22 | 11 | 2017

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Evangelische Bank erstellt Studie zur Krankenhausfinanzierung

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Noch kaum Bankkredite für  Digitalisierungsprojekte – Informationsaustausch  zwischen Finanz- und Gesundheitsakteuren hat sich deutlich verbessert - Bilanzsumme der Evangelischen Bank 7,1 Mrd. Euro

von Karin Hurrle

In einer Pressemitteilung hat die Evangelische Bank, Kassel, am 5. Oktober 2017 folgendes mitgeteilt: "Bei der Finanzierung von Digitalisierungsprojekten sehen sich  viele Krankenhäuser von den Banken nicht ausreichend unterstützt. So erklären 84 Prozent der in einer aktuellen Studie der Evangelischen Bank befragten Einrichtungen, dass Digitalisierungsanschaffungen schwer zu finanzieren sind. Verbessert hat sich der Studie zufolge der Informationsaustausch zwischen Finanz- und Gesundheitsakteuren. Er ist deutlich schneller und effizienter geworden, auch sind  die für die Kreditvergabe relevanten Daten besser strukturiert und aufbereitet als noch im Vorjahr. Teilgenommen haben an der Studie 51 Krankenhäuser, deren Aussagen anschließend den Einschätzungen von Bankexperten gegenübergestellt wurden. „Die Ergebnisse erwecken den Eindruck, dass Banken und Krankenhäuser beim Thema Digitalisierung noch in verschiedenen Welten leben“, erklärt Christian Ferchland, Vorstandsmitglied und Gesundheitsmarktexperte bei der Evangelischen Bank. Ohne ein gemeinsames Verständnis von den dringend notwendigen Investitionen würden die Banken jedoch lukrative Geschäftskunden verlieren. Für die Krankenhäuser könnten die Folgen noch gravierender ausfallen: Ihnen drohe der Verlust der Wettbewerbsfähigkeit.

Von der Immobilien- zur Unternehmensfinanzierung

Die Finanzierungs- und Informationsdefizite bestehen, obwohl beide Seiten Digitalisierungsprojekte wie elektronische Patientenakten und Telemedizin für einen der bedeutendsten Erfolgsfaktoren in der Gesundheitsbranche halten. So ist das Angebot der Banken an speziell auf die Digitalisierung im Gesundheitswesen ausgerichteten Finanzprodukten noch sehr gering. Gewährt werden nach wie vor größtenteils Immobilienkredite. Laut den Banken liegt das auch an der mangelnden Nachfrage der Krankenhäuser. Zu diesen auf den ersten Blick widersprüchlichen Angaben erklärt Finanzierungs- und Gesundheitsmarktexperte Ferchland: „Die Krankenhäuser stoßen sich bei der Finanzierung von Digitalisierungsprojekten oftmals an der Höhe der geforderten Zinsen.“ Diese seien jedoch zwangsläufig höher als bei der klassischen Immobilienfinanzierung, da für die Bank ein sehr viel höheres Risiko bestehe. Den Krankenhäusern müsse klar sein, dass es
sich hierbei um eine Unternehmensfinanzierung handele. Wichtig sei es zudem, die Verwaltungsleiter über alternative Finanzierungsformen wie Anleihen oder Schuldscheindarlehen zu informieren.

Bislang werden derartige Finanzprodukte von den Krankenhäusern so gut wie gar nicht in Anspruch genommen. Noch dazu kennen sich die befragten Experten laut der Studie nur wenig mit Produkten wie Finanzderivaten, Crowdfunding, Schuldscheindarlehen und Mezzanine- Finanzierung aus. So geben bei Schuldscheindarlehen lediglich 28 Prozent der Befragten an, über die Funktionsweise des Produkts im Bilde zu ein, bei der Mezzanine- Finanzierung sind es sogar nur 13 Prozent. Auch für die Zukunft messen die Verantwortlichen in den Krankenhäusern diesen Produkten kaum Bedeutung bei.

Kaum digitale Bankprodukte

Ebenso ist beim Angebot digitaler Bankprodukte für Krankenhäuser  laut der Studie bislang nur wenig Fortschritt zu verzeichnen. So beschränkt sich das Angebot der Banken im Wesentlichen auf Produkte, die eher aus dem Privatkundenbereich bekannt sind, darunter Online- Banking und digitale Banking Apps. Intensiv genutzt wird von den Krankenhäusern lediglich das Online- Banking. 27 Prozent nutzen zudem ein digitales Postfach, 25 Prozent auch digitale Zahlungsdienste wie PayPal oder PayDirekt. Für die Zukunft halten die Krankenhäuser digitale Banking-Dienstleistungen jedoch für wichtig. Besonderen Wert legen sie auf ein digitales, betriebswirtschaftliches Kundencockpit, eine digitale Finanzplanung oder eine digitale Anlageberatung. Zwei Drittel der Befragten sind der Meinung, dass die Digitalisierung die Qualität der Bankdienstleistungen erhöht. Die Banken hingegen erhoffen sich, dass sie mit fortschreitender Digitalisierung die von ihnen benötigten Unterlagen der Krankenhäuser schneller und effizienter erhalten, weil bisherige Schnittstellen wegfallen. Auch rechnen sie mit einer Verbesserung der Qualität, da die Digitalisierung eine einheitliche Form der Datenbereitstellung und damit eine erhöhte Transparenz ermöglicht. Im Vergleich zur Vorjahresstudie zur Krankenhausfinanzierung zeigen sich die Banken zufriedener mit der Aufbereitung und der Struktur der Informationen, die sie von den Kliniken bekommen. Das gilt allerdings nur eingeschränkt für die Plandaten der Einrichtungen, diese würden sie nur selten und in eher schlechter Qualität erhalten.

„Gerade die Plandaten sind jedoch zur Gewährung von Unternehmenskrediten besonders wichtig. Denn bei diesen gilt es, den künftigen Geschäftserfolg des Krankenhauses zu bewerten“, so Ferchland. An der Studie zur Krankenhausfinanzierung, die im Frühjahr und Sommer 2017 bereits zum zweiten Mal durchgeführt wurde, haben 51 Krankenhäuser und ausgewählte Bankexperten teilgenommen. Themen waren die Rolle der Banken bei der digitalen Transformation der Krankenhäuser, das Angebot digitaler Bankprodukte sowie der Informationsaustausch zwischen den Finanz- und Gesundheitsakteuren".

Über die Evangelische Bank eG

Die Evangelische Bank eG ist ein genossenschaftlich organisiertes, nachhaltiges Kreditinstitut. Als moderner Finanzdienstleister bietet sie Spezial-Know-how und umfassende Finanzlösungen für den kirchlich-diakonischen und sozialen Bereich. Mit einer Bilanzsumme von 7,1 Mrd. Euro ist die Evangelische Bank eG die größte Kirchenbank und zählt zu den zehn größten Genossenschaftsinstituten in Deutschland. Als nachhaltig führende Kirchenbank Deutschlands ist die Evangelische Bank eG ein spezialisierter Finanzpartner der Kirchen, Diakonie, Caritas, Freien Wohlfahrtspflege und der Sozialwirtschaft sowie aller privaten Kunden mit christlicher Werteorientierung. Rund 480 Mitarbeiter betreuen bundesweit etwa 19.000 institutionelle Kunden und ca. 72.000 private Kunden an 14 Standorten. (red.)
 

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