Malen gegen Depressionen
Gabriele Walcher, ein echtes Haßlocher Mädel, malte sich ihre Depressionen von ihrer Seele und es entstanden die schönsten Bilder. Erst vor kurzem ist sie zur Haßlocher Selbsthilfegruppe „Lebensfreude“ gestoßen. Auch schämt sie sich nicht, offen über ihre seelische Krankheit zu reden. Erfahrungsaustausch mit anderen hat ihr viel Positives gebracht. Wenn sich tief in ihrem Inneren dunkle Gedanken breitmachen wollen, geht sie in ihr kleines Atelier und malt sich mit bunten und hellen Farben ihre trüben Gedanken weg. Ihr Atelier ist auch ihr Zufluchtsort, um sich abzulenken.
Ihre Depression begann mit ihrem kranken Vater, den sie umsorgte bis er starb. Die Folge war eine „Erschöpfungsdepression“, erzählt uns Gabi Walcher ihre Geschichte. Durch die Pflege ihres Vaters hatte sie keine Kraft mehr. Aufgefangen wurde sie in diesen schweren Zeiten von ihrer Familie, auch in der Klinik in Bad Gleisweiler, wo sie viel Kraft und Zuversicht tanken konnte. Dafür ist sie auch heute noch unendlich dankbar. „Nie im Leben hätte ich gedacht, dass meine eigene Geschichte für andere interessant sein könnte. Aber mir wurde gesagt, ich soll sie doch mal erzählen“, so Gabi Walcher gegenüber unserer Redaktion. Im Laufe der Jahre sei sie nochmal in Gleisweiler gewesen, und wieder wurde ihr dort geholfen. Aus diesem Grund ist sie von dieser Klinik sehr überzeugt.
Inzwischen ist sie nicht nur eine experimentierfreudige Malerin geworden, sie will auch ihre erlernten Fähigkeiten in der Ergo-Therapie, wie z.B. die Servietten-Technik auf Juten-Taschen aufbringen, Seidenschal-Malerei und das Speckstein-Schnitzen den Gruppenmitgliedern näher bringen. Ideen holt sie sich auch gerne im Internet. „Manchmal stehe ich an meiner Staffelei vor einer weißen Leinwand und ich weiß noch gar nicht , welches Bild entsteht“, erzählt uns die Künstlerin, die sich jetzt schon freut, ihre Kenntnisse auch anderen zeigen zu können. Vorgesehen ist, dass über den Förderverein Selbsthilfegruppe „Lebensfreude“ Anfang des nächsten Jahres ein Mal- oder Bastel-Tag angeboten wird. Wichtig ist Gabi Walcher der Zusammenhalt. Und sie freut sich, dass sie in der Gruppe so gut aufgenommen wurde. Positiv sei auch, dass sie sich sehr wohl in der Selbsthilfegruppe fühle. „Es ist immer besser, Probleme mit Gleichgesinnten zu besprechen, da weiß jeder, von was man spricht“.
Wer Interesse hat, sich der Haßlocher Selbsthilfegruppe anzuschließen, kann sich bei der Leiterin Karin Hurrle unter Tel.Nr. 0170/2784 150 oder unter der e-mail info@lebensfreude-selbsthilfe.de melden.
Foto: Gabi Walcher bei der Arbeit








