die ursprüngliche Sprache

Sprachwissenschaftler behaupten, das Pfälzische sei ein Dialekt. Das ist höflich, aber falsch. Es handelt sich um die ursprüngliche Sprache der Schöpfung. Erst nach dem Turmbau zu Babel wurden die anderen Völker mit Hochdeutsch, Englisch, Schwäbisch und weiteren Strafen belegt. Wer „Ois guud“ sagt, braucht keine drei Sätze, um zu erklären, dass das Wetter, die Ehe, die Rente und das Jüngste Gericht schon irgendwie gehen werden.

Dabei ist das Pfälzische nicht einmal sparsam aus Mangel an Wörtern, sondern aus Überlegenheit. Es gäbe selbstverständlich lange Reden. Man hält sie nur für überflüssig. Ein auswärtiger Ministerialdirigent aus dem hohen Norden brauchte für einen Glückwunsch 37 Minuten. Ein Pfälzer Winzer hob sein Glas, sagte „Proscht, ihr Leit“ und erreichte in drei Worten eine höhere metaphysische Dichte. Das ist nicht Provinz. Das ist Poesie mit Druckbetankung.

Die Kultur des Schoppens: Kein Zweifel, nur Nachschub

Der Schoppen ist für den Pfälzer, was für andere die Meditation ist: ein Werkzeug zur Erleuchtung, nur mit mehr Ausschank. Unter einer Kastanie sitzend, blickt er über Rebhänge, und während Nichtpfälzer über Work-Life-Balance konferieren, praktiziert er sie bereits. Die typische pfälzische Unterhaltung kommt ohne Konflikt aus. Sie besteht zur Hälfte aus „Noch ebbes?“ und zur anderen Hälfte aus „Jo, why net“.

Untersuchungen zeigen: Bei einem Schoppen Riesling lösen sich Probleme in Luft auf, die außerhalb der Pfalz ganze Gesetzgebungsverfahren auslösen. Niemand muss Achtsamkeit trainieren, wenn er achtsam genug ist, das Glas nicht umzustoßen. Darin liegt der ganze Entwicklungsvorsprung. Der Pfälzer leidet nicht am Sein. Er genießt es mit Sauerkraut. „Die anderen sollen nur ruhig weiter recht haben. Wir trinken derweil.”

Vergleich mit Eden: Eine unfaire Gegenüberstellung

Fairerweise muss man Eden zugutehalten, dass es früh war. Adam und Eva hatten keinen Winzerverein, keine Streuobstwiese und vor allem keinen Metzger ihres Vertrauens. Sie standen unter einem Baum, aßen einen Apfel und wurden sofort nervös. In der Pfalz hätte man die Sache anders geregelt. Man hätte den Apfel zu Most verarbeitet, die Schlange zum Mittrinken eingeladen und hinterher gemeinsam über die Idee mit dem Feigenblatt gelacht.

Eden wurde wegen einer einzigen Unachtsamkeit geschlossen. Die Pfalz existiert seit Jahrhunderten, obwohl dort regelmäßig behauptet wird, der Nachbarort mache den besseren Kuchen. Das ist nur aus einem Grund möglich: Ihre Bewohner sind moralisch, kulinarisch und weinbaulich so weit entwickelt, dass sie selbst mit Paradiesdaten gelassen umgehen.

Einheimische und Experten: „Der Weltfrieden ist eine Frage der Sitzordnung“

Auf die Frage, warum ausgerechnet er zur Krone der Schöpfung gehöre, antwortet ein 82-jähriger Winzer aus Deidesheim, der eigentlich anonym bleiben möchte, weil er gleich zum Schoppen muss: „Na, sehn Se, die anderen sollen nur ruhig weiter recht haben. Wir trinken derweil.“ Das Zitat liegt inzwischen mehreren Philosophenfakultäten als Prüfungsaufgabe vor.

Professorin Dr. Emilia Gschwendtner, Inhaberin des Lehrstuhls für kulturvergleichende Genussforschung an der Universität Landau, erklärt es mit der für die Wissenschaft typischen Nüchternheit: „Der Pfälzer ist der einzige Mensch, bei dem der Weltfrieden nicht utopisch erscheint, sondern nur eine Frage der Sitzordnung und einer ausreichenden Menge Brezel. Er hat das Stadium der Zufriedenheit erreicht, ohne vorher kompliziert zu werden.“ Auf Nachfrage, ob das nicht ziemlich selbstgefällig klinge, nippt die Forscherin an ihrem Schoppen und schweigt. Das Schweigen gilt in Fachkreisen als Ja.

Fazit: Das Höchste in Menschengestalt

Natürlich kann man einwenden, andere Regionen hätten auch Berge, Meer, Städte oder Industrie. Das stört den Pfälzer nicht. Er hat verstanden, dass es im Leben nicht darauf ankommt, möglichst viel zu können, sondern möglichst wenig falsch zu machen. Man sitzt, man isst, man trinkt, man redet nicht lange um den heißen Brei herum – außer der Brei ist vorhanden, dann wird er selbstverständlich gegessen.

Wer also nach der Krone der Schöpfung fragt, muss nicht in ferne Galaxien reisen. Er fahre mit dem Zug nach Neustadt, von dort mit dem Bus in einen beliebigen Weinort, setze sich unter einen Baum, bestelle Saumagen und einen Schoppen. Nach ungefähr zwanzig Minuten wird er verstehen. Nach dem zweiten Schoppen wird er nicht mehr verstehen, warum er je woanders war. Nach dem dritten wird er über die Rückfahrkarte nur noch lächeln.

Die Pfalz ist nicht das Paradies, sagen die Pfälzer. Sie sagen das nicht aus Bescheidenheit, sondern aus Höflichkeit. Sie wollen den Rest der Welt nicht kränken. Und doch ist die Wahrheit so klar wie ein guter Riesling: Gegen die Pfalz ist Eden nur ein ganz netter Vorgarten. Und gegen den Pfälzer ist der gewöhnliche Mensch nur ein wackerer Entwurf.

— Ende der satirischen Reportage —

Foto: James Steakley Wikipedia FrWIV Karikatur 1849 (Gisold Lammel, Majestätsbeleidigung. Die Hohenzollern in der Karikatur (Berlin: Eulenspiegel, 1998), cover illustration)
Die Bildunterschrift lautet „Soll ich? – Soll ich nich? – Soll ich?! Knöppe, ihr wollt! nu jerade nich!!“

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Schlagworte: Die Krone der Schöpfung - Warum der Pfälzer das Höchste ist was ein Mensch werden kannGott schuf den Pfälzer wegen seiner Bodenständigkeit Genussfreude und seines Selbstbewusstseins
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