22 | 11 | 2017

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Über Professor Jochen Schweitzer-Rothers

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Schweitzer-Rohters ist Psychologe am Universitätsklinikum Heidelberg: Hält Vortrag über "Systemische Haltungen, Politische Positionierungen und Politischer Aktivismus "Wie passt das zusammen?"

von Karin Hurrle

Professor Dr. rer. soc. Jochen Schweitzer-Rothers ist Außerplanmäßiger Professor und stellvertretender Institutsleiter sowie Leiter der Sektion Medizinische Organisationspsychologie am Universitätsklinikum Heidelberg. Er ist 1954 in Göttingen geboren, ist deutscher Psychologe, Psychotherapeut sowie Hochschullehrer und Autor vieler Publikationen. Nach dem Studium der Psychologie und Rechtswissenschaften in Göttingen und Gießen und einer familientherapeutischen Ausbildung in Cambridge sowie Philadelphia, USA, arbeitete er als Kliniker in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Weinsberg (Promotion in Tübingen 1986 bei Reinhart Lempp und Hans Thiersch), in der Psychosomatischen Universitätsklinik Heidelberg und schließlich am damaligen Institut für Psychoanalytische Grundlagenforschung und Familientherapie der Universität Heidelberg bei Helm Stierlin. 1996 wechselte er mit seiner Habilitation als stellvertretender Leiter an das Institut für Medizinische Psychologie. Seit 2003 außerplanmäßiger Professor für Medizinische Psychologie und Psychotherapie, leitet er dort seit 2006 die „Sektion Medizinische Organisationspsychologie“ im Institut für Medizinische Psychologie. Aber ein Klinikprofessor ist nicht nur für den Erhalt der körperlichen Gesundheit der Menschen zuständig, als Psychologe wird von ihm erwartet, eine gewisse Steuerungspolitik auf die Menschheit auszuüben. Deshalb fand auch am 14.10.2016 ein Vortrag im Rahmen der Sektion “Systemische Therapie – Haben wir uns zu Tode gesiegt?” mit dem Titel: Systemische Haltungen, Politische Positionierung und Politischer Aktivismus: (Wie ) passt das zusammen?, statt, wozu Schweitzer-Rothers eingeladen hatte.

Die Diskussionen zu diesem Thema wurde von ihm wie folgt veröffentlicht: "Viele systemische Therapeuten waren oder sind aktiv in Bewegungen für soziale Veränderungen (oder unterstützen diese) in Feldern wie Menschenrechte, Ökologie, Gewaltfreiheit/ Frieden, soziale Gerechtigkeit .Politische Positionierung nimmt typischerweise eine „Entweder-Oder-Form“ an: Man ist „für Anliegen A“ oder „gegen Anliegen B“. Systemisches Denken hingegen legt oft eine ambivalente „sowohl- als-auch“-Positionierung nahe, die die guten Nebenwirkungen schlechter Entwicklungen und die schlechten Nebenwirkungen guter Entwicklungen anerkennt. Wenn nun systemische Therapeuten, sei es als einzelne oder kollektiv in Vereinigungen – sich gesellschaftspolitisch positionieren wollen, müssen sie irgendwie diese beiden Ansätze verbinden. Wie kann ein solcher Brückenschlag zwischen z.B. den Ideen von Gregory Bateson und Karl Marx, Niklas Luhman und Pierre Bourdieu, Gianfranco Cecchin oder Mahatma Ghandi theoretisch gelingen? Wie können wir (sofern wir dies wollen) konkret Ungerechtigkeiten und Unterdrückung kritisieren, politische Kampagnen gegen dominierende wirtschaftliche und politische Mächte unterstützen – und zugleich respektvoll  mit unseren Gegnern und respektlos mit unseren eigenen Glaubenssätzen umgehen? Einige derzeit (Frühjahr 2016) aktuelle politische Debatten können die Chancen und Grenzen eines solchen Brückenschlages studieren helfen. Solche Themen könnten sein: „Willkommenskultur oder sichere Außengrenzen – Flüchtlinge in der EU“; „Würde in der Armut: kann ein bedingungsloses Grundeinkommen für jedefrau/ jedermann helfen?“ „Ungerechtigkeit in der EU: Der Fall von Griechenland und Deutschland“; „Systemische Coaches und Organisationsberater: können sie mehr Kollektivität, aufrechten Gang und Widerstand in der Arbeitswelt unterstützen?“ Fallilustrationen zu dieser Diskussion entnehme ich meiner eigenen Arbeit als Organisationsberater und als gesellschaftspolitischer Sprecher der DGSF", Zitatende.

Jochen Schweitzer arbeitet seit 1980 mit dem Schwerpunkt systemische Therapie und Beratung als publizierender Praktiker und Praxisforscher. Sein klinischer Schwerpunkt ist die Entwicklung systemischer Konzepte für die stationäre Jugendpsychiatrie, Psychosomatik, Allgemeinpsychiatrie, Gemeindepsychiatrie und Jugendhilfe, derzeit für die Flüchtlingsarbeit. Diese Erfahrungen flossen in das mit Arist von Schlippe 1996 verfasste und 2012 neubearbeitete „Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung“ ein (Vandenhoeck & Ruprecht), das derzeit wohl meistverkaufte deutschsprachige Psychotherapie-Lehrbuch. Ihm folgte 2006 Band II „Das störungsspezifische Wissen“. Die von ihm miterarbeitete Expertise Die Wirksamkeit systemischer Therapie/ Familientherapie, trug zur wissenschaftlichen Anerkennung der systemischen Therapie als evidenzbasiertem Verfahren bei, deren Anerkennung als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen zur Zeit geprüft wird.

Jochen Schweitzer ist Mitgründer der Heidelberger Systemischen Forschungstagungen, der Zeitschrift Psychotherapie im Dialog im Thieme Verlag, des Helm-Stierlin-Instituts und der SYMPA-Weiterbildungsprojekte. 2007 bis 2013 war er Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF), seither deren gesellschaftspolitischer Sprecher. Seit etwa 2000 wandte er sich verstärkt der Organisationsberatung zu und baute am Universitätsklinikum Heidelberg eine „Sektion Medizinische Organisationspsychologie“ auf. Diese beschäftigt sich neben der systemischen Krankenhausberatung mit der Bewältigung stressvoller Transformationsprozesse im Gesundheitswesen. Seine Arbeitsschwerpunkte hat er ausgerichtet auf: Systemische Familientherapie bei körperlichen, psychiatrischen und Verhaltensstörungen. Organisationsentwicklung und -beratung im Gesundheitswesen sowie Seelische Gesundheit am Arbeitsplatz. Jochen Schweitzer ist verheiratet, hat zwei erwachsene Söhne und lebt in Heidelberg. (red.)

 

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