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Startseite Überregional

Der „Fall Schlösser“ – 25 Jahre Kampf um die Wahrheit – Ein Kampf gegen „Windmühlen“? – Die Hoffnung stirbt zuletzt

by Redaktion
07.08.2026
in Überregional
Lesezeit: 12 mins read
Die „Reichsbürger“ breiten sich aus wie eine Krake – Szene im Raum Neustadt, Lambrechter Tal und der Südlichen Weistrasse aktiv
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Wie ein Unternehmer-Ehepaar aus dem Ravensburger Raum durch mutmaßlichen Bilanzbetrug, eine umstrittene Insolvenz und jahrelange Justizwillkür um seine Existenz gebracht wurde – und bis heute nicht aufgibt

Zusammengetragen von Mitgliedern des Recherche-Teams der Redaktion NACHRICHTEN REGIONAL

Das Ehepaar Schlösser hatte eine letzte Hoffnung, dass der an ihnen möglicherweise begangene „Insolvenzbetrug“ vielleicht doch noch aufgeklärt wird? Sie wandten sich deshalb an die Korruptionsbekämpfungsstelle in Stuttgart. Die umfangreichen Aktenunterlagen wurden deshalb dem zuständigen Vertrauensanwalt der baden-württembergischen Landesregierung, Michael Rohlfing, zur weiteren Bearbeitung zugesandt. Nun bekam das Ehepaar Schlösser die niederschmetternde Nachricht von ihm, wo er Emilie Schlösser am 06.08.2026 in einer e-mail folgendes mitteilt: „Ich kann bekanntlich nur bei einem Anfangsverdacht im strafprozessualen Verständnis auf eine Korruptionsstraftat tätig werden. Einen solchen Anfangsverdacht auf eine Korruptionsstraftat habe ich vorliegend bei Ihnen gerade auch aufgrund Ihres Tatsachenvortrages nicht gewinnen können, sodass ich auch nicht tätig werden kann und auch nicht weiter tätig geworden bin und werde. Ich habe jedoch, wie in solchen Fällen bei meiner Verneinung eines Anfangsverdachts auf eine Korruptionsstraftat üblich, dem zuständigen Ministerium, in Ihrem Fall dem Finanzministerium, über diesen Vorgang berichtet“, so die weitere Argumentation des Vertrauensanwaltes. Mehr wie überrascht war dads Ehepaar über diese e-mail von Anwalt Rohlfing, was ihm noch am gleichen Tage mitgeteilt wurde, https://www.bender-harrer.de/team/michael-rohlfing.

Seit über zwei Jahrzehnten kämpft Emilie Schlösser aus dem Raum Ravensburg um die Aufarbeitung dessen, was sie und ihr Ehemann Klaus als systematische Zerstörung ihrer Lebenswerke bezeichnen. Was Anfang der 2000er Jahre als Insolvenz eines mittelständischen Tiefbauunternehmens begann, entpuppte sich nach den Schilderungen der Betroffenen und vorliegenden Dokumenten als ein Geflecht aus mutmaßlichem Bilanzbetrug, fragwürdigen staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und gerichtlichen Entscheidungen, die bis heute Fragen aufwerfen. Nun könnte das Finanzgericht Stuttgart neue Erkenntnisse bringen.

Der Aufstieg: 40 Jahre Aufbauarbeit

Was heute als „Fall Schlösser“ in der regionalen und überregionalen Presse bezeichnet wird, beginnt als Erfolgsgeschichte des deutschen Mittelstands. Klaus Schlösser, geboren am 1. August 1941, und seine Ehefrau Emilie Schlösser, geboren am 29. April 1939, hatten über Jahrzehnte hinweg im Raum Ravensburg in Oberschwaben ein Bauunternehmen aufgebaut. Die Schlösser Spezialtiefbau GmbH sowie die Einzelfirma Klaus und Emilie Schlösser galten als angesehene Betriebe im Erd- und Tiefbau. [1] Nachrichten Regional, „Der Fall Schlösser – Hoffnung auf eine Wiederaufnahme?“, 5. Mai 2026. In rund 40 Jahren Fleiß, so berichten beide, schufen sie sich eine Existenz, die der Familie nicht nur finanzielles Auskommen, sondern auch Anerkennung in der Region verschaffte. Sie waren CDU-Mitglieder, engagierten sich in der Gemeinschaft – und wurden, so ihre Darstellung, Opfer genau des politischen Umfelds, dem sie vertraut hatten. „Oft sind die Parteifreunde die schlimmsten Feinde“, zitiert Nachrichten Regional Emilie Schlösser. [2] Nachrichten Regional, 5. Mai 2026.

