Innere Zersplitterung, strukturelle Diskriminierung und Missbrauchsskandale führen zum Glaubwürdigkeitsverlust?
Die Kirche wird oft als spaltend wahrgenommen, da sie trotz des Anspruchs, Menschen zu vereinen, historisch und aktuell zu Trennungen führt. Die Spaltungen vrlaufen dabei sowohl innerkirchlich (Konfessionen) als auch gesellschaftlich (Rollenbilder, Skandale). Nicht nur innere Zersplitterung und strukrurellen Diskriminierungen der Geschlechterrollen führen seit Jahren zu Glaubwürdigkeitsverlusten der katholischen, als auch der protestantischen Kirche. Angstprediger tun ihr Übriges dazu. Auch in Deutschland hat sich inzwischen ein vernetztes, rechts-christliches Milieu herausgebildet, das den Kirchen zu denken geben muss.
Wie rechte Christen Gesellschaft und Kirchen unterwandern, darüber schreibt die Autorin Liane Bednarz in ihrem BUCH „Die Angstprediger“.

Im Vorwort schreibt die Autorin, dass es in beiden christlichen Konfessionen zu einer regelrechten Spaltung gekommen sei. Auf der einen Seite die Konservativen, die katholischerseits den Zölibat befürworten und die Frauenordination ebenso wie Kritik an der Kirchenhierarchie ablehnen, sowie die so genannten „bibeltreuen“ Protestanten, die sich regional im „Bibelgürtel“ rund um Dresden, in schwäbischen Gebieten Bayerns, in Wuppertal sowie im Siegerland und Nordhessen konzentrieren. Auch das hessische Hinterland rund um Biedenkopf sei weltanschaulich vom Siegerland geprägt, auch dort seien die geschilderten gesellschaftlichen Veränderungen in den Dörfern offensichtlich.
Wie unter einem Brennglas lasse sich hier etwas verfolgen, das auch gesamtgesellschaftlich zu beobachten ist: Aus ehemals harmlosen Konservativen werden Menschen, die schrittweise rechte Positionen übernehmen und sich nicht selten nach und nach immer weiter radikalisieren. Als Feindbilder müssen die Themenkomplexe „Genderwahn“ und Homosexualität, „Islamisierung des Abendlandes“ und „GEZ-Medien“ herhalten. Überstrahlt wird alles von dem „typisch neurechten“ Zerrbild der „Überfremdung“, https://www.efo-magazin.de/magazin/politik-welt/christliche-angstprediger-spalten-die-kirche/
Hier sind die Hauptgründe, wie die Kirche spaltet:
Innere Zersplitterung (Konfessionen): Die Kirche ist in viele verschiedene Richtungen und Konfessionen aufgespalten, was als Widerspruch zur Einheit verstanden wird. Beispiele hierfür sind das Große Schisma (1054) zwischen West- und Ostkirche sowie die Reformation, die das Christentum in katholische und protestantische Gebiete spaltete.
Strukturelle Diskriminierung und Geschlechterrollen: Die katholische Kirche spaltet insbesondere durch den Ausschluss von Frauen von sakralen Ämtern (Priestertum), was Ehrenamtliche – die zu 70% aus Frauen bestehen – als „Menschen zweiter Klasse“ fühlen lässt. Der „Synodale Weg“ verdeutlicht Konflikte, da Forderungen nach Gleichberechtigung oft vertagt werden.
Missbrauchsskandale und Glaubwürdigkeitsverlust: Verfehlungen der Kirche, insbesondere Missbrauchsskandale, führen zu Vertrauensbrüchen und spalten die Gemeinschaft. Diese führen zu einer Entfremdung, da die Institution als starr und reformunfähig wahrgenommen wird.
Theologische und kulturelle Differenzen: Im Laufe der Geschichte führten unterschiedliche Lehrauffassungen (z.B. Papstprimat, Verständnis der Eucharistie) und kulturelle Prägungen (Sprache, Liturgie) zu tiefen Rissen.
Verlust an Relevanz: Viele Menschen treten aus, da sie die Kirche als nicht mehr zeitgemäß empfinden und Gottesdienste als schwer verständlich erleben, was eine Trennung zwischen der Institution und der Lebensrealität der Menschen darstellt.
Obwohl die Kirche durch Versöhnung und Liebe Einheit stiften soll, ist sie aufgrund ihrer Lehren und Strukturen häufig ein Faktor, der Menschen voneinander trennt.











