17 | 01 | 2018

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Brasilien leidet zunehmend unter moderner Sklaverei

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Brasilianischer Arbeiter-Bischof besucht  als Adveniatgast das Bistum Speyer

Ein wenig hoffnungsvolles Bild malt der brasilianische Bischof Jose Reginaldo Andrietta von der Situation seines Landes. Er sieht die Gesellschaft Brasiliens auf einer schiefen Ebene, die immer mehr Menschen an den Rand drängt. Bei einer Pressekonferenz am 15. Dezember in Speyer sprach er von „moderner Sklaverei“ und machte vor allem Gesetze der „derzeitigen neoliberalen Regierung“ für diese Entwicklung verantwortlich. Die „Macht des Geldes“ bestimme zunehmend die Geschicke des Landes und auch die Wahlen, bei denen man fragen müsse, wie demokratisch sie noch seinen. Andrietta ist in der Bischofskonferenz seines Landes für Arbeitnehmerfragen zuständig. Derzeit hält sich der Bischof von Jales im Bundesstaat Sao Paulo im Rahmen der Weihnachtsaktion der Bischöflichen Aktion Adveniat in der Bundesrepublik auf. Er besucht unter anderem Kirchengemeinden und spricht dort über die Situation in seiner Heimat. Ein besonderes Anliegen ist Bischof Andrietta die Situation der jungen Menschen. Achtzig Prozent der Jugendlichen hätten weder eine Ausbildung noch einen Studienabschluss. Die Jugendarbeitslosigkeit liege bei 28 Prozent, und auch Kinderarbeit sei weit verbreitet, berichtete er. Andrietta selbst stammt aus einer Arbeiterfamilie: der Vater Schreiner, die Mutter trug durch Näharbeit zum bescheidenen Einkommen der Familie bei. Schon früh fand er zu seinem Engagement für Kirche und Gesellschaft. Unter anderem arbeitete er in einer Favela, in der Fabrikarbeiter unter schwierigsten Bedingungen lebten.  „Dort verstand ich, dass die Lebensbedingungen das Ergebnis der Arbeitsverhältnisse waren“, sagt Bischof Andrietta. Sprich: Die niedrigen Löhne erlaubten den Familien nicht, in Würde zu leben. So engagierte er sich in der Ausbildung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, damit sie aktiv an gesellschaftlichen Gestaltungsprozesse mitwirken können. Auf diesem Hintergrund ist ihm die Förderung der kirchlichen Arbeitnehmer-Bewegungen und Jugendorganisationen ein besonderes Anliegen.

Die prekären Arbeitsbedingungen seien das historische Erbe der Sklavengesellschaft in Brasilien, sagte Bischof Andrietta – und Folge einer Ausbeutung des Landes durch ausländische Konzerne und ausländisches Kapital, wie er hinzufügte. Durch eine weitgehende Privatisierung leiste die Regierung dieser Entwicklung Vorschub. Die sozialen Leistungen würden gekürzt, und die Ausgaben für diesen Bereich seien von der Regierung für einen Zeitraum von zwanzig Jahren in ihrer derzeitigen Höhe eingefroren worden.

Brasilien sei inzwischen „Weltmeister bei Arbeitsunfällen“; es gebe kaum Sicherheit bei einer Erkrankung, häufig seien Verträge zeitlich befristet und es gebe viel „Arbeit auf Abruf“, so Andrietta. Auch wer eine Arbeit habe, könne mit dem Mindestlohn seine Familie nicht ernähren. Kritisch merkte er an, dass durch die Aushöhlung der Tarifsysteme  der gesellschaftliche Einfluss der Gewerkschaften immer weiter zurückgehe und sie zunehmend als gesellschaftlich relevante Kraft ausfielen. Die  Kirche müsse ihre prophetische Stimme erheben, wenn es um den Kampf für menschenwürdige Lebensverhältnisse gehe, Bischöfe und Laien, so der brasilianische Bischof.

Weihbischof Otto Georgens, im Bistum Speyer für den Bereich Weltkirche verantwortlich, unterstrich die Bedeutung der Kirche im Kampf für Gerechtigkeit und menschenwürdige Arbeit, gerade auch in Lateinamerika. Er verwies auf die wichtige Solidaritätsarbeit des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat und bat um Unterstützung seiner Arbeit bei der Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember.

Adveniat-Chef kritisiert Verkauf von Billigtextilien

Kritik am Verkauf von Billigtextilien übte der Hauptgeschäftsführer von Adveniat, Pater Michael Heinz bei der Pressekonferenz. Wenn ein T-Shirt zwei oder eine Hose acht Euro koste, könnten diese Produkte nicht unter gerechten Arbeitsbedingungen hergestellt worden sein, sagte der Hauptgeschäftsführer bei der Pressekonferenz in Speyer. Er betonte, das eigene Konsumverhalten habe konkrete Auswirkungen auf die Löhne etwa in Lateinamerika.

Fotos: Klaus Landry
( v.l.n.r.) Weihbischof Otto Georgens, Bischof José Reginaldo Andrietta und Pater Michael Heinz, Hauptgeschäftsführer von Adveniat.

 
 

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