Der Zusammenbruch: „Luftbuchungen“ und
die Insolvenz

Der Niedergang der Schlösser-Unternehmen nahm Ende der 1990er Jahre seinen Lauf – und zwar, wie die Betroffenen und vorliegende Dokumente nahelegen, nicht durch eigenes Verschulden, sondern durch das Handeln ihrer eigenen Steuerberater. Die Steuerberater W.S. und M.L. haben nach den Ermittlungen der Kriminalpolizei Ravensburg in den Bilanzjahren 1998 bis 2001 systematisch sogenannte „wilde Buchungen“ bzw. „Luftbuchungen“ in Höhe von insgesamt rund 5,7 Millionen DM zu Lasten der Einzelfirma Klaus und Emilie Schlösser vorgenommen. [3]. In einem Gutachten der Kriminalpolizei Ravensburg vom 28. Januar 2005 heißt es wörtlich: „Steuerberater Link führte in den Jahren 1998–2001 wilde Buchungen zu Lasten der Einzelfirma Klaus Schlösser, der Grundstücksgemeinschaft Klaus und Emilie Schlösser und der Sabine Schlösser aus. Dies diente zur Vertuschung der längst fälligen Insolvenz der Schlösser-Spezialtiefbau GmbH.“ [4]. Die Manipulationen sollen nach Darstellung der Betroffenen folgendermaßen abgelaufen sein: Die Steuerberater hätten in Zusammenarbeit mit den Bankvorständen S. und D. von der Volksbank Weingarten eG die Umsätze bei der Schlösser Spezialtiefbau GmbH künstlich erhöht und gleichzeitig die Kosten der Einzelfirma Klaus und Emilie Schlösser belastet. Dadurch sei ein Schaden von über 8 Millionen DM an Umsatzsteuer-, Bilanz- und Urkundenbetrug entstanden. [5]

Bereits der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Pluta aus Ulm, stellte im Jahr 2004 Strafantrag gegen den ehemaligen Finanzbeamten L. L. war zuvor beim Finanzamt Ravensburg tätig gewesen und hatte die Schlösser-Firmen finanztechnisch betreut, bevor er Mitte 2000 zur Steuerberatergesellschaft Storz wechselte – und später ein eigenes Steuerberaterbüro eröffnete. Whistleblower berichten, dass L. selbst das Insolvenzverfahren beim Finanzamt Ravensburg beantragt habe, um eigene Fehler zu vertuschen. [6] Nachrichten Regional, 9. April 2015.

Die Rolle der Staatsanwaltschaft: Vom Opfer zum Täter gemacht?

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Ravensburg nahmen jedoch eine Wendung, die aus Sicht der Betroffenen und unabhängiger Beobachter schwer nachvollziehbar ist. Anstatt die in dem Kripo-Gutachten von 2005 namentlich benannten Täter – die Steuerberater – strafrechtlich zu belangen, wurden Klaus und Emilie Schlösser selbst beschuldigt: wegen Bilanzbetrugs, Steuerhinterziehung und Insolvenzverschleppung. [7]. Staatsanwalt Wizemann von der Staatsanwaltschaft Ravensburg soll nach Darstellung von Emilie Schlösser und dem Insolvenzverwalter Pluta keinen Abgleich zwischen den beiden Finanzbehörden angemeldeten Jahresumsätzen und den tatsächlich in den Bilanzen gebuchten Umsatzsummen veranlasst haben – obwohl dieser Abgleich, so Pluta, zwingend erforderlich gewesen wäre. [8]

