„Der Fall Schlösser“ – Hoffnung auf eine Wiederaufnahme?

Schlösser-Firmen unberechtigt in die Insolvenz getrieben – Firmeninhaber Sozialbetrug unterstellt – Ehemaliger Finanzbeamter mitgewirkt?
Im „Fall Schlösser“, wo es letztendlich vor mehr als 20 Jahren um eine unberechtigt eingeleitete Insolvenz gegen die Schlösser-Firmen ging, könnte endlich Bewegung in die Sache kommen. Einige Jahre hat es gedauert, bis Emilie Schlösser als ehemalige Firmeninhaberin vielleicht doch noch vor dem Stuttgarter Finanzgericht Gehör findet. Immerhin hat das Finanzgericht Stuttgart Anfang März 2026 Kontakt mit ihr aufgenommen und versichert, dass die umfangreichen Unterlagen geprüft werden. Es wurde sogar ein entsprechendes Aktenzeichen vergeben. Jahrelang hatte Emilie Schlösser mit allen Mitteln darum gekämpft, wegen der „Willkür“ dieses unberechtigt eingeleiteten Insolvenzverfahrens, womit man nicht nur das Firmenvermögen, sondern auch das Privatvermögen vollkommen vernichtet hatte, eine Aufklärung zu erhalten. Doch der Kampf schien aussichtslos. Nun ein neuer „Hoffnungsschimmer“, doch noch Gehör vor den Behörden zu erhalten.
In 40jährigem Fleiß von Klaus und Emilie Schlösser haben sich die Beiden eine Existenz aufgebaut, was nicht jedem gelingt. Die Anfänge waren nicht immer leicht und es gab viele Entbehrungen. Neid und Missgunst aus politischen Kreisen könnte eine Rolle gespielt haben, weshalb man den Schlössers so übel mitgespielt hatte. Immerhin hatten sie es zu einem gewissen Wohlstand und Ansehen im Raum Ravensburg gebracht und hatten auch der christlichen Partei, der CDU, angehört. Oft sind die Parteifreunde, die schlimmsten Feinde.
Durch jahrelange Recherchen im „Fall Schlösser“ konnte NACHRICHTEN REGIONAL viele Menschen kennen lernen, die Informationen konnten wie ein Mosaik-Stein zusammengefügt werden, so dass ein Bild entstanden ist, wie die Geschichte der Schlössers abgelaufen sein könnte. Unendlich viele Aktenordner liegen NR vor, woraus ersichtlich ist, was sich im Laufe des Insolvenzverfahrens abgespielt hat.
Dass Emilie Schlösser eine Aufklärung über das unberechtigt eingeleitete Insolvenzverfahren will, ist verständlich. Der Schaden, den man der Familie damals zugefügt hatte, geht ins „Unermessliche“. Was NR ebenfalls von Whistleblowern zugetragen wurde ist, dass ein ehemaliger Finanzbeamter des Finanzamtes Ravensburg an der Einleitung des Insolvenzverfahrens der Schlösser-Firmen beteiligt gewesen sein soll. Eine neue Tatsache, der noch nicht nachgegangen wurde. Offenkundig sei, so unsere weiteren Hinweise, dass dieser Finanzbeamte danach in ein Ravensburger Steuerberaterbüro gewechselt sei. Inzwischen berichten uns Insider, dass dieser Finanzbeamte auch das Insolvenzverfahren für das Finanzamt Ravensburg beantragt haben soll, um seine eigenen „Fehler“ und „Unfähigkeit“ zu vertuschen.
Inzwischen sind über 20 Jahre ins Land gegangen. Mit der unberechtigt eingeleiteten Insolvenz, die vom Ravensburger Finanzamt seinerzeit gegen die Schlösser-Firmen eingeleitet wurde, wurde nicht nur Firmenvermögen zerstört, sondern ganze Familien zersetzt und ein angesehener Unternehmer zum Sozialhilfeempfänger gemacht. Bevor der Familie überhaupt bewusst wurde, wer überhaupt hinter diesen Machenschaften steckt, vergingen Jahre. Der Frust wurde noch größer, als Emilie Schlösser mit den Recherchen begann und viele Akten sichten konnte. Sie hatte sich damals geschworen, diese unglaubliche „Willkür“ des Finanzamtes gemeinsam mit den Justizbehörden aufzuklären. Und sich mit allen ihr als deutscher Bürger zur Verfügung stehenden Rechtsmitteln zur Wehr zu setzen. Sie setzt somit seit vielen Jahren all ihre Kraft ein, um zuständige Behörden mit Beweisunterlagen zu versorgen. Immer wieder hat sie die Politik, nicht nur in der Region, sondern auch in Berlin von dieser „Willkür“ in Kenntnis gesetzt.
Gerade diese vielen Schreiben haben ihr immer wieder Strafanzeigen und Strafbefehle eingebracht. Die Staatsanwaltschaft in Ravensburg, und zwar ein besonderer Staatsanwalt, der immer wieder gerne „aufmüpfige“ Senioren in die Psychiatrie bringt, ist nicht davor zurückgeschreckt, einen Psychiater in eine ihrer letzten Strafverhandlungen zu setzen, um über Emilie Schlösser ein Gutachten zu erhalten, dass sie unzurechnungsfähig ist. Doch nichts dergleichen hat der Psychologe getan, vielmehr hat er nach der Verhandlung erklärt, dass keine geistigen Einschränkungen bei ihr vorhanden sind. Genau diese Strafverhandlung hat eine Polizeibeamtin der Ravensburger Polizei gegen Emilie Schlösser zum Anlass genommen und erneut Strafanzeige gegen sie gestellt, obwohl sich Emilie Schlösser in dem Strafverfahren mit dem Polizeipräsidenten Stürmer geeinigt hatte und er seine Anzeige gegen sie während der Verhandlung zurückgenommen hatte. NR hatte über diese Verhandlung am 22.11.2022 berichtet https://nachrichten-regional.de/urteil-gegen-emilie-schloesser-wegen-vergleich-mit-polizeipraesident-stuermer-ist-rechtskraeftig/. Dieses Ermmittlungsverfahren, eingeleitet durch die Ravensburger Polizeibeamtin wurde inzwischen von der Ravensburger Staatsanwaltschaft eingestellt.
Wie geht es jetzt beim Finanzgericht Stuttgart weiter?
Emilie Schlösser hofft, dass der Insolvenzbetrug an ihren Firmen aufgeklärt wird, nachdem viele Beweisunterlagen inzwischen dem Finanzgericht Stuttgart vorliegen und nachgereicht wurden. Würde eine Anfechtung der eingeleiteten Insolvenz geltend gemacht werden können, könnte dies durch eine Schadenersatzklage geschehen. Da durch die vielen Anzeigen von Emilie Schlösser bei den zuständigen Behörden immer wieder darauf aufmerksam gemacht wurde, ohne eine entsprechende Antwort zu erhalten, könnte dies als Verjährungsunterbrechung angesehen werden.
In Anbetracht der Tatsache, dass ein ehemaliger Finanzbeamter des Ravensburger Finanzamtes dabei geholfen hatte, die Schlösser-Firmen in den Ruin zu treiben, hat insofern ein „besonderes Geschmäckle“, deshalb ein Strafantrag gegen diesen Finanzbeamten gestellt werden sollte und ein Ermittlungsverfahren gegen ihn einzuleiten wäre. Es ist abzuwarten, ob dies auch das Finanzgericht Stuttgart so sieht?