David Schraven berichtet über viele seiner Recherchen
Ein voll besetzter Saal im Neustadter Roxy-Kino, um den Vortrag von Correctiv-Gründer David Schraven zu hören, zeigt, dass sich viele Menschen für investigativen Journalismus interessieren, insbesondere, wenn David Schraven als Fachmann darüber berichtet. Nicht nur seine Lebensgeschichte war spannend wie ein Roman, die er als Journalist erlebte, dabei auch Grenzen im Journalismus überschreiten musste, sei oft eine Herausforderung gewesen. Wenn man den nötigen Mut habe, könne man alles erreichen. Deshalb sei Medienbildung bereits in der Jugendarbeit wo wichtig, sie sei prägend für das ganze Leben. Durch seine investigativen Recherchen löse er öffentliche Debatten aus, die für die Demokratie so wichtig seien, erklärt der Fachmann.
In dem Grußwort von Pfarrerin Martina Horak-Werz, Mitbegründerin der Initiative „Omas gegen Rechts“ in Neustadt, die zu dieser Veranstaltung eingeladen hatten, wurde auch durchleuchtet, wie es zu dieser Gründung kam. Es sei ein bundesweiter Aufruf gewesen, dem man sich wegen des Kandeler Gewaltverbrechens eines Afghanen an einem 15-jährigen Mädchen damals angeschlossen habe, erklärt die protestantische Pfarrerin.
Einige seiner Recherche-Themen sprach Schraven offen an, u.a. wie die Recherchen abgelaufen sind im Fall eines Bottroper angesehenen Apothekers, der Krebskranke um ihre Heilungschancen brachte. Einen großen Raum nahm das Thema „Rechtsradikalismus“ ein. Dass politische Personen Verbindungen zu Russland pflegten, mache Angst. Auch hierüber habe Correctiv recherchiert. Im Buch „Die Correctiv-Story“ (Kapitel 4) zum Thema „Der Abschuss von MH17“: Wer schoss über der Ukraine ein Flugzeug mit 298 Menschen vom Himmel, und wer gab den Befehl dazu?, findet man verschiedene Antworten dazu.
Beeindruckend erzählt David Schraven, dass er sich den wichtigsten Satz seines Lebens als Kind von seiner Mutter eingeprägt habe, die sagte: „Wir haben die Grenzen der Welt nicht gesetzt. Warum sollen wir sie halten?“ Von niemand werde man gezwungen, Journalismus nur als Zeilenschreiber zu verstehen oder als Formatfüllen im Fernsehen. „Wir können Grenzen überwinden und alles erreichen, wenn wir nur den Mut dazu haben“. Schraven ist überzeugt, dass jeder der möchte, Journalist sein kann. Er ist Gründer von Correctiv und leitet das Recherchezentrum als Publisher. Er wurde für seine Arbeit vielfach ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Bottrop.
Im Anschluss entspann sich eine rege Diskussion, wo viele Fragen an den investigativen Journalisten gestellt wurden. Sein BUCH „Die Correctiv-Story“ ist erhältlich in der Neustadter Buchhandlung Quodlibet zum Preis von 25,– Euro.