Am 3. April 2008 verurteilte Richter Böhm vom Amtsgericht Ravensburg Emilie und Klaus Schlösser. Emilie Schlösser berichtet, Richter Böhm habe ihr während der Verhandlung gesagt: „Frau Schlösser, sehen Sie doch ein, dass Sie zu dumm waren, eine Firma zu führen.“ Ein Zuhörer der Verhandlung bestätigte in einer eidesstattlichen Erklärung, dass Staatsanwalt Wizemann die Beweisaufnahme der verlesenen Anklagepunkte verweigert habe. [9]. Der Verdacht der Betroffenen wie auch von Nachrichten Regional: Das Strafverfahren gegen Emilie Schlösser wegen Steuerbetrug (AZ: 77475/31653) sei absichtlich erst am 30. Mai 2009 – also nach der Verurteilung – nach § 170 Abs. 2 StPO eingestellt worden, um das Urteil nicht zu gefährden. Emilie Schlösser erfuhr von der Einstellung des Verfahrens jedoch erst im Februar 2014 – durch ein Schreiben des Finanzamtes Ulm. [10] Nachrichten Regional, „Der Fall Emilie Schlösser aus Ravensburg wird neu aufgerollt“, Februar 2014.

Das psychiatrische Gutachten: „Aufmüpfige Senioren in die Psychiatrie“?

Besonders brisant ist ein Vorfall, der sich bei einer der späteren Strafverhandlungen gegen Emilie Schlösser ereignet haben soll. Die Staatsanwaltschaft Ravensburg – laut Nachrichten Regional ein bestimmter Staatsanwalt, der „immer wieder gerne aufmüpfige Senioren in die Psychiatrie bringt“ – ordnete ein psychiatrisches Gutachten über Emilie Schlösser an. Ziel sei es gewesen, so die Darstellung, sie für unzurechnungsfähig erklären zu lassen und sie damit als Zeugin und Betroffene unglaubwürdig zu machen. [11] Nachrichten Regional, „Der Fall Schlösser – Hoffnung auf eine Wiederaufnahme?“, 5. Mai 2026. Doch der beauftragte Psychologe widerstand diesem Ansinnen offenbar: Nach der Verhandlung erklärte er, dass bei Emilie Schlösser keine geistigen Einschränkungen vorhanden seien. Das Gutachten bestätigte somit ihre volle Zurechnungsfähigkeit – und entlarvte zugleich den Versuch, sie über die Psychiatrie mundtot zu machen. [12] Ebd. Dieses Vorgehen ist nicht singulär. Das Phänomen der Psychiatrisierung unliebsamer Justizopfer ist in der Rechtswissenschaft bekannt. Der Bielefelder Juraprofessor Martin Schwab hat in einem vergleichbaren Fall (Göttingen) die Anordnung eines psychiatrischen Gutachtens als „klar rechtswidrig“ bezeichnet und den Verdacht geäußert, dass Betroffene „mundtot gemacht werden sollten“. [13] DER SPIEGEL, „Göttingen: Eine Patientin kämpft gegen die Justiz“, 7. April 2016.

Der Weg zur Wirtschaftsstrafkammer: „Commercial Court“ in Stuttgart

Nachdem die Staatsanwaltschaft Ravensburg über Jahre hinweg keine Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Täter aufnahm, suchten Emilie und Klaus Schlösser nach neuen juristischen Wegen. Im Februar 2021 erstatteten sie eine 24-seitige Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Ravensburg. Darin forderte sie, ihre Anzeige an die neu geschaffene Wirtschaftsstrafkammer – den sogenannten „Commercial Court“ am Landgericht Stuttgart – weiterzuleiten. Baden-Württemberg hatte als erstes Bundesland im November 2020 diese Spezialkammer für Wirtschaftskriminalität eingerichtet. [14] Nachrichten Regional, „Der Fall Schlösser: Emilie und Klaus Schlösser holen zum Gegenschlag aus“, 15. März 2021.

In ihrer Strafanzeige warfen die Schlössers verschiedenen Personen „Umsatz-Steuer-, Urkunden-, Bilanz-, Kredit- und Nießbrauchbetrug“ vor. Die Anzeige richtete sich auch gegen einen Polizeibeamten, dem falsche Ermittlungsführung und eine falsche eidesstattliche Versicherung vorgeworfen werden. [15]. Zuvor hatten die Schlössers bereits den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages und den Landtag von Baden-Württemberg eingeschaltet. Im Dezember 2021 erhielten sie ein Schreiben des Landtags von Baden-Württemberg mit dem Aktenzeichen Petition 17100706. [16]

