Katholische Kirche und Landwirt Nägele streiten sich wegen beschädigtem Feldkreuz auf dem Rebberg
Der jahrelange Streit zwischen dem Landwirt Josef Nägele und der katholischen Kirche in Kappeln geht in die nächste Runde. Schon seit einigen Jahren wird um die Zugangs- und Pachtrechte der angrenzenden Grundstück gestritten. Es geht immer wieder um Streitigkeiten aus Pachtverhältnissen, die nun wieder wegen einer Strafanzeige gegen den Landwirt vor dem Amtsgericht Ravensburg landeten. Die Anzeige war anonym, der Kappeler Ortsvorsteher, Lothar Hund, war allerdings als Zeuge geladen. Wegen des Vorwurfs, Nägele habe das Feldkreuz auf dem Rebberg mit dem Radlader umgefahren, was nicht bewiesen werden konnte, wurde er zunächst zu einem Ordnungsgeld von 180 Tagessätzen je 15 Euro verurteilt, das in der Verhandlung reduziert wurde. Vor der Urteilsverkündung hatte Nägele allerdings die Verhandlung verlassen, hat NR von einem Prozessbeobachter erfahren. Mindestens 30 Personen verfolgten dieses „Trauerspiel“, wurde unserer Redaktion von Insidern berichtet. Jetzt wartet der Landwirt auf sein Urteil, das von Richterin Schute in der Verhandlung am 20.07.2026 gesprochen wurde.
Um Näheres über die Verhandlung zu erfahren, die öffentlich war, hat NR eine Presseanfrage an das Amtsgericht Ravensburg gerichtet. Wissen wollte unsere Redaktion ob es zutrifft, dass Pfarrer Weiger fälschlicher Weise behauptet hatte, dass die kath. Kirche über das gesamte Grundstück des Angeklagten ein unbeschränktes Fahr- und Gehrecht besitze und entsprechend Plakate aufgehängt hat. Unsere Redaktion hat auch nachgefragt, ob mehrfach und vorsätzlich sowie illegal durch die Bürgergruppe „WhatsAppClub“ eine Beleuchtungsanlage vor Ort aufgestellt wurde und dass eine illegal geplante Bergmesse am Feldkreuz durch Polizeieinsatz verhindert werden musste. Inzwischen hat Richterin Dr. Claudia Denfeld folgendes mitgeteilt: „Zu dem Urteil vom 20.7.2026 kann ich Ihnen nur Folgendes mitteilen: „Das Gericht sah es nach der durchgeführten Beweisaufnahme als erwiesen an, dass der Angeklagte das Feldkreuz auf dem Rebberg mit dem Radlader umgefahren hatte und verhängte deshalb eine Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu je 15 Euro. Das Urteil ist nicht rechtskräftig“.
Um was genau ging es in dieser Strafverhandlung?
Der Streit um das Feldkreuz auf dem Rebberg ist eine lange Geschichte. Dass dieser Streit zwischen katholischer Kirche und dem Landwirt Nägele nun eskalierte liegt alleine daran, dass man sich – um dieses Feldkreuz erreichen zu können – eine Genehmigung von Nägele einholen muss, weil er Gundstücksbesitzer ist. Betritt man eigenmächtig sein Grundstück und holt keine Genehmigung von ihm ein, handelt es sich um „Hausfriedensbruch“, so zumindest die Meinung von Nägele. Und um genau dies, ging es u.a. auch in der Gerichtsverhandlung am 20.07.2026 vor dem Ravensburger Amtsgericht. Nicht nachvollziehen können einige Prozessbeobachter allerdings, dass nun ausgerecht Josef Nägele ein Ordnungsgeld zahlen soll, weil eine anonyme Strafanzeige gegen ihn bei der Ravensburger Staatsanwaltschaft gestellt und behauptet wurde, er habe mit einem Radlader dieses besagte Feldkreuz umgefahren. Dass nun auch der Ortsvorsteher von Kappeln auch noch als Zeuge geladen wurde, hat die Sachlage nicht einfacher gemacht. Dass Pfarrer Weiger gerade dort eine Predigt abhalten wollte und fälschlicher Weise behauptet habe, dass die kath. Kirche über das gesamte Grundstück des Angeklagten ein unbeschränktes Fahr- und Gehrecht besitze und auch noch Plakate für die Bergpredigt verteilte, sei aus Sicht einiger Prozessbeobachter eine Frechheit. Der Fall „Nägele“ scheint die unendliche Geschichte zu werden. Lösungen konnte weder die Kirche, noch ein Schlichter des Gerichtes bisher anbieten.
