Erinnerung an das Kentler-Experiment – Und an staatlich finanzierten Kindesmissbrauch
In der Sendung vom 04.02.2026 hat das ZDF an das unendliche Versagen der Jugendämter erinnert, wo in den 70er Jahren staatlich finanzierter Kindesmissbrauch betrieben wurde und die Aufarbeitung immer noch nicht beendet werden konnte. Kinder wurden missbraucht und an vorbestrafte pädophile Pflegeväter vermittelt. Den Grundstein dafür hatte Helmut Kentler geliefert, Bestsellerautor, Sexualwissenschaftler und Professor für Sozialpädagogik an der Universität Hannover.
Ab 1969 habe Kentler als Forscher in Zusammnarbeit mit der Berliner Jugendbehörde ein Experiment durchgeführt. Nachdem er einen 13-jährigen Jungen zunächst an pädophil eingestellte Männer vermittelt habe, sei sein weiteres Experiment gewesen, dass sich wegen Pädophilie vorbestrafte Hausmeister als Pflegeväter um Straßenjungen kümmern sollten und zwar ganz offiziell durch Erhalt von Pflegeld und Supervision von Kentler. Der Sozialpädagoge (1928 – 2008) gilt heute als Schlüsselfigur pädosexueller Netzwerke in Deutschland. Er vertrat und legitimierte thesenartig die Verharmlosung von Pädosexualität. Jugendliche wurden von ihm an vorbestrafte pädophile Männer vermittelt, um ihnen ein Zuhause zu geben. Eine Studie und ein umfangreicher Forschungsbericht der Universität Hildesheim, der von der Berliner Senatsverwaltung in Auftrag gegeben wurde, wurde aufgearbeitet, wie Kentler seine Machtposition im Berliner Landesjugendamt ausnutzte. Helmut Kentlers Wirken in den Berliner Kinder- und Jugendhilfe belegt, dass hier jahrelang staatlich organisierter Missbrauch und eklatante Kindeswohlgefährdung stattfanden. Auch die Tagesschau hatte darüber berichtet https://www.tagesschau.de/inland/kentler-bericht-paedokriminelle-100.html
Wie im Abschlussbericht der Universität Hildesheim dokumentiert, sprechen Fachleute vom bedrückendsten Kapitel in der Geschichte der Kinder- und Jugendhillfe. Kentler sei mit seinen Handlungen nicht alleine gewesen. Von den 1960er Jahren bis in die 2000er-Jahre existierte ein bundesweites Netzwerk angesehener Reformpädagogen, Jugendamtsmitarbeiter und Sozialarbeiter. „Das Netzwerk ermöglichte deutschlandweit sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen, institutionalisierte den Missbrauch und schützte die Täter“. Der Abschlussbericht nennt Namen: „gegenwärtig als belegt festgehalten werden kann, dass Gerold Becker, Herbert E. Colla-Müller und Helmut Kentler sexualisierte Gewalt ausgeübt haben“.
Der Video-Beitrag ist bis 0302.2031 abrufbar https://www.3sat.de/gesellschaft/politik-und-gesellschaft/das-kentler-experiment-staatlich-finanzierter-kindesmissbrauch-100.html