Der Vertrauensanwalt der Landesregierung Baden-Württemberg

Im Kontext des Falls Schlösser gewinnt auch die Institution des Vertrauensanwalts zur Korruptionsverhütung der Landesregierung Baden-Württemberg an Bedeutung. Dieses Amt wurde 2009 eingerichtet und steht allen Bürgern, Beschäftigten und Geschäftspartnern der Landesverwaltung als unabhängiger Ansprechpartner bei Verdachtsmomenten auf Korruptionsstraftaten zur Verfügung. Seit Juli 2019 bekleidet Rechtsanwalt Michael Rohlfing dieses Amt. [17] Innenministerium Baden-Württemberg, Pressemitteilung vom 5. Juni 2019. Angesichts der Vorwürfe im Fall Schlösser – insbesondere der Rolle eines ehemaligen Finanzbeamten des Finanzamtes Ravensburg, der an der Abwicklung der Schlösser-Firmen beteiligt gewesen sein soll und später in ein Steuerberaterbüro wechselte – erscheint die Frage relevant, ob und inwieweit der Vertrauensanwalt der Landesregierung mit Hinweisen aus diesem Fall konfrontiert wurde. Die Vorwürfe umfassen mögliche Fälle von Strafvereitelung im Amt (§ 258a StGB), Betrug (§ 263 StGB) und Falschbeurkundung im Amt (§ 348 StGB) – allesamt Tatbestände, die in die Zuständigkeit des Vertrauensanwalts fallen. [18] Merkblatt des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg zur Einführung des Vertrauensanwalts.

Emilie Schlösser hat über Jahre hinweg verschiedene politische Gremien in Baden-Württemberg und auf Bundesebene kontaktiert. Ob dabei auch der Vertrauensanwalt der Landesregierung eingeschaltet wurde, ist aus den öffentlich zugänglichen Quellen nicht abschließend ersichtlich. Allerdings thematisierte Schlösser in ihren Schreiben an den Landtag und den Petitionsausschuss explizit die Verflechtungen zwischen Finanzbehörde, Steuerberatern, Justiz und Politik im Raum Ravensburg. [19]

Justizwillkür?: Das System Ravensburg

Der Vorwurf der Justizwillkür zieht sich wie ein roter Faden durch die Darstellungen der Betroffenen und der Berichte von Nachrichten Regional. Die Schlössers bezeichnen sich selbst als Opfer von „Justiz-Willkür“ – und stehen damit nicht allein. Emilie Schlösser rief im Oktober 2020 öffentlich an alle „Justiz-Opfer“, sich bei ihr zu melden, um gesammelte Petitionen an die Politik zu übergeben. [20]. Auch die AOK Bodensee-Oberschwaben soll nach Informationen von Nachrichten Regional im Dezember 2009 Ansprüche bei der Staatsanwaltschaft Ravensburg im „Fall Schlösser“ angemeldet und gleichzeitig um Amtshilfe gebeten haben. Ob Amtshilfe gewährt wurde, sei ungeklärt. [21] Nachrichten Regional, 9. April 2015.

Emilie Schlösser selbst wurde in den folgenden Jahren immer wieder mit Strafanzeigen und Strafbefehlen überzogen – jedes Mal, wenn sie ihre Rechte einforderte und an Behörden schrieb. Ein Strafbefehl wegen „verbotener Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen“ erging, ebenso wie Verfahren wegen ihres offenen Briefs an Polizeipräsident Uwe Stürmer. Letztlich einigten sich Schlösser und Stürmer im November 2022 vor dem Amtsgericht Ravensburg gütlich: Stürmer nahm seinen Strafantrag zurück, Schlösser entschuldigte sich öffentlich. [22] Nachrichten Regional, 18. November 2022. Dennoch leitete eine Polizeibeamtin der Ravensburger Polizei nach dieser Verhandlung ein neues Ermittlungsverfahren gegen Schlösser ein – obwohl der Polizeipräsident seine Anzeige zurückgenommen hatte. Dieses Verfahren wurde von der Staatsanwaltschaft Ravensburg inzwischen eingestellt. [23] Nachrichten Regional, 5. Mai 2026.

