Strobl war lange Jahre Innenminister und zuständig für die Polizei
Der langjährige CDU-Innenminister Thomas Strobl soll Landtagspräsident werden. Die CDU-Fraktion in Baden-Württemberg hat ihn einstimmig für dieses Amt nominiert. Am kommenden Dienstag soll er bei der ersten Sitzung im Landtag gewählt werden. Seine Wahl gilt als gesichert, teilt der SWR Baden-Württemberg am 05.05.2026 mit, da die grün-schwarze Koalition im Parlament über eine Zwei-Drittel-Mehrheit verfügt.
Seit 10 Jahren ist Strobl Innenminister in Baden-Württemberg und war stellvertretender Ministerpräsident von Winfried Kretschmann (Grüne). Dieses Amt geht nun an CDU-Landeschef Manuel Hagel unter dem Grünen-Wahlsieger Cem Özdemir. Thomas Strobl ist Jurist und gehört dem Wahlkreis Heilbronn an. Zwischen 1998 und 2016 war er Abgeordneter im Bundestag. Von 2011 bis 2013 war Strobl Vorsitzender der Landes-CDU, er wurde von Hagel abgelöst. Von 2012 bis 2022 war er auf Bundesebene Vize der CDU-Spitze.
Strobl ist in der CDU kein unbeschriebenes Blatt. Er hat im Landtag mehrere Rücktrittsforderungen überstanden. Besonders angreifbar wurde er, als die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermittelte. Seinerzeit wurde ihm nachgewiesen, dass er vertrauliche Unterlagen an die Presse „durchgestochen“ hat. Es ging seinerzeit um sexuelle Belästigungen eines hochrangigen Polizeibeamten einer Mitarbeiterin bei der Polizei, was öffentlich wurde, wegen der Weiterleitung von vertraulichen Unterlagen an die Presse. Aus diesem Grunde wurde gegen Innenminister Strobl ermittelt. Die Ermittlungen wurden im Herbst gegen eine Zahlung von ihm über 15.000 Euro allerdings eingestellt. NR hatte auch darüber berichtet https://nachrichten-regional.de/anzeige-gegen-hochrangigen-mitarbeiter-der-polizei-in-baden-wuerttemberg/
Wie der SWR Baden-Württemberg berichtet, habe der neu gewählte Fraktionsvorsitzende der CDU, Tobias Vogt geäußert „Strobl sei mit seiner Erfahrung der richtige Mann am richtigen Ort“. Strobl selbst habe erklärt, dass er seine künftige Aufgabe darin sehe, die parlamentarische Demokratie zu stärken. Sie sei kein „Naturzustand“, sondern stehe unter Druck von außen und innen. Gemeint war sicher damit, ein „Kampf gegen die erstarkte AfD“ auch in Baden-Württemberg. Diese Aufgabe wird sicherlich die größte Herausforderung für den künftigen Landtagspräsidenten darstellen, sollte er wirklich in dieses Amt gewählt werden. Dies ist allerdings nur mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit der Abgeordneten möglich, weshalb seine Wahl als gesichert gilt.
Wie die anderen Parteien, außer CDU und GRÜNEN auf Strobls Nominierung reagieren, kann man dem aktuellen Bericht vom SWR entnehmen https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/cdu-fraktionssitzung-neue-posten-landtag-100.html
Foto: Thomas Strobl (Wikipedia)