Die politische Geschichte des Josef Nägele
Das Thema „Nägele“ rührt an einen lokal sehr bekannten, über viele Jahre ausgetragenen Streitfall aus dem Raum Horgenzell (Ortsteil Kappel / Rebberg) in Oberschwaben. Josef Nägele ist ein bekannter Landwirt („Freier Bauer“) und Tüftler aus Kappel bei Horgenzell. In der Region wurde er u. a. durch technische Entwicklungen in der Landwirtschaft (wie den Selbstbau-Feldhäcksler „Gigantus“) und die Ausrichtung regionaler Events (wie des örtlichen Drachenfests) bekannt, siehe Auszug aus der Zeitschrift der Uni Hohenheim https://www.drachen.die-uhls.de/drachen/feste1999/kappel1999.html#:~:text=Der%20Landwirt%20Josef%20N%C3%A4gele%20stellt%20eine%20gro%C3%9Fe,Mischung%2C%20bei%20der%20keiner%20zu%20kurz%20kommt. Der Konflikt mit der katholischen Kirche erstreckt sich über Jahrzehnte und dreht sich um Grundstücksfragen, Nutzungsrechte und Grenzverläufe auf dem Rebberg bei Kappel.
Der Kern des Streitpunkts: Der Streit entzündete sich an Pacht- bzw. Besitzverhältnissen und Wegenutzungen rund um Grundstücke der Kirche und den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen. Der Vorfall mit dem Feldkreuz: Das Feldkreuz auf dem Rebberg stand symbolisch wie praktisch im Zentrum dieses Grenz- und Besitzstreits, siehe die Historie „Nägele“ https://hohpublica.uni-hohenheim.de/server/api/core/bitstreams/88d346d2-d823-4fd0-a337-3e7827810ef0/content. Dem Vernehmen nach wurde das Kreuz beschädigt bzw. umgefahren, wobei Beschuldigungen im Raum standen, dies sei gezielt mit einer Baumaschine (wie einem Radlader) geschehen. Nägele selbst stellte die Geschehnisse und die Rechtslage aus seiner Sicht stets völlig anders dar als die Vertreter der Kirchengemeinde und der Gerichte, was den Streit immer weiter anheizte. Aus diesem und weiteren rechtlichen/behördlichen Konflikten heraus gründete Josef Nägele die Bewegung bzw. Web-Plattform „Warnglocke“ (oft auch im Verbund mit Initiativen wie den „Prozessbeobachtern“). Ziel der Plattform: Nägele nutzt die Initiative, um öffentlich auf aus seiner Sicht bestehende Missstände, Fehlurteile, Behördenwillkür und Korruption bei Justiz, Verwaltung und kirchlichen Institutionen aufmerksam zu machen. Aktivitäten: Unter dem Namen Warnglocke werden regelmäßig Flugblätter, offenen Briefe, Gerichtstermine und eigene Schilderungen von Verfahren veröffentlicht, die weit über den ursprünglichen Nachbarschafts- und Feldkreuz-Streit hinausgehen. Hinweis zur Rechtslage: Da es sich um langjährige rechtliche Auseinandersetzungen mit Zivil- und teils Strafgerichtsverfahren handelt, existieren stark voneinander abweichende Darstellungen zwischen den offiziellen Urteilen/Kirchenvertretern einerseits und den Veröffentlichungen der Bürgerinitiative andererseits. Allerdings konnten die Vorwürfe des Landwirtes Nägele bis heute politisch nie ausgeräumt werden.
FAZIT:
Um die langjährigen Streitigkeiten aus der Welt zu schaffen und eine Lösung der Probleme zu finden, müssten sich die „Kirchendiener“ mit dem Landwirt an einen Tisch setzen und eine Einigung erzielen. Ob dies jemals der Fall sein wird, kann niemand sagen. Also geht der Streit in die nächste Phase. Nach Rücksprache mit Josef Nägele hat unsere Redaktion erfahren, dass ihm das URTEIL der letzten Verhandlung vom 20.07.2026 noch nicht vorliegt. Auf keinen Fall werde er das unberechtigte Ordnungsgeld bezahlen. Dass er das Feldkreuz beschädigt habe, sei weder durch Zeugen, noch die Staatsanwaltschaft bewiesen worden. Reine Spekulationen könnten nicht als Beweis angenommen werden. Erstaunt sei er ebenfalls über das Ermittlungsergebnis von Polizei und Staatsanwaltschaft. Noch interessanter sei für ihn die Zeugenaussage des Ortsvorstehers.
Wir bleiben auch an dem „Fall Nägele“ dran und werden unsere Leserinnen und Leser auf dem Laufenden halten.
Foto: „Warnglocke“ mit Erlaubnis von Josef Nägele