Aktuelle Entwicklung: Das Finanzgericht Stuttgart als letzte Hoffnung

Im Mai 2026 berichtete Nachrichten Regional, dass das Finanzgericht Stuttgart Anfang März 2026 Kontakt mit Emilie Schlösser aufgenommen habe. Die umfangreichen Unterlagen seien geprüft worden, ein Aktenzeichen sei vergeben worden. Es sei der erste Hoffnungsschimmer seit über 20 Jahren, dass der Fall möglicherweise neu aufgerollt werden könnte. [24] Ebd. Würde eine Anfechtung der seinerzeit eingeleiteten Insolvenz gelingen, könnte dies den Weg für eine Schadenersatzklage ebnen. Da Schlösser durch ihre zahlreichen Anzeigen bei zuständigen Behörden immer wieder auf den Sachverhalt aufmerksam gemacht habe, könnte dies nach Einschätzung von Beobachtern als Verjährungsunterbrechung gewertet werden. [25] Ebd. Im April 2026 stellte die Staatsanwaltschaft Ravensburg die Ermittlungen gegen Emilie Schlösser erneut ein – ein Schritt, den die Betroffenen als späte, wenn auch unzureichende Anerkennung ihrer Unschuld bewerten. [26] Nachrichten Regional, 22. April 2026.

Einordnung und Kommentar

Der Fall Schlösser wirft grundlegende Fragen über den Rechtsstaat auf: Kann es sein, dass ein mittelständisches Unternehmer-Ehepaar über zwei Jahrzehnte hinweg um die Aufklärung eines mutmaßlichen Millionenbetrugs kämpft – und die zuständigen Behörden weigern sich, die nahe liegenden Täter zu verfolgen? Stattdessen werden die Opfer selbst zu Beschuldigten gemacht, verurteilt und sogar psychiatrischen Begutachtungen unterzogen, um sie unglaubwürdig erscheinen zu lassen? Die vorliegenden Dokumente – insbesondere das Kripo-Gutachten von 2005, das die „wilden Buchungen“ der Steuerberater dokumentiert, und die Berichte über die angebliche Entfernung entscheidender Seiten aus den Ermittlungsakten – lassen zumindest berechtigte Zweifel an der Unparteilichkeit der Ravensburger Justizbehörden zu. Die Einschaltung des Landtags von Baden-Württemberg, des Petitionsausschusses des Bundestages und nun des Finanzgerichts Stuttgart zeigt, dass der Rechtsweg für die Betroffenen nach wie vor nicht ausgeschöpft ist. Wichtig ist: Die hier dargestellten Vorwürfe stammen aus den Schilderungen der Betroffenen, aus Berichten des Online-Magazins Nachrichten Regional sowie aus öffentlich zugänglichen Dokumenten. Eine gerichtliche Bestätigung der schwerwiegenden Vorwürfe steht bislang aus. Der Fall verdeutlicht jedoch die strukturellen Schwierigkeiten, die Bürgerinnen und Bürger haben, wenn sie sich gegen mutmaßliches Fehlverhalten von Behörden und Justiz zur Wehr setzen wollen.

Quellenverzeichnis

[1] Nachrichten Regional, „Der Fall Schlösser – Hoffnung auf eine Wiederaufnahme?“, 5. Mai 2026.
https://nachrichten-regional.de/der-fall-schloesser-hoffnung-auf-eine-wiederaufnahme/

[2] Nachrichten Regional, „Der Fall Schlösser – Hoffnung auf eine Wiederaufnahme?“, 5. Mai 2026.
https://nachrichten-regional.de/der-fall-schloesser-hoffnung-auf-eine-wiederaufnahme/

[3] skandal-rv.de – Website von Emilie Schlösser, abgerufen im Juli 2026.
https://skandal-rv.de/

[4] Gutachten der Kriminalpolizei Ravensburg vom 28. Januar 2005, zit. nach skandal-rv.de und Nachrichten Regional.

[5] OpenPetition, „Aufklärung des (Umsatz-)Steuer- und Bilanzbetrugs über 8 Millionen DM“, Petition vom Januar 2016.
https://www.openpetition.de/petition/online/aufklaerung-des-umsatz-steuer-und-bilanzbetrugs-ueber-8-millionen-dm

[6] Nachrichten Regional, „Schlösser-Skandal in Ravensburg schlägt weiterhin hohe Wellen“, 9. April 2015.
https://www.nachrichten-regional.de/

[7] Nachrichten Regional, „Der Fall Emilie Schlösser aus Ravensburg wird neu aufgerollt“, Februar 2014.

