Ob der Verurteilte ins Gefängnis oder in die Psychiatrie muss entscheidet ein Uni-Professor aus Aachen
Der Landauer Plakatekleber kann aufatmen. Es gibt anscheinend einen Aufschub für seine Inhaftierung? Denn sein Verhandlungstermin wegen Sachbeschädigung wurde vom 26. August 2025 auf den 02. März 2026 verschoben. Das teilte uns der Landauer 61-Jährige am heutigen Donnerstag mit. Er verweist uns auf einen Bericht im SWR Aktuell vom 12.08.2025, den er heute per Zufall erhalten habe. In der Verhandlung im nächsten Jahr wird der Aachener Uni-Professor Dr. med. Henning Saß sitzen und die Begutachtung des Verurteilten vornehmen. Ob eine Unterbringung im Gefängnis oder aber in der Psychiatrie die Lösung sein wird, wird sich noch zeigen!
Wie uns der Verurteilte heute weiter mitteilte, wurde der Strafprozess bereits zum zweiten Mal verschoben. Verurteilt wurde er wegen Sachbeschädigung, die durch seine Plakatekleberei entstanden ist. Doch ihm ist es derzeit nicht langweilig, er gärtnert in seinem Landauer „Häuschen“, das er nach dem Tode seiner Mutter geerbt hat. Nach der Himbeer-Ernste hat auch die Redakteurin von NACHRICHTEN REGIONAL eine Marmelade-Kostprobe bekommen. Egal wo seine Inhaftierung sein wird, ob in der JVA Zweibrücken, oder in der Psychiatrie, er wünscht sich weiterhin den Kontakt mit unserer Redakteurin, die soll ihn – wenn die Verurteilung umgesetzt wurde – auf jeden Fall besuchen. Das wurde ihm heute auch versprochen. Wie der SWR Aktuell am 12.08.2025 mitteilt, würde der Landauer Mann seit Jahren Straßenschilder mit Zetteln und extrem festem Kleber bekleben. Darauf stünden Beleidigungen und Diffamierungen gegen Personen im „öffentlichen“ Leben. Verurteilt wurde er vom Landgericht Landau zu einem Jahr und zehn Monaten Haft. Wie der SWR weiter berichtet, habe das OLG Zweibrücken das Urteil nunmehr bestätigt, das nun rechtskräftig sei. Hier der Originalbericht vom SWR https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/ludwigshafen/plakatekleber-von-landau-muss-erneut-in-haft-100.html
Der Landauer Plakatekleber sei bereits seit mittlerweile mehr als zehn Jahren in Landau aktiv, berichtet der SWR weiter. Immer wieder würden im Stadtbild Zettel mit wirren Verschwörungstheorien und Beleidigungen gegen Politiker und Medien auftauchen. 2018 habe er schon einmal für rund zweieinhalb Jahre ins Gefängnis gemusst. Kaum auf freiem Fuß, habe er sofort wieder mit dem Plakate kleben begonnen. Mehrmals haben die örtlichen Medien darüber berichtet, auch NACHRICHTEN REGIONAL.
Der Landauer Mann, der sich schon seit Jahren als „Justiz-Opfer“ sieht, hatte sich auch an den Frankfurter Verein gegen Rechtsmissbrauch (VGR) und an die Redaktion von NACHRICHTEN REGIONAL gewandt, um seine Geschichte loszuwerden. NR hatte mehrmals darüber berichtet. Auch die Haßlocher Selbsthilfegruppe „Lebensfreude“, die sich schon viele Jahre für Menschen mit psychischen Erkrankungen engagiert, hat sich der Probleme des Landauer Verurteilten angenommen, um zu überlegen, wie man ihm helfen kann.
Wie der SWR am 12.08.2025 weiter berichtet, sei dem Plakatekleber vom Gutachter eine „wahnhafte Störung“ diagnostiziert worden. Doch Fachleute wissen auch, dass solche psychische Erkrankungen ein Zusammenspiel ist, die durch verschiedene Faktoren und Ereignisse ausgelöst werden können. Dies können Stress oder Traumata sein. Starke Stressoren, wie belastende Lebensereignisse oder Kindheitstraumata, können dabei eine große Rolle spielen, sagen viele Fachleute.
Wohin der Verurteilte eingeliefert wird – ob in der JVA Zweibrücken oder in der Psychiatrie werden wir im Auge behalten. NR bleibt weiterhin am Ball und wird seine Leserinnen und Leser auf dem Laufenden halten.