[8] Insolvenzverwalter Pluta / RA Winterhoff, Gutachten im Gerichtsordner Nr. 3, Gerichtsblatt 175; zit. nach skandal-rv.de.

[9] skandal-rv.de – Eidesstattliche Erklärung eines Zuhörers der Verhandlung vom 3. April 2008.

[10] Nachrichten Regional, „Der Fall Emilie Schlösser aus Ravensburg wird neu aufgerollt“, Februar 2014.

[11] Nachrichten Regional, „Der Fall Schlösser – Hoffnung auf eine Wiederaufnahme?“, 5. Mai 2026.

[12] Ebd.

[13] DER SPIEGEL, „Göttingen: Eine Patientin kämpft gegen die Justiz“, 7. April 2016.
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/goettingen-eine-patientin-kaempft-gegen-die-justiz-a-1085044.html

[14] Nachrichten Regional, „Der Fall Schlösser: Emilie und Klaus Schlösser holen zum Gegenschlag aus“, 15. März 2021.
https://nachrichten-regional.de/der-fall-schloesser-emilie-und-klaus-schloesser-holen-zum-gegenschlag-aus/

[15] 24-seitiger Strafantrag der Eheleute Schlösser vom Januar 2021.
http://skandal-rv.de/wp-content/uploads/2021/03/2021-Commercial-Court-Schr.-Januar-2021.pdf

[16] Schreiben des Landtags von Baden-Württemberg, Petitionsausschuss, Az. Petition 17100706, vom 22. Dezember 2021.

[17] Innenministerium Baden-Württemberg, Pressemitteilung „Neuer Vertrauensanwalt für die Landesverwaltung“, 5. Juni 2019.
https://im.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilung/pid/neuer-vertrauensanwalt-fuer-die-landesverwaltung

[18] Merkblatt des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg zur Einführung des Vertrauensanwalts.
https://mwk.baden-wuerttemberg.de/

[19] Schreiben von Emilie Schlösser an den Landtag Baden-Württemberg, diverse Daten; Nachrichten Regional, „Ravensburg: Kampf um mehr Gerechtigkeit“, 13. Oktober 2023.

[20] Nachrichten Regional, „Aufruf von Emilie Schlösser an alle Justiz-Opfer“, 30. Oktober 2020.
https://nachrichten-regional.de/aufruf-von-emilie-schloesser-an-alle-justiz-opfer/

[21] Nachrichten Regional, „Schlösser-Skandal in Ravensburg schlägt weiterhin hohe Wellen“, 9. April 2015.

[22] Nachrichten Regional, „URTEIL gegen Emilie Schlösser wegen Vergleich mit Polizeipräsident Stürmer ist rechtskräftig“, 18. November 2022.
https://nachrichten-regional.de/urteil-gegen-emilie-schloesser-wegen-vergleich-mit-polizeipraesident-stuermer-ist-rechtskraeftig/

[23] Nachrichten Regional, „Der Fall Schlösser – Hoffnung auf eine Wiederaufnahme?“, 5. Mai 2026.

[24] Ebd.

[25] Ebd.

[26] Nachrichten Regional, „Der Fall Schlösser: Staatsanwaltschaft Ravensburg stellt Ermittlungen gegen Emilie Schlösser ein“, 22. April 2026.
https://nachrichten-regional.de/der-fall-schloesser-staatsanwaltschaft-ravensburg-stellt-ermittlungen-gegen-emilie-schloesser-ein/

Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Quellen, Berichten des Online-Magazins Nachrichten Regional, Selbstdarstellungen der Betroffenen auf der Website skandal-rv.de, sowie offiziellen Dokumenten des Landtags von Baden-Württemberg und des Innenministeriums. Die in diesem Artikel dargestellten Vorwürfe und Behauptungen stammen aus den Schilderungen der Betroffenen und wurden nicht abschließend gerichtlich bestätigt. Der Artikel dient der journalistischen Information und gibt die recherchierten Sachverhalte nach bestem Wissen und Gewissen wieder. Alle genannten Personen genießen die Unschuldsvermutung.

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